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Anlasser Heritage 2003 tauschen Twincam-Forum

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sepp ist offline sepp · 1638 Posts seit 14.08.2016
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sepp ist offline sepp
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sepp



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Anlasser TC Heritage Softail 2003 selbst wechseln - meine Erfahrungen., 18 Sep. 2015 14:19 |

Maschine:

TC Heritage Softail, Bj. 2003, Vergaser, 55.000km.

Symptome:

Am Donnerstag der Faak Woche - eine Slowenien/Italien Runde stand an - hörte ich von meinem Starter zunächst ein Summen bevor die Maschine ansprang. Rd. 10 Kilometer weiter, nach dem Tankvorgang, ebenfalls dieses, vorher noch nie bemerkte Summen, bevor der Motor lief. Kurze Zeit später, nach einer kleinen Pause auf dem Weg zum Nassfeldpass, hörte sich der Starter nur noch an wie ein Haarfön und nichts passierte weiter.

Die Maschine sprang dann beim bergabrollen im 3. Gang an.

Die vor Ort anwesenden Forum Fachleute (Karl H., Vamos und Ragetti) tippten sofort auf einen defekten Anlasser und rieten mir zum Einbau eines neuen Teils.

Der Plan sah vor, die Maschine in heimischer Garage selbst zu reparieren, weshalb sie dann auch per Hänger (wie vorher geplant) dorthin transportiert wurde.

Bereits in Faak suchte ich im Internet nach entsprechenden Teilen und wurde bei USBIKEPARTS, Aachen, fündig. Der dort angebotene Anlasser mit 1,4kw wurde von Karl H. für o.k. befunden und in die engere Auswahl genommen.

Ausbau:

Dass der Ausbau bei den Softail Modellen nicht einfach und zeitintensiv werden würde, wurde mir von verschiedenen Seiten gesagt und ist auch im Internet, speziell in amerikanischen Foren nachzulesen. Diese Info stellte sich später als Tatsache heraus.

Zuhause testete ich nach dem Abbau des Primärkastens und Ausbau der Zündkerzen, ob die Ursache tatsächlich an einem nicht ausrückenden Starterritzel lag. Das Ritzel blieb in seiner Ruhestellung und rückte nicht vor auf den Starterzahnkranz an der Kupplung.

Um an die beiden Anlasserschrauben zu gelangen und diesen herausnehmen zu können mussten folgende Teile entfernt bzw. gelöst werden:

-Sattel

-Rechte Satteltasche

-Linkes vorderes Trittbrett

-Hinterer Auspuff

-Plastikverkleidung Hinterrad (unterhalb des Schutzbleches)

-Lösen der beiden Schrauben des Sicherungenhalters hinter der Batterie

-Ausbau Batterie

-Primär- u. Motoröl ablassen

-3 Ölleitungen vom Öltank

-Ölablassschlauch

-Zerstörung von zwei speziellen Schlauchschellen die später durch handelsübliche ersetzt wurden.

-Öltank (befestigt mit 4 Schrauben hinter der Radverkleidung und 2 Schrauben vor der Batterie)

-Äußerer Primärkasten

-Starterritzel (Lederstück und Rohrzange zum Halten)

-Stromzuführungen (3) Starter

-Anlasser (2 Inbusschrauben)

-Zündkerzen wegen Test, ob der neue Anlasser funktioniert, ohne den Motor anzuwerfen

(Im Internet kursieren Berichte, in denen geschrieben wird, dass der Anlasserausbau auch ohne Abnahme des Öltanks möglich sei. Wie das gehen soll ist mir schleierhaft.)

Nach Abbau der Teile bestellte ich den zuvor ausgesuchten Anlasser bei USBIKEPARTS (2 Jahre Gewährleistung), der zwei Tage später geliefert wurde.

Einbau:

Der Einbau des neuen Anlassers, der 100% passgenau ist, erfolgte in umgekehrter Reihenfolge des Ausbaus.

Die originale Starterwelle mit Ritzel passte und ich führte einen "Trockenstart" durch, um zu sehen ob das Ritzel in den Zahnkranz einrastet. (Zündkerzen nicht eingebaut, nur auf Zylinder gelegt - Tipp von Vamos).

Es funktionierte!!!

Schwierig gestaltete sich dann nur das Anbringen der hinteren unteren Öltankschrauben. Wenn man das Hinterrad dazu ausbaut wird dieses Prozedere vereinfacht.

Die Schrauben wurden mit den im Handbuch angegebenen Drehmomenten festgezogen und dann das Öl eingefüllt. Da ich erst vor 1000km sämtliche Öle gewechselt hatte, verwendete ich das Öl wieder, das ich vor dem Einfüllen siebte.

Ich tauschte die Dichtungen des Primärkastens nicht, da diese noch sehr gut aussahen und ich den Versuch wage, sie weiter zu verwenden. Sämtliche Flächen an denen die Dichtungen anliegen wurden ölfrei gemacht. Sollte keine Dichtheit vorhanden sein, so werden beim nächsten Ölwechsel neue Dichtungen eingebaut.

Nachdem wieder alles zusammengebaut war, spendierte ich der Maschine noch neue Kerzen und siehe da, nach einmaligem Betätigen des Starterknopfes sprang der Motor sofort an.

Gefühlsmäßig zog der neue Anlasser besser durch, als das alte Teil (vor dem Defekt).

Sehr hilfreich war das original Werkstatthandbuch (besonders wegen der Abnahme der Ölleitungen mit ihren speziellen Halterungen im Öltank) und natürlich die Ratschläge meiner Forum Freunde.

Aufwand:

Für den gesamten Ein- und Ausbau benötigte ich ca. 6 Stunden Zeit.

Die Materialkosten beliefen sich auf rd. 216,-€.

Darin enthalten sind 209,-€ für den Anlasser incl. Versand, 2 Schlauchschellen, 1 Auspuffdichtung und ein paar Kabelbinder.

Bilder habe ich gefertigt aber nicht eingestellt, da im Internet jede Menge zum o.g. Thema zu finden sind. Sollte noch jemand ein paar Infos benötigen, so gebe ich gerne Auskunft.

Sepp

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