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Geschrieben von migra1956 am 15.08.2024 um 13:45:

In den frühen 1970er Jahren waren die einzigen Kontakte für alte Harleys alle in Richtung Holland, die Holländer waren  "The Rule".

Die erste 45" Flat kaufte unser Freund D. bei Motolux in Amersfort, für 1100,- DM
Eine 1943er WL in Teilen, das war so etwa 1977.

Die Maschinen standen dort damals in Reihe, ab etwa 600,- DM konnte man eine 45" Flat kaufen, der größte Teil der Maschinen war Schrott aus Russland und Polen.
Niemand wollte hier eine 45" Flathead, die Maschinen waren verpönt.

Die Leute kauften Rahmen, Motor, und Getriebe, Räder. Heute seltene Teile wie Gepäckträger, Beinschilde, Gewehrtaschen, etc. wurden dort gelassen, entsorgt.
Die günstigeste 45" damals erinnere ich für nur 600,- DM, ein Wrack, aber immerhin komplett, mit Rädern.

(Das "Wrack" wurde in den späten 1980er Jahren nach Wilhelmshaven verkauft, voll restauriert, für etwa 10.000,-DM)

Hier eine Seite aus den Niederlanden, sehenswert, viel Spaß damit: https://www.bensbikes.nl/Liberator/index.html

Micha

Wenn man sieht, was heute teilweise für eine mehr oder schlecht "restaurierte" 45" verlangt wird, mit viel Chrom und Lack, da fasst man sich an den Kopf!  geschockt


Geschrieben von migra1956 am 15.08.2024 um 15:22:

In den 1980s waren es die Polen.

BMW Gespanne zu hauf, alte Zündapp-Gespanne ohne Ende, Porsche-Schwimmwagen, alles war verkäuflich, aber grottenschlecht nach polnischen Standarts restauriert, nach westlichen Maßstäben wertlos.

Eine Zündapp KS 750 mit Seitenwagen war für 7.500,- DM zu bekommen, in "Stalingrad-Grau", für die Ostfront, natürlich völliger Bullshit!
In den Motoren und Getrieben war nichts mehr original, die polnischen Anbieter hofften auf vermögende, westliche Käufer, die ihren zusammen gebastelten Schrott für sehr viel Geld ankauften.

Aber auch verständlich, die Grenzen waren noch nicht offen, es war schwer, etwas aus Polen Richtung Deutschland zu verkaufen.
Die russischen  Gespanne, der BMW R71 sehr gleich, wie eine 1:1 Kopie, sie waren gut zu fahren, durch jeden Dreck, mit Entenpisse und Altöl.

Wartung, welche Wartung, Antreten und ab durch die Mitte, M-72: https://de.wikipedia.org/wiki/M-72_(Motorrad)

Micha


Geschrieben von cal43 am 15.08.2024 um 16:02:

zum zitierten Beitrag Zitat von migra1956

Aber auch verständlich, die Grenzen waren noch nicht offen, es war schwer, etwas aus Polen Richtung Deutschland zu verkaufen.
Die russischen  Gespanne, der BMW R71 sehr gleich, wie eine 1:1 Kopie, sie waren gut zu fahren, durch jeden Dreck, mit Entenpisse und Altöl.

kann man mal mit diesen Räuberpistolen aufhören , die russischen SV sind ohne kundige Hand immer sehr schnell kaputt und von den Schraubern, die die Nummer mit ner Zange und nem Draht komm ich bis Stalingrad glauben, zum Kernschrott gemacht worden.
Auch war das Material damals schon mind. 40 Jahre alt und zu Tode geritten oder halt auf R71 aufgehübscht. Eine richtige Instandsetzung eines SV ist gleich teuer egal ob BMW, IMZ oder KMZ.
Was man auch wissen sollte ist das damals bei den Importeuren von CJ750 Teilen beim ankommen immer BMW/Russen/Chinesenteilehändler da waren. Das gute für BMW - das weniger gute für Russen - der Rest für die Chinesenfahrer.
In den 90ern gab es komplette Harley WLH mit lauffähigem Antrieb ( so bis zur nächsten Eisbude) frischlackiert für 7500 DM auf den Märkten.

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Geschrieben von migra1956 am 15.08.2024 um 16:28:

Was du "Räuberpistolen" nennst, das habe ich selbst erlebt.

Es spricht ja nichts gegen die damaligen Verkäufer aus dem Osten, die etwas verdienen wollten, und die die alten Zossen wie eine M-72,  mit einem Nummerschild  aus Gummi in Richtung Westen fuhren...

Stell dir einmal vor, wieviel 2.500,- DM damals in Polen waren, das war sehr viel Geld, und natürlich wurden die uns damals gebrachten Bikes bar bezahlt.

Aber diese Jahre sind vorbei, eine "Sokol" 1000 , damals für Kleingeld zu bekommen, diese Jahre sind vorbei...

Sokol 1000, eine "Indian" aus polnischer Produktion: https://motos-of-war.ru/en/motorcycles/sokol-1000-m111/


Micha

PS Wir haben über die 1000er Sokol gelacht, weil wir keine Ahnung hatten, über eine polnische "Indian". In späteren jahren wurde uns das beigebracht, es war eine gute Lehre.


Das Photo gehört hier nicht her, schwarzes Leder, Beauty


Du kannst nicht alles wissen, nicht einmal aus Büchern, als ich die erste laufende "Sokol" damals sah, das war ein Erlebnis, eine weitere "Sokol" findet sich sicher nicht hier in Deutschland, in Polem sehr sicher...


Geschrieben von cal43 am 16.08.2024 um 08:46:

ich meine das die Russen SV gehalten haben wenn sie ohne fachkundige Hand gefahren wurden.
Die Sokol 1000 , die Zündapp K800, die Blutblasen , OSl ,dann die Izh und IMZ/KMZ danach die Ural/Dnepr kann ich mich auch noch gut erinnern, regelmässig im Transporter als Teile deklariert aus Polen, Litauen, Ukraine.

Achja vor der 750 mit Herzog Stirnrädern war ein 650 Ural oder Dneprgespann auch nur was für extrem leidensfähige Naturen.

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Geschrieben von migra1956 am 19.08.2024 um 16:15:

Moin im Thema,

zeige euch mal ein Foto aus den 1980er Jahren Jahren, "Polen-Harleys" gab es damals sehr viele, fahrbereite 45" Flatheads unter 5000,- DM. Die Bikes wurden mit "komischen" Nummernschildern nach Deutschland gefahren, und dann hier gegen Cash verkauft.

Das war alltägliches Geschäft, dutzendfach. Die Leute aus Polen kauften den alten Rotz von den Russen für ein Taschengeld, und verhökerten die Bikes mit sehr viel Profit an die deutschen Harley-Fanboys, die sich ein fabrikneues Bike nicht leisten konnten. Das war genau so, und jeder machte seinen Gewinn.

War ja auch gut so, jeder hätte selbst "rüber" fahren können, und ein, oder zwei der alten Bikes kaufen können, machte man natürlich nicht, es war ja noch der "Ostblock".  Freude

* Soweit mir bekannt, gingen gut 35.000 Harley 45" an Russland, zum Teil für immer versenkt von der "Deutschen Kriegsmarine" in den Nordmeeren, aber genaue Zahlen, wer hat diese schon..? 

Gruß

Micha