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Geschrieben von migra1956 am 17.08.2024 um 19:50:

Guter Chrom für alte Bikes?

In den 1970s, und den 1980s war es eine Firma aus Gelsenkirchen, sehr guter Chrom auf Stahl und Alu, den Namen der Firma nenne ich bitte nicht.

Damals schickten einige Leute ihre Teile in die USA, die Fa. "Browns Plating" war sehr bekannt, inserierte damals auf den Rückseiten der bekannten Chopper-Magazine.
War ein sehr teurer Spaß damals, und ob man seine Teile  dann zurückbekam, das war eine andere Sache.

Der Chrom von "Browns Plating" war Legende, perfekt poliert, perfekt verchromt, aber scheissenteuer, speziell der Alu-Chrome.

Habe in den 1980er Jahren viele Teile für eine Indian verchromen lassen. In Sulingen, auch diese Fa. nenne ich hier nicht. Totaler Beschiss, von A bis Z, und scheissenteuer, aber einen netten "Vorführungsraum"  gab es, dort wurden die Teile nett ausgeleuchtet, und schön präsentiert...  traurig

Warum waren die meisten Verchromer "Gangster" und Abzocker, ist das noch heute so, ich erinnere es gar nicht anders..?


Micha


Geschrieben von Franz-REMCM am 17.08.2024 um 19:54:

Was willst Du uns mit dieser Geschichte aus dem Paulanergarten sagen?

Franz


Geschrieben von Karlchen am 17.08.2024 um 20:04:

Ich als Galvaniseurmeister finde die Geschichte sehr pauschal und nicht nett

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Geschrieben von migra1956 am 17.08.2024 um 20:15:

Franz, wenn du nichts zum Thema beitragen kannst, na gut.

Bring mal eine Kiste alter Teile zum Chromer, du wirst dich wundern...

Das Vergolden einer Inbus-Zylinderkopfschraube für eine 1954er Panhead kostete damals 5.- DM, das Vergolden des kompletten Schraubensatzes für das Cam-Cover weniger als 10,- DM, das war schnell gemacht.
Und das war kein Chrom, da wurde nichts mehr poliert, Gold drauf, und gut!

Aber das waren wohl andere Zeiten.

Micha


Geschrieben von migra1956 am 17.08.2024 um 20:26:

Das Polieren der Teile war immer das Problem, selbst wenn perfekt vorgeschliffen, wurde beschissen poliert.

Besonders übel waren die "Aufhängespuren" der Teile, die mangelnde Abdeckung der Buchsen und Gewinde, da wurde sehr viel versaut, weil die Chromer einfach keine Ahnung hatten, was sie dort überhaupt in den Händen hatten, das war immer wieder das Problem, nicht nur einmal.

Micha

Ist einer Gründe, auf, wenn überhaupt, handpolierte Teile zu bevorzugen, der Glanz ist dezent, klassisch.


Geschrieben von Karlchen am 17.08.2024 um 20:31:

Wenn du alte Teile neu verchromen willst, musst Du erst die alten Schichten abbeizen. Dann Schleifen, verkupfern, polieren und weiter verkupfern. Dann solltest Du Dir 3 verschiedene Nickelschichten vor dem verchromen abschneiden lassen. Sonst sind die Teile schneller am korrodieren wie Du gucken kannst. Gut verchromte Teile vergolden ist dagegen leicht und schnell, Chrom runter und Gold drauf.

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Geschrieben von migra1956 am 17.08.2024 um 20:41:

Hatte in den 1980er Jahren einen Kunden, der die kleinsten Teile perfekt geschliffen und poliert hat.

Kein Chrom war ihm gut genug, es gab immer Beanstandungen. irgendwann habe ich es abgelehnt, seine Teile zum Chromer zu schicken, manche Leute haben was an der Waffel, und das nicht zu knapp!

Micha

PS Der Mann fuhr einen Bulldozer aufm Müllplatz, er wollte seine Harley "perfekt", jede einzelne Schraube wurde geschliffen, und handpoliert, bis zum Exzess, es war genau so.


Geschrieben von Karlchen am 17.08.2024 um 20:53:

Ich verchrome seit über 20 Jahren für die Automobilindustrie, allerdings nur Kunststoff.

Wenn ich angesprochen werde alte Teile neu verchromen empfehle ich Chrom Damm.
Zu den Preisen kann ich nichts sagen, war selbst nie da, wurde mir nur nur von einem Lieferanten empfohlen.

https://www.damm-chrom.de/

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Geschrieben von migra1956 am 17.08.2024 um 21:27:

Habe in früheren Jahren alles an einer 1954er Panhead poliert.

Motorgehäuse, Getriebe, Zylinderköpfe, alles, der komplette Wahnsinn. Habe mir damit die Gesundheit ruiniert, der Schleifstaub  ist richtig Scheisse!

Ist kein lustiges Thema,  aber wer es mag, der macht das einfach.

Ich erinnere den Geschmack auf der Zunge, als ich damals den alten Linkert Vergaser geschliffen und poliert habe, es schmeckte nach Metall, Bronze, ein besonderer Geschmack, diesen Geschmack vergisst man niemals, das bleibt!

Ihr solltet so etwas bitte nicht nachmachen, bitte nicht!


Micha


Geschrieben von migra1956 am 17.08.2024 um 21:54:

Unser Freund "Klicki" hatte damals einen Draht zu dem Chromer in Gelsenkirchen, halbes Jahr Wartezeit, und deine FLH war von Oben bis Unten verchromt, für weniger als 300.- DM!

Die Wartezeiten waren lang, der Chrom perfekt.Und ich denke, unser Freund "Klicki" hat damals noch recht gut an all dem verdient, und das nicht zu knapp...  cool

Micha

* Aber das ist lange her, und schon fast micht mehr wahr...  cool


Geschrieben von k.kerosin am 18.08.2024 um 15:54:

zum zitierten Beitrag Zitat von migra1956


Habe in den 1980er Jahren viele Teile für eine Indian verchromen lassen. In Sulingen, auch diese Fa. nenne ich hier nicht. Totaler Beschiss, von A bis Z, und scheissenteuer, aber einen netten "Vorführungsraum"  gab es, dort wurden die Teile nett ausgeleuchtet, und schön präsentiert...  traurig




Micha

ich war auch mitte-ende der90 bei der fa. in su(o)lingen k....., alu  runder ölt. alu rst gabelb. tauchr. ,stahl selbst gebaute elekt.schaltg. bis heute bin ich mit den teilen zufrieden abgesehen von den gebrachsspuren böse ,  nur eins hat damals nicht funktionier rockerboxen haben immer blasen pickel geschlagen , wartezeitn waren schon  zu teil etwas lang, vorführraum hab ich kein gesehen


Geschrieben von motorcycle boy am 18.08.2024 um 17:14:

„Mein“ Verchromer ist der, der auch für meinen AG alles mögliche galvanisiert und nicht weit entfernt davon beheimatet ist. Der hat so ziemlich alle V8 - Verchromungen im Rhein-Maingebiet gemacht und hat dementsprechend ein halbes Jahr Vorlaufzeit. Ich bringe meine Teile deswegen im Herbst und hole sie im Frühjahr wieder ab.

Wenn einer die Kontaktdaten will, bitte PN an mich.

Zu den Preisen: Heutzutage werden die vor allem durch immer krassere Umweltauflagen getrieben. Die nächste in der EU drohende Verschärfung ist nach Vorbild USA das Verbot des bisherig für Konsumentenprodukte verwendeten Chrom 3. Dort ist bereits ab 2027 nur noch das „umweltfreundlichere“ Chrom 6 erlaubt. Das bedeutet für den Galvaniseur, dass er seine bestehende Anlage abwracken kann und kostspielig als Sondermüll entsorgen lassen muss, denn eine Chrom 6 - Anlage ist ein anderes Ding. Dementsprechend könnte man, sollte dieses Chrom 3 - Verbot auch bei uns kommen, zukünftig die Verchromer D‘s an einer Hand abzählen, mit entsprechenden Kosten (Betriebsgenehmigung und Abschreibung der neuen Anlage), Preisen und Vorlaufzeiten, wenn sich dann überhaupt noch einer für das Privatkundengeschäft interessiert, weil das angesichts der aufzurufenden Preise natürlich in sich zusammenfallen wird.

Leider ist zu befürchten, dass die EU das von den USA übernimmt, denn bisher befinden sich beide Wirtschaftsblöcke (in USA zumindest Kalifornien) in einem gegenseitigen Überbietungswettbewerb für Umweltauflagen . Einzige mir bekannte Ausnahme sind Motorrademissionen außerhalb Kalifornien, die immer noch nach „entsprechend“ EU1 geregelt sind, weswegen es da noch luftgekühlte japanische Vergasermoppeds zu kaufen gibt, die in der EU schon längst vom Markt genommen sind. Die Fußnote im früheren, noch gedruckten Harleykatalog mit den nur 49 Bundesstaaten weist darauf hin  großes Grinsen

Wer also ein größeres Projekt mit viel Verchromerei vorhat, sollte sich nicht mehr allzulange Zeit lassen.

Ich vermute, das aktuelle HD-Programm, bei dem alles an Motor und Moped, was bisher verchromt war, tiefschwarz ist, soll uns darauf vorbereiten, dass verchromte Bauteile ab 2027 nur noch eine extrem teure Aufpreisvariante sein werden.

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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)


Geschrieben von Karlchen am 18.08.2024 um 17:22:

Ich muss dir leider Wiedersprechen. Chrom 6 wird verboten und durch Chrom 3 ersetzt.


Beste Grüße

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Geschrieben von George am 18.08.2024 um 17:34:

zum zitierten Beitrag Zitat von Karlchen
Ich verchrome seit über 20 Jahren für die Automobilindustrie, allerdings nur Kunststoff.

Wenn ich angesprochen werde alte Teile neu verchromen empfehle ich Chrom Damm.
Zu den Preisen kann ich nichts sagen, war selbst nie da, wurde mir nur nur von einem Lieferanten empfohlen.

https://www.damm-chrom.de/

Damm liefert astreine Arbeit, verlangt aber dafür auch entspr. Preise. Ich hab mich letztes Mal deswegen dagegen entschieden, weil ich es schlicht zu teuer fand. Aber die verstehen zumindest ihr Handwerk und liefern top Qualität. Heutzutage läuft der Preis dort aber auch über die Stückzahlen. Einzelaufträge werden dann preislich schnell unattraktiv.
Alternativen kenne ich nicht. Auf Ebay tauchen  immer mal wieder angeblich preiswerte Verchromer auf, die sind aber meist schnell wieder weg von der Bildfläche. Muss man in den sauren Apfel beißen und zahlen oder jemanden kennen, der jemanden kennt...

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When your chopper is broken you fix it. When you are broken your chopper fixes you.


Geschrieben von Franz-REMCM am 18.08.2024 um 21:36:

https://kisslinggalvanik.de/restaurierung-von-oldtimer-teilen/

Sehr gute Adresse im Süden.

Gruß, Franz