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Geschrieben von sk68 am 26.05.2016 um 13:08:

Harley-Marketing früher

Liebe Leute,

zwar fand ich HD auch schon als Schuljunge interessant, aber direkte Kontakte  (Händler, Kataloge, Schrauber) hatte ich erst seit ca. 2001. Ich habe ein paar Kataloge hier, der älteste ist von 2002.

Dort fiel mir als erstes eine total weltfremde, arrogante Sprache auf. "Ein rollendes Zeugnis wahrer Werte. Ein Bekenntnis zum eigenen Weg." Das Ding ist voll von solchen Sprüchen. Wenn das Teil nicht voller Fotos und Daten wäre, hätte ich es längst entsorgt.

War das bei HD "schon immer" so oder wann ging das los? Und wann haben die angefangen, massenweise Klamotten (ich meine keine Motorradbekleidung sondern Jeans, T-Shirts, Hemden ...) zu verkaufen? Und wie sahen die Kataloge in den 60er bis 90er Jahren aus?

Beste Grüße 
Sören 
 


Geschrieben von Mondeo am 26.05.2016 um 13:15:

Ist eigentlich dasselbe Aus der Zeit: Harley-Davidson: Kultmarke in Nöten jede Marke muß sich halt wandeln und weiterentwickeln. Bei Harley waren es wohl nicht so die Qualität und Technik der Bikes sondern eher Marketing und Klamotten und der Kult um die MarkeFreude


Geschrieben von sk68 am 26.05.2016 um 13:24:

Das ist eine Antwort auf eine Frage, die ich meines Wissens nicht gestellt habe. Augenzwinkern


Geschrieben von Mondeo am 26.05.2016 um 13:30:

Siehe letzten Absatz deiner Frage.


Geschrieben von sk68 am 26.05.2016 um 13:49:

Ja, aber das Fragewort dort heißt 'wann' - dazu sagt der Artikel nix sondern nur, dass jetzt (noch) mehr Geld ins Marketing gesteckt werden soll und nicht, was in den 60ern bis 90ern war ... Oder habe ich was übersehen?


Geschrieben von Horsehide am 26.05.2016 um 16:03:

@sk68

Ich denke die Werbesprache war zu allen Zeiten an den jeweiligen  "Mainstream" angepasst. Die Werbesprache im entsprechenden Jahrzehnt lässt gut Rückschlüsse auf Politische und Wirtschaftliche Verhältnisse zu. Übrigens in allen Branchen. Ganz krass sind Werbekataloge aus den 50 - 60 ger Jahren für Haushaltswaren in denen die Frau nicht selten als Mutter, Köchin, Näherin und "gute Hausfrau" gesehen wurde. Die ihr zugedachte Rolle sollte sie mit von Männern extra entworfenen Gerätschaften bewältigen. Bei der Harley Werbung ist sehr gut zu beobachten das die Companie nach den unzähligen Kriegsverwicklungen des Mutterlandes immer mal wieder das Wort "Free" in der Werbung vorkommt. Ride free, Live free, Free Ride usw. Be Proud oder sei Stolz Amerikaner in einem freien Land zu sein. Der Zeitgeist kennt keine Pause. Werbestrategen nutzen da alle Register. Merchandising ist dabei eine Quelle der Unterstützung zum Partizipieren am Geld von Leuten die sich keine Harley leisten können. Dann wenigstens ein T-Shirt. 

Gruß
Michael


Geschrieben von Paddy0174 am 27.05.2016 um 00:24:

Der Ansatz zu Merchandise und Life-Style-Gefühl ist seit Anfang der 90er so. Ich erinnere mich da an eine Werbung der MoCo, in der vor schwarzem Hintergrund eine Gruppe "Rocker" steht (also ca 25 Männer mit grauen Bärten und Lederklamotten). Unterhalb nur ein orangener Streifen, ein kleines Shield Logo rechts und ein Satz: "Would you sell a motorcycle to one of these guys?"

Harley lebte bis Anfang der 90er ganz gut von Regierungsaufträgen wie Post oder Police. Erst mit dem Management Buy Out, kurz vor der endgültigen Pleite (vgl. Wikipedia Artikel) durch z.B. J. Bleustein wurde das ganze professioneller angepackt und auch Geld für Marketing in die Hand genommen. U.a. musste damals schon Willie G. als Gallionsfigur herhalten. Wie man sieht mit durchaus gutem Erfolg. Sie haben Anfang der 90er begonnen ein Drittel des Kaufpreises für Life Style einzufordern, und es hat funktioniert.

Kein Mensch bei klarem Verstand wurde nur für ein Motorrad mit dieser Technik so viel Geld ausgeben. Für den Life Style hingegen schon! smile
 

__________________
FLHTCU - Ultra Classic Electra Glide - '91


Geschrieben von kurventourer am 27.05.2016 um 00:37:

Zitat von Horsehide
@sk68
Bei der Harley Werbung ist sehr gut zu beobachten das die Companie nach den unzähligen Kriegsverwicklungen des Mutterlandes immer mal wieder das Wort "Free" in der Werbung vorkommt. Ride free, Live free, Free Ride usw. Be Proud oder sei Stolz Amerikaner in einem freien Land zu sein.

Was das "Free" in der Werbung angeht, so kann ich Dir nur voll und ganz beipflichten - nicht jedoch, dass der Grund von den vielen Kriegen kommt, die die USA in den letzten Jachrzehnten geführt haben. Freiheit vielmehr ist eines der Grundbedürfnisse fast aller Menschen und in der heutigen Zeit sind wir durch Beruf als auch durch die sozialen Medien (Datenspionage / Gläserner Konsument etc) unfreier denn je.
Kein Wunder, dass man das Thema "Freiheit" gezielt für das Marketing einsetzt.
Ich arbeite ja selbst in der Werbung, habe aber leider die Company nicht als Kunden, sondern nur solche, bei denen man nicht kreativ sein darf (man macht gute Vorschläge, die abgewiesen werden und der Kunde will das aber so und so haben.
Letztendlich ist man meist nur Umsetzer dessen, was der beratungsresistente Kunde haben will, der sich dann wundert, wenn die Werbung nicht funktioniert.
Hatte schon genug Projekte, wo ein gutes und durchdachtes Konzept vom Kunden total kaputt gemacht wurde.
Diesen Aspekt sieht der Konsument (die Zielgruppe der Werbung) meist nicht. Da heisst es dann halt meist "Die blöden Werber" bekommen gar nix auf die Reihe.
Letzten Endes braucht die Company einen kreativen Kopf in der eigenen Werbeabteilung, der guten Ideen gegenüber aufgeschlossen ist und dann auch mal was neues riskiert und solche Projekte abnickt. Mit diesen Leuten steigt und fällt die Unternehmenskommunikation.


Geschrieben von Smokeybear am 27.05.2016 um 12:51:

Noch ein möglicher Grund für die "hochgestochene, arrogante Sprache" in einem 2001er Prospekt:

Erst in den letzten 10 - 12 Jahren (legt mich jetzt nicht auf ein oder zwei Jahre fest!) ist Harley HIERZULANDE eine Art "Massen-Marke" geworden. Zwar noch nicht auf dem Level von Honda, Yamaha oder Suzuki, aber auch nicht mehr so weit davon entfernt.

Das war "früher" bei uns schon noch spürbar anders.

Da war Harley tatsächlich noch etwas relativ Seltenes, Besonderes (Teures).

Die Prospektsprache hat wohl versucht, dem "gerecht" zu werden. 

Entweder, die Leute verdienen heutzutage tatsächlich deutlich mehr Geld oder die Kreditvergabe baut weniger Hürden ein:
Irgendetwas ist tatsächlich dafür verantwortlich, dass man inzwischen auch "Greti und Pleti" auf Harley's sieht.  großes Grinsen
 

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Frank

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Geschrieben von joe.sixpack am 27.05.2016 um 13:34:

Harley-Marketing früher

Ohne Greti und Pleti währe die Marke schon bald Legende.
Die kaufen die Basis und dann das Merchandising. Damit macht die Company einen nicht unerheblichen Umsatz bei sehr guter Kalkulation.
An dem Customizing-Gedöns verdient die Company kaum, denn da spielen andere Player mit ihren eigenen Teilen.
Seien wir also Greti und Pleti dankbar, dass sie sich nicht für die, im Vergleich perfekteren Maschinen, der anderen Großserienhersteller entschieden haben.
Die paar Zahnwälte werden damit leben müssen.


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>die einen lieben mich, die anderen hasse ich<


Geschrieben von Horsehide am 27.05.2016 um 19:59:

Die "Revolution" hat ihre Kinder längst gefressen. Merchandising ist da nur noch das dazugehörige "Odol" um den schalen Nachgeschmack aus der Schnauze zu bekommen. Die Werbestrategen schießen schon einige Jahre am Ziel vorbei. Man meint gerade die machen das für extra. "Koks" in der Birne kann auch ins Gegenteil umschlagen. Denke die sind etwas ratlos zur Zeit was neue Modelle angeht. Die stieren auf Bio/Eco. BMW ist aber schon bei Retro. Das wollte die Companie mit ihrem Namen kompensieren. Dachten die hätten ein Patent drauf. Das ist aber leider schon zu abgedroschen. EVO Fahrer wenden sich da schon mal gerne angewidert zur Seite. 


Geschrieben von NT-Tom am 27.05.2016 um 20:10:

noch nie machte HD in den zeiten der finanzkriese so viel umsatz ( vor allem in D ) wie zuvor großes Grinsen

viele Ü40 haben da ihr erspartes verballert - kauf ich für das geld halt ne harley - hoffentlich mit werterhalt

ansonsten bin ich ganz bei dem @raucherbär -

vor 30 jahren waren harleys beim sonntäglichen motorradtreff noch wahre exoten , pan , shovels, erste evos  großes Grinsen

 


Geschrieben von sk68 am 28.05.2016 um 09:29:

Tom, das mit dem Exotenstatus ist auf der Straße heute doch auch noch so, wenn kein Vollkasko-Wetter (mind. dauerhaft ab 18 Grad, Sonnenschein, windstill) angesagt ist oder man nicht grad irgendein wichtiges 'Biker-Treffen' besucht. großes Grinsen

(Übrigens, Tom, ich glaube, Dein Einleitungssatz im letzten Post ist daneben gegangen - aber ich glaube zu wissen, was Du meinst)

Dabei sind - um mal wieder die Kurve on topic zu bekommen - zumindest die Fotos des 2003er Katalogs eindeutig bei sehr rauem Wetter aufgenommen.  Vielleicht sollte man den Leuten mal sagen, dass ne HD wasserdicht ist. Augenzwinkern Ich habe es grad erst gestern über ca. 400 km getestet - fährt auch bei Regen, der Hobel geschockt

Im übrigen haben die Antworten hier nur bedingt mit meiner Fragestellung zu zun Augenzwinkern Hat denn niemand alte Harley-Kataloge aus den 60ern - 90ern rumliegen und kann mal Zitate liefern?


Geschrieben von grizly am 28.05.2016 um 11:31:

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Geschrieben von grizly am 28.05.2016 um 11:32:

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