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Geschrieben von Tinnefou-jun am 04.05.2025 um 00:02:

Du Micha, wir schaffen das...gemeinsam!
"You never walk alone" cool
Hätte ja sein können, das Du schon eine Lösung parat hast oder zu den außerordentlich harten HD-Reitern gehörst, die sich von solchen kleinen Problemen nicht ausbremsen lassen und ohnehin eine tolle Geschichte am Stammtisch brauchen.


Der übliche u schnellste Reparatur-Weg wäre das Lufigehäuse zu erneuern, weil sich die Metallhülsen gelöst haben.
Das wird so einfach kaum mehr möglich sein, weil dieses Teil ziemlich sicher nicht mehr lieferbar ist.
Alternativ wäre Einkleben möglich. Haushaltsübliche Kleber können das natürlich nicht leisten.
Könnte man mal googlen, was zB 3M oder andere so anbieten für Metall an Kunststoff, gepaart mit Temperatur und evt Oel u Kraftstoff.
Bei 3M hab ich zB mal einen 2K-Kleber bekommen, der Magneten an LIMA-Rotoren zuverlässig gehalten hat.

Ich habe dieses/Dein Problem allerdings anders gelöst, um Klebe-Fehlschläge auszuschließen:
An der Drehbank 2 sehr schmale Scheiben gefertigt, Innendurchmesser Entlüftungsschraube, außen Vertiefung Lufigehäuse.


Geschrieben von Sunglow am 04.05.2025 um 06:18:

Das Gehäuse gibt es leider nicht mehr neu, auch nicht international. Ich habe auch eine zwar alte, aber sehr wenig gelaufene XL (jetzt 5.000 km), da werden gebrauchte Teile nicht besser sein als die eigenen. Über U-Scheiben hatte ich auch schon nachgedacht oder über seitliche Madenschrauben, die mit einem Gewinde in den Hülsen sitzen..

Ich muss mir das mal angucken, vielleicht gibt's die U-Scheiben ja als passende Kupferdichtringe in den Weiten des Netzes....so eine Drehbank erlaubt mir meine Freundin bestimmt nicht, ich frag lieber gar nicht erst großes Grinsen

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Der Sonne entgegen,

Micha

Sorry Officer, I thought you wanted to race


Geschrieben von Sunglow am 11.05.2025 um 19:01:

Ich habe nun nochmal alles auseinander gehabt und wie es scheint, mein Problem lösen können. Danke dafür noch einmal @Tinnefou-jun !

Als ich meine Sporty geholt habe, gab es bei kaltem Motor und zu früh hinein geschobenem Choke schon mal Vergaserpatschen. Also eine Folge zu mageren Motorlaufs, aber eben nur bei derartiger "Fehlbedienung".
Später kam das häufiger vor, verbunden mit Auspuffknallen im Schiebebetrieb. Eines Tages dann ein so heftiges Patschen, dass es eben die Manifolddichtung weggeblasen hat und sie schräg auf dem Vergaser hing (im eingebauten Zustand gut sichtbar). Nach einem Zerlegen und Zusammenbauen war kurz Ruhe, dann ging es von vorne los.

Bei genauem Hinsehen ergab sich die Ursache.

Auf dem Umfang des Ansaugstutzens sitzt die Manifolddichtung aus Gummi. Die offene Seite der Dichtung zeigt darum Richtung Motor. In der geschlossenen Seite steckt der Vergaser.
Das Luftfiltergehäuse, die ovale "Brotdose", ist aus Plastik und wird mit zwei eingesetzten Hülsen am Zylinderkopf verschraubt. Die Verschraubung hat den Kopfdurchmesser der Hülse. Weil der Vergaser über den Luftfiltereinsatz mit dem Plastik des Kastens verschraubt ist, ist die Verbindung erstmal stabil.

Wenn der Motor patscht, trifft die Druckwelle den Vergaser (entsprechend verrußt war der Schieber). Obwohl die Metallhülse eigentlich fest im Gehäuse sitzt, trifft jedes Patschen auf den Plastikkasten, so dass der sich langsam nach rechts, vom Motor weg, auf den Hülsen verschiebt. Dabei nimmt er den an ihm verschraubten Vergaser mit und zieht ihn immer ein Stückchen weiter aus der Manifolddichtung. Das Problem wird darum mit jedem Patschen etwas größer, der Motor zieht Nebenluft, patscht, nächster Millimeter. 

Irgendwann wird er so weit aus der Dichtung gezogen, dass das nächste Patschen in die nun ziemlich lose Dichtung geht und diese dadurch komplett vom Stutzen bläst -peng, Motor aus. Wir erinnern uns, die offene Seite zeigt Richtung Motor.

Das heißt erstens, dass der Motor schon lange vorher Falschluft zieht und zu mager läuft -und in der Folge noch mehr patscht.

Zweitens muss Stabilität in die Geschichte.

Also muss man erstmal die verschobenen Hülsen wieder in die richtige Position pressen. Sie müssen bündig mit dem Gehäuse sein. Danach kann man, wie von Tinnefou-jun vorgeschlagen, mit Unterlegscheiben dafür sorgen, dass die Schrauben künftig nicht nur die Hülsen, sondern den ganzen Kasten halten. Ich habe tatsächlich passende Aluringe in meiner Dichtringkiste gehabt (Maße weiß ich jetzt nicht). Sie sind außen nur wenig größer als der Schraubenkopf und passen gerade in den Ausschnitt des Plastiks.

Patscht nun der Motor in den Vergaser, stützt sich das Plastikgehäuse und damit der Vergaser an diesen unscheinbaren Ringen ab. Der Vergaser bleibt an Ort und Stelle, die Dichtung darum auch. Das Problem des gelegentlichen Patschens wird darum zumindest nicht größer. Zusätzlich könnte man die offene Seite der Manifolddichtung auch mit dauerelastischer Dichtmasse auf den Ansaugstutzen kleben, damit der Druck nicht in die Dichtung fassen kann. Aber ich denke, es geht auch so. Eine neue Dichtung nehmen wir ja sowieso.

Jedenfalls...nehmt häufiges Patschen als Warnsignal und schaut mal, wo die Hülsen im Kasten sitzen!

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