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--- Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ??? (https://forum.milwaukee-vtwin.de/threadid.php?threadid=134503)
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Danke Peter! Das könnte allen Ernstes eine heiße Spur zum Thema Vorderradversatz sein:
Eine nur linksseitige Bremsscheibe bewirkt eine stärkere Durchbiegung des linken Standrohres gegenüber dem rechten und damit ein nach links Ziehen des Vorderrades. Ein gleichzeitiger Rechtsversatz des Rades (meine Wide Glide) erzeugt beim Bremsen ein Moment um die Lenkachse nach rechts und kann demnach kompensierend wirken.
Da könnte echt was dran sein! Nein, da ist bestimmt was dran! 😁
(...insbesondere bei "Wide"-Gabeln mit dünnen Standrohren, die von Hause aus relativ wenig Verwindungssteifigkeit mitbringen)
Gruß
Karl 
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Gruß
Karl
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Hi,
bei meiner FXSTC 07 is eigentlich nix mittig (zur Rahmenmitte gesehen).
21er Vorderrad hat wie bei Karl Versatz nach rechts samt Kotflügel, sogar die Kotflügelraufnahme an den Tauchrohren is links etwas breiter um den (normalen) Kotflügel nach rechts zu versetzen.
200er Hinterrad geht auch nach rechts. Guckt man von hinten auf den Kotflügel, siehste genau, das die Fenderstruts unterschiedliche Biegungen haben zum Fender hin. Links mehr, rechts weniger.
Also alles is irschendwie nach rechts versetzt. Das Teil reagiert auch wirklich seeehr empfindlich auf den kleinsten Fehler beim Riemenspannen wenn die Einstellschrauben bewegt werden.
Da entscheidet ne achtel Umdrehung zwischen gehtso u. sehr gut beim Fahrverhalten.....
Gruß
Jo
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
TC47:
21er Vorderrad hat wie bei Karl Versatz nach rechts samt Kotflügel, sogar die Kotflügelraufnahme an den Tauchrohren is links etwas breiter um den (normalen) Kotflügel nach rechts zu versetzen.
Genau so ist es bei meiner Dyna, die immerhin 4 Jahre älter ist und noch die Vorgängergenerationen bei Rahmen und Gabel hat.
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Gruß
Karl
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Servus,
bei den gummigelagerten kann der sturz des HiRades eingestellt werden, einfach mal bei Wheelalignment im Manual nachschau‘n.
Die Sache beiden Ein/oder Zweischeibenbremsen liegt mMn am Wunsch, das eingeleitete, einseitige Moment, bei 1Scheibenbremsen, etwas zu kompensieren.
Sowas kann beim Böhm nachgelesen werden.
Gruss vom KW
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
@KW
Wer ist der Böhm?
Das mit dem "Wheel Alignment" des Hinterrades kenne ich als "gummigelagerter" Dyna-Fahrer. Sturz=0 ist Pflicht! Ist aber nur nach Aus- und wieder Einbau des Motors von Interesse.
Gruß
Karl 
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Gruß
Karl
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Servus,
mein Fehler, der Mann heisst Bönsch.
http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&url=node%3D288100&field-keywords=B%C3%B6nsch+Motorradtechnik&rh=n%3A186606%2Cn%3A!541686%2Cn%3A288100%2Ck%3AB%C3%B6nsch+Motorradtechnik&ajr=0
Gruss KW
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Ah, jetzt, ja! Der gute, alte H.W. Bönsch! Den kennt jeder "betagte" MOTORRAD-Leser 😁
Habe mir das Buch eben für € 3,70 gebraucht bei Amazon erstanden. Für das Geld macht man bestimmt nichts falsch.
Gruß
Karl 
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Karl
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
*KW*:
Servus,
mein Fehler, der Mann heisst Bönsch.
http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&url=node%3D288100&field-keywords=B%C3%B6nsch+Motorradtechnik&rh=n%3A186606%2Cn%3A!541686%2Cn%3A288100%2Ck%3AB%C3%B6nsch+Motorradtechnik&ajr=0
Gruss KW
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Servus,
Meister Bönsch beschreibt die Kreiselefekte am Laufrad.
Durch die einseitge, aussermittige, Einleitung von Bremsmomenten, wird sich das Rad immer in die eine oder andere Richtung wegdrehen wollen.
Bei Doppelscheibenbremsanlagen tritt dieser Efekt nicht auf.
Ich könnte mir nun vorstellen, das durch die Deachsierung der Vorderradspur, der Einfluss des Moments, auf die Fahrdynamik, vermindert werden kann.
Was meinen denn die geschätzten Kollegen?
@VIC, hatte keine Lust meine Fachliteratur zu durchsuchen, weil, das sind Printausgaben, weist schon, blätterblättersuch..........
Gottseidank hatte ich den Sachverhalt noch im Kopf, is‘ auch okay, oder?
Gruss vom KaWeh
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Im Kopf haben ist das eine, es auch belegen zu können das andere. Ich sehe nicht, warum eine einseitg angebrachte Scheibenbremse ein Lenkmoment einleiten sollte.
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Eine einseitige Bremsscheibe leitet tatsächlich kein Lenkmoment ein, da der Kraftangriffspunkt zentrisch in der Reifenaufstandsfläche (Latsch) liegt.
Und mit Kreiselkräften hat das schonmal garnichts zu tun.
Allerdings führt die einseitige Bremsscheibe beim Bremsvorgang zu einer Verwindung der Gabel, die zu einer Schiefstellung des Vorderrades nach links führt. Die theoretischen Grundlagen dazu kann ich bei Bedarf gerne mal hier ausbreiten (erfordert aber Zeit und ein paar Skizzen...)
Gruß
Karl 
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Gruß
Karl
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Servus,
na dann..........los geht‘s
Gruss KW
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Die Bremskräft wirken zwischen Bremsanker oben und radachse unten. Bei einer normalen Gabel ist da das ziemlich dicke Gabelrohr. Das verwindet sich nicht sehr.
Mir wäre beim bremsen mit einer Bremsscheibe auch nie aufgefallen, dass die Maschine zu einer Seite ziehen würde.
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Habe das mal nach den Grundregeln der Technischen Mechanik (Bauingenieure dürfen "Statik" sagen
) aufgedröselt und dargestellt:

Erläuterung:
- Die Bremskraft als äußere Kraft am System Vorderrad/Gabel greift mittig im Radaufstandspunkt an (kein Moment um die Lenkachse)
- Bei zentrisch zwischen den Tauchrohren sitzendem Rad wirkt in den Achsaufnahmen der Tauchrohre jeweils die halbe Bremskraft
- Das durch die Bremskraft erzeugte Moment um die Radachse wird (bei Scheibe links) ausschließlich auf das linke Tauchrohr übertragen
- Das rechte Tauchrohr "sieht" also lediglich die halbe Bremskraft, die am Achsaufnahmepunkt parallel zur Straße nach hinten drückt
- Das linke Tauchrohr "sieht" zusätzlich das Bremsmoment, das als konstantes Biegemoment auf das Tauchrohr/Standrohr wirkt
- Das rechte Tauchrohr/Standrohr wird also "nur" durch ein vom Achsaufnahmepunkt zur Gabelbrücke linear zunehmendes Biegemoment belastet
- Das linke Tauchrohr/Standrohr wird durch dieses sowie ein zusätzliches, konstantes Biegemoment belastet
- In der Konsequenz wird sich der linke Achsaufnahmepunkt beim Bremsen stärker nach hinten bewegen als der rechte
q.e.d
Diese zusätzliche Belastung des linken Gabelrohres durch das Bremsmoment ist umso größer, je größer der Raddurchmesser ist (21er Trennscheibe...) und kann durch einen Rechtsversatz des Rades ausgeglichen werden. Bei Rechtsversatz verteilt sich die Bremskraft nicht mehr symmetrisch auf die Achsaufnahmen, sondern wirkt stärker auf das rechte Tauchrohr. Neben der verringerten Durchbiegung links und der verstärkten Durchbiegung rechts entsteht zusätzlich ein Lenkmoment nach rechts. Da den optimalen Kompromiss zu finden ist Aufgabe der Versuchsingenieure.
Gruß
Karl 
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Gruß
Karl
RE: Mal ne´Frage zum Fahrwerk, Räder mittig ???
Also bleibt es dabei, der einzige effekt ist, dass es im linken Tauchrohr einen Biegeeffekt zwischen der Radaufnahme und dem bemsanker gibt. Da das untere Tauchrohr sehr dick und biegesteif ist, wird dieser effekt keine wesentlichen Auswirkungen haben. Würde auch sonst nicht zugelassen werden...
Also führt eine einseitige Bremsscheibe auch nicht zu irgendeinem drehimpuls der Gabel. Deshalb braucht man da auch nix auszugleichen.
Die Grösse des Vorderades ist da egal, es geht um die maximalkräfte, welche die Bremsscheibe übertragen kann. Die Krafteinleitung ins Rad ist immer symmetrisch. Sollten die Reibungswerte des Vorderrades überschritten werden, wird es die Kraft nicht mehr übertragen, sondern blockieren.
q.e.d.
P.S.: ds die Wirkung dieses Biegemomentes keine Rolle spielt zeigt auch die Tatsache, dass es in der einschlägigen Fachliteratur keine Erwähnung findet. Auch nicht im Bönsch...
Genauer gesagt teilen sich die Bremskräfte auf ein eine Biegebeanspruchung und einer verwindung des Tauchrohres. Da es aber zum Standrohr hin drehbar ist, wird diese verwindung nicht an das Standrohr weitergeleitet...