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Geschrieben von nogard am 24.04.2020 um 11:35:

Radfahrer werden stark bevorzugt
Velo-Nutzer sollen durch verschiedene Vorgaben in der StVO-Novelle besonders geschützt werden. Neben verschärften Tarifen fürs Pkw-Parken auf Schutzstreifen oder Radwegen, dürfen zum Beispiel Transporter oder Lkw über 3,5 Tonnen innerorts beim Rechtsabbiegen nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Verstöße bedeuten 70 Euro Bußgeld und einen Punkt. Fahrradfahrer dürfen jetzt ausdrücklich nebeneinander fahren, sofern sie den Verkehr nicht behindern. Autofahrer müssen beim Überholen zu anderen Verkehrsteilnehmern einen Mindestabstand von innerorts 1,50 Meter sowie außerorts 2 Meter einhalten.

das rot markierte stelle ich mir gerade in Großstädten vor, weil die meisten Auto- und Radlfahrer wohl dort aufeinander treffen werden. Baby
gehören zu Rechten nicht auch Pflichten? Vllt. Führerschein für Radfahrer und Bußgeldkatalog im Gegenzug fällig?

Quelle
https://www.focus.de/auto/news/neue-verkehrsregeln-treten-in-kraft-verstoesse-werden-teurer_id_11914850.html


Geschrieben von flat eric am 24.04.2020 um 11:48:

Es wäre mal interessant zu eruieren, wie viele Unfälle mit Radfahrern vermieden werden könnten, wenn die sich an die bestehenden Regeln halten würden. Das vermisse ich immer bei den entsprechenden Statements der Interessenvertretungen (ADFC etc.) Natürlich entstehen auch Gefahren durch das Fehlverhalten oder die Unaufmerksamkeit anderer. Aber ehe man immer die Regeln für die anderen verschärft, sollte auf die Einhaltung der Regeln durch die Radfahrer selbst gedrungen werden. Hier hat sich aber inzwischen die Kraft des Faktischen durchgesetzt und viele machen einfach, was sie wollen und wie es ihnen in den Kram passt, Regeln oder Rücksicht zählen nicht und man wird noch blöd angemacht, wenn man es wagt, etwas zu sagen.


Geschrieben von TriFinish am 24.04.2020 um 12:05:

Am besten ist es sowieso, sich an die Regeln zu halten.
Das schont Portmonee und Nerven.


Allerdings ist es schon bei der Freude am Fahren beeinträchtigend, neben dem natürlich wichtigen Blick auf die Straße und der Temposchilder dann auch noch permanent im Wechsel den Tacho im Blick zu halten um zumindest nicht noch schneller als 10 km/h über dem erlaubten zu fahren.

Grundsätzlich aber geht mir die hektische Raserei hier in unserem Lande mächtig auf den Sack.

Sei es das brettern in Verbindung mit dem drängeln der Autos auf der Autobahn aber auch das heizen der Knieschleifer-Fraktion auf den Landstraßen.


Nie hätte ich jemals - bis zu meinen USA-Urlauben - gedacht, dass ein Tempolimit auf den Deutschen Autobahnen sinnvoll wäre.

Es würde mit Tempolimit nochmals sicherer auf den Autobahnen, wir würden erheblich und merklich Sprit und Emissionen einsparen.


Meine zig maligen Urlaube in den Staaten mit weit mehr als 50.000 dort gefahrenen Km haben mich zu einem Tempolimit-Fan werden lassen.
Dort drüben fährt man sowas von tiefenentspannt, man wählt sich seine Fahrspur, schaltet den Tempomat ein und genießt bei geiler Mucke die Fahrt durch die Landschaft.
Und, läuft man einem Fahrzeug auf seiner gewählten Spur auf, so überholt man es halt eben links oder rechts, so what - alles kein Problem.
Weil dort auch die LKW’s so schnell wie die PKW’s fahren dürfen, gibt’s auch nicht wie bei uns in Deutschland diesen bekannten Stress.


Nach den nächsten Wahlen wird hier in Deutschland das Tempolimit eh kommen; das wage ich mal vorauszusagen.
Hoffentlich verständigt man sich dann auf 130 km/h, das wäre m. M. n. schon passend.

Und diejenigen, welche den Rausch der Geschwindigkeit lieben (alles soweit o.k.), mögen oder können doch bitte jederzeit z. B. auf dem Nürburgring sich so richtig austoben – kein Problem.


P.S.:
Mein aktuell bestellter nächster Volvo ist z. B. schon ab Werk auf 180 km/h begrenzt – für mich kein Problem.
Volvo geht mit diesem Schritt damit schon mal vorausschauend positiv voran.


Und den Bogen zu Harley-Davidson gespannt, die Bikes verleiten eh nicht so zum rasen. Der Genuss liegt dort schön beim fett entspannten cruisen.


Geschrieben von nogard am 24.04.2020 um 12:14:

um wie viele Tote wird sich die Statistik bei einem Tempolimit verbessern? Gibt es bereits Schätzungen, Prognosen?

Auf Landstraßen gibt es schon länger ein Tempolimit, wenn ich mich richtig erinnere.




Geschrieben von markus am 24.04.2020 um 12:25:

@Trifinish, so seh ich das auch.
Stärker Staat? Na dann ab nach China. Dem starken Staat fällt dann schon was ein wie er dich (Euch) an den Ei.. kriegt.
Na im Ernst. Ich rase ja nicht, dont drink and drive, hab auch sonst nen Lebenserhaltungstrieb. Aber seid ihr noch nie 130 über Land und fandet es geil? Ach so ihr geht stattdessen swingern, trinkt abends 5 Helle, oder schikaniert irgendwelche Mitmenschen. Ja dann könnt ihr auch sonst immer anständig sein.
Ich hab mal nen Zehner wegen zu kleinen Rückspiegeln gezahlt. Geschenkt. Das sei ja wegen meiner Sicherheit, sagte der Beamte. Ich antwortete ihm: 1. Diese Spiegel sind besser als die großen da die nicht wackeln, 2. Sagen Sie das dem Daimler Fahrer der nicht in seine Spiegel korrekter Größe schaut und mich beim Spurwechsel übersieht.
P.S. Ich bin eigentlich ein Vernünftiger.


Geschrieben von markus am 24.04.2020 um 12:31:

Ey Nogard, du spielst mit der Aussage mit dem Feuer.
Vernünftig wären nämlich:
30 innerorts
70 außerorts
100 auf der Bahn
und da jetzt jedes Leben zählt?
M.


Geschrieben von nogard am 24.04.2020 um 12:49:

Habe ich eine Aussage getätigt?

und wenn jedes Leben zählt, dann bitte konsequent sein und den privaten Personenverkehr einstellen. Solange sich Menschen lenkend in Metallmassen in einem Raum gemeinsam mit Fußgängern, Motorradfahrern und Radlern bewegen, wird es Tote geben.


Geschrieben von PaulHD48 am 24.04.2020 um 12:52:

hi nogard,
wenn auf Landstraßen   trotzdem mehr Menschen durch Verkehrsunfälle sterben,könnte vielleicht auch daran liegen, dass:
es hier mehr Kreuzungen als auf der Autobahn gibt?
das es hier mehr Abbiegespuren und Einmündungen als auf der Autobahn gibt?
das es wesentlich mehr gefährliche Kurven als auf der Autobahn gibt?
das die Landstraße im allgemeinen wesentlich unübersichtlicher ist als die Autobahn?
das der Fahrbahnbelag oft auch schlechter ist und die Fahrbahnbreite ebenfalls geringer

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Geschrieben von nogard am 24.04.2020 um 12:56:

klar, war ja rhetorische Frage bzgl. Landstraße, wobei subjektiv dort viele Gefahrensituationen entstehen weil eben das Tempolimit stark überschritten wird.

Nun, ich habe konkret nachgebohrt, was man sich in Sachen Verkehrssicherheit von einem Tempolimit erwartet? Allem Anschein nach ist Deutschland auch ohne flächendeckendem Tempolimit auf BAB sehr sehr sicher.

EDIT
Rangliste weltweit. Besonders interessant, wenn man die letzten 2 Spalten aufsteigend sortiert. Deutschland liegt demnach (nach motorisierten Fahrzeugen sortiert) auf Platz 9 der sichersten Länder der Welt und gleich auf mit Japan. Wie viele Länder weiter unten in der Tabelle haben ein Tempolimit? Fast alle!
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Verkehrstoten
Für mich ist ein Tempolimit ein weiteres Mittel um Geld einzutreiben und wird leider früher oder später durchgesetzt. Umwelt und Sicherheit sind nur Vorwände.


Geschrieben von PaulHD48 am 24.04.2020 um 13:23:

jo.
also muss der Gesetzgeber um Tempo 100 auf Landstraßen zu erreichen,das Tempolimit noch weiter runter setzten. jetzt die Raser-kmh wieder drauf addieren und man landet bei den gewünschten 100 kmh. Freude
wir feilschen uns unser Tempo quasi zurecht fröhlich

hier gibt´s dann auch wieder bissel mehr zu holen denn offizielle 70 kmh wären echt wenig und würden wahrscheinlich von jedem Normalo überschritten werden.

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Geschrieben von HeikoJ am 24.04.2020 um 13:51:

zum zitierten Beitrag Zitat von nogard
Auf Landstraßen gibt es schon länger ein Tempolimi

Nur hält sich kaum jemand dran, schon vergessen ?

EDIT:
und wenn man sich das hier anschaut ist nicht angepasste Geschwindigkeit vorne bei den Unfallursachen dabei, aber im Stillen wissen wir das ja alle. cool
Ein Kollege von mir fährt seine Rennmaschine auf dem Hänger zur Nordschleife, weil Motorradfahren auf der Straße ist ihm zu gefährlich ...

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Geschrieben von Middach am 24.04.2020 um 14:10:

Die gute Quote bei den Verkehrstoten in D liegt auch an der sehr guten Führescheinausbildung.

Ich persönlich habe auch keine Probleme mit dem neuen Bußgeldkatalog. Was mich aber sehr häufig stört, ist dass gefühlt Tempolimits an Stellen gemacht werden, wo gefühlt das unbegründet ist und dann an Stellen kontrolliert wird, wo garkeine Gefahrenstellen sind und umgekehrt wird nicht da kontrolliert, wo es sinnvoll scheint.

Ein Beispiel: Bei uns ist am Ortseingang eine ungesicherte Radwegquerung einer stak frequentierten Ortseingangsstraße. Da fahren morgens zu Hauf Kinder zur Schule und müssen die Straße queren. Ein Kind wurde bereits von einem Fend ( junger Mann, für Nichtrheinländer) der mit nachgewiesenen 90 kmh in den Ort gebrettert kam, tot gefahren. Und hier fahren fast alle mit deutlich mehr als 50 kmh in den Ort. Auf Nachfrage beim Amt, warum dort nicht kontrolliert wird: Keine Gefahrenstelle.

Andererseits wird der Kontrollettiwagen dann auf einer innerörtlichen Straße am Gewerbegebiet, die ca. 10 m breit ist, plus jeweils 3 m breitem Geh und Radweg auf beiden Seiten, hingestellt, damit dann Leute die dort 70 fahren, abkassiert werden können. Auf dieser Straße ist noch nie jemand durch einen Unfall zu Schaden gekommen, noch nicht mal ein Blechschaden. Da gibt es 5 Wohnhäuser und eine Ampelanlage für Fußgänger und Straßenverkehr.

Da fängt dann die Frage nach dem Sinn an.

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Neid muss man sich verdienen, Mitleid kriegst du geschenkt  großes Grinsen

Wer Rechtschreibfehler findet, sollte seine Interpunktion verbessern.cool


Geschrieben von HeikoJ am 24.04.2020 um 14:32:

zum zitierten Beitrag Zitat von Middach
Da fängt dann die Frage nach dem Sinn an.

Der Sinn ist, leider, das auf massives Drängen der Kommunen die Einnahmen aus den Geschwindigkeitskontrollen innerhalb der Kommune direkt an selbige abgeführt werden, deshalb wird versucht ein möglichst hohes Einkommen zu erzielen. Die Stelle wo die Kontrolle gemacht wird, sei es Mobil oder Fest, ist dabei völlig egal.
Polizeiliche Kontrollen dürfen NUR an ausgewiesenen Gefahrpunkten an denen eine Unfallhäufung nachgewiesen ist oder an neuralgischen Gefahrpunkten (Schule, Kindergarten, Altersheim, Wohn und Spielstraßen) vorgenommen werden.
Deshalb ist die Beobachtung schon richtig, was hat eine Kommune, außer Kosten, von Geschwindigkeitskontrollen an Stellen die nichts einbringen. Es gibt sogar Vertriebsfirmen, sorry, es soll sogar Vertriebsfirmen geben, die die Kommunen bei der Aufstellung von Blitzanlagen diesbezüglich beraten.

https://kommunal.de/radarfallen-recht

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Geschrieben von Scareya am 24.04.2020 um 14:59:

zum zitierten Beitrag Zitat von HeikoJ
Polizeiliche Kontrollen dürfen NUR an ausgewiesenen Gefahrpunkten an denen eine Unfallhäufung nachgewiesen ist oder an neuralgischen Gefahrpunkten (Schule, Kindergarten, Altersheim, Wohn und Spielstraßen) vorgenommen werden.

Diese Mär wird gerne erzählt, ist aber falsch. Es war nur lange Zeit so, dass Geschwindigkeitskontrollen genau so gerechtfertigt wurden. Kontrolliert werden SOLL an Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen (zumindest in einigen Bundesländern), es DARF aber grundsätzlich überall gemacht werden. Mittlerweile haben viele Kommunen jegliche Zurückhaltung verloren und geben auch offen zu, dass es ihnen in erster Linie um die exorbitanten Einnahmen geht. Selbst die Polizei hat mit dieser Abzocke Probleme.

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Mein Motorrad besteht aus mattschwarz lackiertem Stahl, glänzendem Chrom und ein wenig Gummi an den richtigen Stellen...


Geschrieben von Rene D. am 24.04.2020 um 15:20:

zum zitierten Beitrag Zitat von Scareya
. Mittlerweile haben viele Kommunen jegliche Zurückhaltung verloren und geben auch offen zu, dass es ihnen in erster Linie um die exorbitanten Einnahmen geht.

Passend dazu kam gerade im Radio ein Bericht darüber das auf Grund des aktuell geringen Verkehrsaufkommens die Stadt Bielefeld (Blitzer am Bielefelder Berg) rund 300.000€ Einnahmeverluste hat. Ja, man sprach wirklich von "Einnahmeverlusten".

Daran sieht man doch das in diesem Fall hier die Bußgelder nicht als notwendige erzieherische Strafmaßnahme sondern als "Einnahme" gesehen werden.

Gruß,
René