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Geschrieben von Karl H. am 04.08.2010 um 15:30:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Sodele, mein Paket ist immer noch nicht da, aber mit einem hinteren Kettenspanner vom Freundlichen geht‘s einen guten Schrit weiter.

Die Andrews 21 (links) hat einen um ca. 8° "früheren" Einlassnocken (vorne im Bild) für mehr Bums im Drehzahlkeller



 

Dank Kochplatte ist der Einbau mit einem "Blopp" erledigt 😁



 

Und wenig später ist die Einheit im Motor



 

Die Stössel werden mit Teilen eines "Foldback-Clip" aus dem Schreibwarenladen gehalten (Tip aus dem Handbuch)



 

Der innere Spanner darf bei Montage der Nockenwellen keinen Druck auf die Kette ausüben, sonst klemmt‘s 



 

Dann folgt das Anschrauben der Lagerplatte streng nach Vorschrift im Handbuch



 

 

Gruß
Karl

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Gruß

Karl


Geschrieben von Mande am 04.08.2010 um 18:48:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Hut ab, Karl



Gruss Andreas
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Geschrieben von *schibo am 04.08.2010 um 21:08:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

@mande

Nockenwellenkettenspannerwechsel wird hier im TC Forum schon fast als Standardoperation gesehen.

Selbst die Ohrensesselfahrer können dies! 👏


Geschrieben von Karl H. am 04.08.2010 um 21:25:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

@*schibo und alle anderen Leser

Bitte nicht vergessen, dass ich hier nicht die Fallen und Fehlermöglichkeiten bildlich zeigen kann, die bei einer solchen Arbeit lauern. Mehr als nur einen Ölwechsel sollte man schon im eigenen Erfahrungsschatz haben. Sehr hilfreich ist das Studium der Berichte von Leuten, die diese Arbeit schonmal gemacht haben. Äußerst wichtig ist auch ein gewissenhaftes Studium des Werkstatthandbuchs (nur das Original!). Und zwar so lange, bis man jeden Arbeitsschritt auch wirklich verstanden hat

Gruß
Karl

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Karl


Geschrieben von sir wolter am 04.08.2010 um 21:35:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

@

Karl👏

perfekt !!

Gruß

Walter

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Du hörst nicht auf zu fahren,wenn du alt wirst.Du wirst alt,wenn du aufhörst zu fahren.


Geschrieben von Karl H. am 04.08.2010 um 21:41:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Und weiter geht‘s:

Nach Verschraubung der Nockenwellenplatte ist das Zentrieren der Ölpumpe der nächste, wichtige Schritt!

Die Pumpe wird von den vier Schrauben rund um das Kurbelwellenritzel gehalten.

Diese werden zunächst nur ganz wenig und dann in kleinen Schritten angezogen, wobei zwischen den Schritten die Kurbelwelle jeweils eine Umdrehung bewegt wird. Dabei kann sich die Pumpe zum Kurbelwellenstumpf zentrieren.

Das Handbuch verbietet das Drehen der Kurbelwelle über die Ritzelschraube, weil diese bei zu großem Moment abreißen kann. Ich habe das mit einem auf 20Nm eingestellten Drehmomentschlüssel trotzdem gemacht. Die 20Nm liegen sicher unter dem für die Schraube gefährlichen Drehmoment und wurden beim Drehen der Kurbelwelle (Leerlauf und ohne Zündkerzen ) nicht annähernd erreicht.

In diesem Bild sieht man die beiden Schlüssel zum Anziehen der vier Schrauben und zum Drehen der Kurbelwelle. In Natura geht das nicht gleichzeitig



 

Die zierliche Feingewinde-Schraube für das große Zahnrad an der hinteren Nockenwelle braucht 46Nm! Der Drehmomentschlüssel muss was taugen, um da einigermaßen genau zu sein. Sonst kommt nach fest ab! Und rotes Loctite nicht vergessen...

Hier sieht man nun die komplettierte Steuereinheit 😁

 

Gruß
Karl

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Karl


Geschrieben von Karl H. am 04.08.2010 um 22:02:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Und noch eins:

Als einfache und technisch trotzdem einwandfreie Methode zur Herstellung eines Blockierwerkzeuges hat sich für mich die Verwendung von Epoxi-Knete herausgestellt.

Einfach ein gut Haselnuss-großes Stück zwischen die Räder drücken und 1/2 h warten.

Dabei darauf achten, dass die Knete nicht hinter die Zahnräder gedrückt wird, sonst lässt sich das Werkzeug nicht mehr abziehen

Der Formschluss dieses Werkzeuges ist perfekt und das Materieal sehr schonend für die Zahnräder! Das Teil kann beliebig oft wiederverwendet werden.



Gruß

Karl

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Karl


Geschrieben von zebru am 05.08.2010 um 18:57:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Kann jemand den ca. Preis für den Wechsel der NW-Spanner beim 😁 nennen?

mfg zebru


Geschrieben von sepp am 05.08.2010 um 19:15:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Hi Zebru

Die mir bekannten Preisangaben für den Spannerwechsel beim 😁 schwanken zwischen rd. 600,-€ und 1.200,-€.

Dank Karl, Ulifingerle und weiteren Forumteilnehmern werden jetzt auch in Eigenarbeit, dank der tatkräftigen Mithilfe von Springer56, die Spanner an Madam´s Heritage gewechselt.

Die Kosten belaufen sich auf rd. 200,- Euro (USA-Kauf) für das Material, bei Verwendung der originalen Stösselstangen und Nockenwellen. Die Lager werden durch Torrington ersetzt.

Sobald die Bastelei losgeht werde ich berichten, wie es einem Laien ergeht.

Sepp


Geschrieben von HD-Triker am 05.08.2010 um 20:46:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Hallo Karl,

erst mal danke für die vielen Infos und die sehr guten Bilder!

Hast du die Ketten an den Rückseiten poliert, oder wieder im ursprünglichen Zustand verbaut? ist es überhaupt möglich diese in "Heimarbeit" zu polieren?

Gruss Robert


Geschrieben von Karl H. am 05.08.2010 um 22:08:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

@zebru

Beim Vertragshändler liegen die Preise am oberen Ender der von Sepp genannten Skala. Selbst ein freier Schrauber in meiner Nähe will ca. € 900,- sehen.

@ HD-Triker

Zum Polieren der Ketten habe ich keine Idee. Eigentlich müssten die ja nach 50.000km Kontakt mit den Spannern völlig gratfrei poliert sein!?

Gruß
Karl

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Karl


Geschrieben von *schibo am 05.08.2010 um 22:25:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

@karl H

Der Epoxi Trick finde ich genial. Ich selbst habe damlas ein Stück Alu zurecht gefeilt (Schweiss).

Beim zentrieren der Pumpe habe ich einfach bei eingelegtem gang am Hinterrad gedreht.

Bin gespannt ob dein Motor beim ersten Anlassen auch klickert bis die Hydrostössel aufgepumpt sind.

Good Job!

Peter


Geschrieben von Karl H. am 05.08.2010 um 22:36:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner

Und hier der letzte Akt: Einbau der "Screaming Eagle quick install adjustable push rods" 😁

Wie berichtet, habe ich mir ja die Schrauberei an den Rockerboxen bei dieser und allen zukünftigen Arbeiten an den Nockenwellen erspart. Hierzu wurden die originalen Stößelstangen mit einem Bolzenschneider "zerstörend demontiert" (offizielle H-D Methode!). Und jetzt muss ich natürlich Stangen einbauen, die zum Einbau verkürzt werden können. Das sind die oben genannten von SE.

So sieht das Kit aus. Kürzere Stößelrohre schaffen Platz für die Einstellung der Stößelstangen.



 

Peter (silent grey) wollte wissen, ob die Dinger schwerer sind als die Originalstangen. Auf der Verpackung steht, dass das "Performance Parts" sind und die Garantie erlöschen kann. Ich also so ein Teil vom "Schreienden Adler" voller Erwartung auf die Waage gelegt:



Das sind 30g mehr als beim starren Original!!!   Na ja, sollte bei einem Treckermotor nicht viel ausmachen... 

So sieht die verstellbare Stößelstange nach dem Einfädeln aus. Das kürzere Stößelrohr schafft Platz zum Einstellen:



 

Und jetzt kommt der Arbeitsgang, wo man sich 3 Hände wünscht    Der kleine Schlüssel darf ein metrischer 8er sein!



 

Und schließlich ist alles rund um die Stößelstangen zusammengebaut 😁



 

Ein halbes Stündchen später, lief der Treckermotor wieder. Nach 3 Sekunden geklapper waren die Hydrostößel mit Öl gefüllt und das Klangbild des Motors war tadellos.😁

Morgen ist trockenes Wetter und Probefahrt! Bin gespannt, was meine neuen "Low-End-Torque" Nocken (Andrews 21) bringen😜

Gruß

Karl

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Gruß

Karl


Geschrieben von HD-Triker am 06.08.2010 um 13:46:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner


Karl H.:

@ HD-Triker

Zum Polieren der Ketten habe ich keine Idee. Eigentlich müssten die ja nach 50.000km Kontakt mit den Spannern völlig gratfrei poliert sein!?

Gruß
Karl

Hmm, dann sollte aber der Verschleiß nicht progressiv zunehmen, sondern müßte mit hoher Laufleistung immer weiter abnehmen?

Genaueres kann man wohl erst sagen wenn der zweite Wechsel fällig ist!

Gruss Robert


Geschrieben von Mande am 06.08.2010 um 13:58:

RE: Verschleiß Nockenwellenkettenspanner


Karl H.:
..........Morgen ist trockenes Wetter und Probefahrt! Bin gespannt, was meine neuen "Low-End-Torque" Nocken (Andrews 21) bringen😜Gruß

Karl
Wir sind schon alle ganz gespannt auf Deinen (Fahr-)Bericht. 😁

Gruss Andreas
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