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Geschrieben von sg-joe am 19.07.2012 um 21:28:

Zitat von viczena
Nixdestotrotz hat ChrisK recht damit, dass die relativ kleine Aufstandsfläche des motorrades das Aquaplaning praktisch ausschliesst....

Kann ich aus Erfahrung bestätigen. Anfang des Jahres habe ich ein paar Tage nach einer dreistündigen Regenfahrt beim Putzen bemerkt dass der Reifenmann den Vorderpneu verkehrt herum montiert hat. Ein Unterschied zum korrekten Einbau war für mich beim Fahrverhalten generell nicht feststellbar. Einzig beim Bremsen kam es mir nachträglich so vor als wäre der Grip nicht so gut gewesen.


Geschrieben von Tolot am 20.07.2012 um 12:18:

Zitat von sg-joe
Kann ich aus Erfahrung bestätigen. Anfang des Jahres habe ich ein paar Tage nach einer dreistündigen Regenfahrt beim Putzen bemerkt dass der Reifenmann den Vorderpneu verkehrt herum montiert hat. Ein Unterschied zum korrekten Einbau war für mich beim Fahrverhalten generell nicht feststellbar. Einzig beim Bremsen kam es mir nachträglich so vor als wäre der Grip nicht so gut gewesen.

Aber das Profil ist asymmetrisch - es ist also optisch nicht egal, wie herum der Reifen aufgezogen wird?

@ chrisk&viczena:
Egal, CkrisK kennt offenbar keine Vorschrift, die § 36 StVZO "überspielen" würde, also kommt es auf die Angaben des Herstellers an. Dies wird man aus § 36 I S.1 StVZO herauslesen können:

"Maße und Bauart der Reifen von Fahrzeugen müssen den Betriebsbedingungen, besonders der Belastung und der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, entsprechen".

Belastung und Geschwindigkeit ist klar, die Drehrichtung läßt sich unter "Betriebsbedingung" (er)fassen.
Ein Vorderreifen wird schon wegen der Belastung kaum als Hinterreifen geeignet sein.
Aber ein als Hinterreifen ausgewiesener Reifen kann bei Umkehrung der Drehrichtung mechanisch-"betriebstechnisch", als Vorderreifen verwendet werden. Die StVZO jedenfalls verbietet es nicht, mechanisch gibt es nichts zu erinneren, weil die Vorderreifen insofern nicht anders gebaut sind als Hinterreifen, sich eben nur entgegengesetzt drehen, wobei man aber noch fragen könnte, ob denn die Mißachtung der Drehrichtung wirklich ein Sicherheitsrisiko darstellt oder nur den Verschleiß fördert.
Es blebt die Frage des Profils. Das dürte aber wohl gerade beim Motorrad nicht entscheidend sein, denn es gibt ja offensichtlich ganz erhebliche Unterschiede bei den Motorradreifen:
Es gibt solche, die wie angeblich die Avon sich geradezu festsaugen, und solche wie die Dunlop, die gerade im höheren Alter (was ja nicht verboten ist, solange der Reifen noch keinen Schaden hat) kaum noch Grip auf Nässe haben. Da niemand gezwungen ist, sich einen besonders regengriffigen Reifen aufzuziehen, bzw. ein besonders mieser Reifen nicht verboten ist, kann es auch nicht verboten sein, den Regengrip durch "Umdrehung" des Profils zu verschlechtern, falls dies überhaupt wirklich signifikante Unterschiede bedeuten würde.


Geschrieben von sg-joe am 20.07.2012 um 12:34:

Angedenk meiner alten Guzzi-Zeiten hab ich nochmal gestöbert und bei einem Online-Reifenhändler dies gefunden:

"Der Avon Roadrider AM 26 ist ein englischer Reifen für Mittelklassemotorräder im Speedindex bis 240 km/h mit sportlichem Profil. Das Profil eignet sich für das Vorder-wie für das Hinterrad."


Geschrieben von matzhinrichs am 20.07.2012 um 13:52:

Hallo!

Bin kürzlich von Avon auf Metzeler umgestiegen.

Formate:
vo: 90/90
hi: 170/15

Avon vo. hielt 10.000 Km, hi. 15.000 Km.
Zu Metzeler kann ich noch nichts sagen. Die Reifen sind noch recht neu.

Vom Fahrverhalten her kam mir Avon in Kurven stabiler vor.
Bei Nässe habe ich keinen Unterschied bemerkt.

Gruß,
M.


Geschrieben von Tuppes am 20.07.2012 um 14:49:

hallo, ich habe mit dem Metzeler nur beste erfahrungen gemacht, habe aber vor jahren, nachdem die fa. metzeler den reifen optisch veränderte festgestellt, das der " neue" bei regen, oder auf nasser fahrbahn dem alten unterlegen ist/ war! ansonsten ist der reifen absolut langstreckentauglich; baut allerdings im letzten viertel seines lebens extrem schnell ab! nachfragen beim hersteller, warum denn die optik verändert wurde ,( die alte optik sah besser aus) blieben leider unbeantwortet! trotzdem ist der reifen " erste sahne" . lg. Herby


Geschrieben von el rubio am 21.07.2012 um 08:33:

werde n.W. beim 16k Service auf die Metzeler umrüsten lassen, die Originalen hatten zwar hohe Laufleistung aber bei Regen keinen Grip.
Gute Fahrt großes Grinsen


Geschrieben von HMME am 21.07.2012 um 19:30:

Also ich muss mal sagen das die Geschichte Avon vs. Metzeler von der Maschine respektive dem Fahrwerk abhängt.
Ich habe auf meiner Ex-Trude VS1400 (110 auf 19" vorn, 170 auf 15" hinten) die ME880 gehabt... trocken ein Gedicht, nass eine Katastrophe... der Avon Venom in beiden Sachen stark.
Auf meiner Fat Bob habe ich den Metzeler ME880 (130 auf 16" vorn, 200 auf 16" hinten (original ist 180) und bin trocken sowie auch im nassen sehr zufrieden. Kein Vergleich zum Verhalten bei nasser Fahrbahn mit der Trude.

Micha


Geschrieben von Tolot am 24.07.2012 um 12:27:

Habe mal wegen des Profils nei Nässe (Hinterreifen entgegen der Drehrichtung nach vorne) bei Metzeler (Pirelli) nachgefragt. Interessante Antwort:

Die Frage von Aquaplaning und der möglichen bzw. einer optimierten Wasserverdrängung bei einer aufgrund einer bestimmten Drehrichtung werde erst ab einer Geschwindigkeit von ca.100 km/h und einem Wasserstand von ca. 5 mm auf der Straßenoberfläche relevant.

Das klingt für mich, der ich selbst bei trockener Straße kaum über 100 km/h fahre und wenn es feuchtelt (egal wie hoch das Wasser steht) erst recht nicht, so, daß ich den ganzen Profilkram vergessen kann. Aber noch besser:

Weiter sagen die Fachleute, daß in dem Geschwindigkeitsbereich darunter für die Haftung sowohl bei trockener als auch bei feuchter bis nasser Fahrbahn die chemische Adhäsion d.h. die molekulare Struktur des Laufflächengummis verantwortlich sei. Für diese sei einzig die Fläche der Auflage des Gummis auf der Fahrbahn von Bedeutung. Und diese ändere sich - offenkundig (sage ich) - nicht mit einer Änderung der Drehrichtung.

Also: Für mich heißt es: Scheiß auf die 1,6mm Mindestprofil, je weniger Profil destso besser, erst recht wenn die Straße feucht ist.

Und für die Frage "Hinterreifen nach vorn" ist das Profil für alle, die bei feuchter oder gar überschwemmter Straße "langsam" oder besser "angepaßt" fahren, ohne jede Bedeutung. Also kann ein Hinterreifen bedenkenlos vorne gefahren wenn, wenn er "entgegengesetzt" montiert wird.


Geschrieben von Rolliglider am 24.07.2012 um 14:38:

Also: Für mich heißt es: Scheiß auf die 1,6mm Mindestprofil, je weniger Profil destso besser, erst recht wenn die Straße feucht ist.


Das ist ein alter Hut, Slickreifen haften IMMER besser (bei trockener Str.), da sie eben 100% Positivprofilanteil haben.

Bei "normalen Reifen" im üblichen Straßenverkehr muss aber für Regen mit Aquaplaning durch Profilierung vorgesorgt werden. Natürlich bleibt das Verhältnis von Positiv- zu Negativprofilanteil jedem Hersteller selbst überlassen und dem zu Folge sind manche Reifen halt besser bei Nässe. Aber da man nie weiß, was kommt, muss man halt einen Kompromiss eingehen. Es sei denn, man fährt nie im Regen (soweit das geht), dann kann man einen Reifen mit hohem Positivprofilanteil wählen, klar.

Dennoch wird sich ein "verkehrt rum" montierter Reifen schneller im Profil abfahren (Sägezahn), da er eben konstruktiv nur für die eine Laufrichtung gebaut wurde. Bei der relativ kurzen Lebenszeit von Moppedreifen kann man das aber evtl. vernachlässigen....

__________________
E-Gliden: Die schönste Art, Benzin zu verbrennen. Aber kein E-Zeugs.


Geschrieben von Tolot am 24.07.2012 um 17:05:

Zitat von Rolliglider
Also: Für mich heißt es: Scheiß auf die 1,6mm Mindestprofil, je weniger Profil destso besser, erst recht wenn die Straße feucht ist.

Das ist ein alter Hut, Slickreifen haften IMMER besser (bei trockener Str.), da sie eben 100% Positivprofilanteil haben.
Bei "normalen Reifen" im üblichen Straßenverkehr muss aber für Regen mit Aquaplaning durch Profilierung vorgesorgt werden.

Offenbar hast Du nicht richtig gelesen, denn die Metzeler-Jungs sagen, daß dies bis 100km/h und 5mm Wasserstand auf der Straße auch für nasse Straßen gelte. Bis dahin sei das Profil bei Nässe ohne jede Bedeutung, Bedeutung habe es erst ab 100km/h und über 5mm Wasser auf der Straße.

Dennoch wird sich ein "verkehrt rum" montierter Reifen schneller im Profil abfahren (Sägezahn), da er eben konstruktiv nur für die eine Laufrichtung gebaut wurde. Bei der relativ kurzen Lebenszeit von Moppedreifen kann man das aber evtl. vernachlässigen....

Das ist ein weiterer Aspekt, den ich noch nachfragen werde-


Geschrieben von Rolliglider am 25.07.2012 um 12:39:

Sorry, ich interpretiere die Aussage anders: Dass das Profil - welches auch immer - erst AB 100 bzw. den 5 mm Wasser eine größere Rolle spielt, mag ja ok sein, aber das wichtige Wort ist PROFIL . D.h. meine Aussage hat Bestand, denn ein Slick wäre bei Nässe auch unter 100 und < 5 mm sehr (Lebens-) gefährlich.

Fazit: Profilgestaltung < 100 / 5 mm ziemlich egal, aber es muss eben ein Profil zur Nässeverdrängung vorhanden sein.

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Geschrieben von Tolot am 25.07.2012 um 13:22:

Zitat von Rolliglider
Sorry, ich interpretiere die Aussage anders: Dass das Profil - welches auch immer - erst AB 100 bzw. den 5 mm Wasser eine größere Rolle spielt, mag ja ok sein, aber das wichtige Wort ist PROFIL . D.h. meine Aussage hat Bestand, denn ein Slick wäre bei Nässe auch unter 100 und < 5 mm sehr (Lebens-) gefährlich.
Fazit: Profilgestaltung < 100 / 5 mm ziemlich egal, aber es muss eben ein Profil zur Nässeverdrängung vorhanden sein.

Tja. Ich weiß es nicht besser, ich gebe nur wieder, was die Fachleute mir sagen. Ich habe deren Antwort nur in die indirekte Rede gesetzt. Und wenn es dort heißt, daß in dem Geschwindigkeitsbereich unter 100km/h und 5mm Wasser auf der Straße für die Haftung sowohl bei trockener als auch bei feuchter bis nasser Fahrbahn nur die chemische Adhäsion d.h. die molekulare Struktur des Laufflächengummis, verantwortlich und für diese einzig die Fläche der Auflage des Gummis auf der Fahrbahn von Bedeutung sei, dann sehe ich da weder Anlaß noch Spielraum für die Auslegung, daß ein Profil hierbei helfen würde. Sondern im Gegenteil ist, wenn diese Aussage zutrifft, evident, daß je weniger Profil destso mehr Auflagefläche und deststo mehr chemische Adhäsion.
Die Antworter der Metzeler mag falsch sein, das kann ich nicht beurteilen, vielleicht auch mißverständlich formuliert, aber wenn sie so richtig ist, dann ist in _diesem_ Bereich Profil für die Haftung nur schädlich.
Aber ich stimme Dir zu, daß dann, wenn das Profil Aquaplaning verhindern soll, was mit zunehmender Reifenbreite umso eher der Fall ist, die "Richtung" des Profils Auswirkungen haben wird.
Letztlich spielt es aber für die hier relevante Frage des "Umdrehens" des Reifens keine Rolle: Bei "vernünftiger" Fahrweise ist dies auch bei Regen unbeachtlich.

Nachtrag: Bei http://motorrad.wikia.com/wiki/Reifen findet man:
"Auch wenn bei Motorradreifen auf Grund der kleinen Reifenaufstandsfläche eher die Zusammensetzung der Gummimischung (z. B. Höhe des Silica-Anteils) den Nassgrip bestimmt, kann bei extremem Regen ein gutes wasserabführendes Profil den Unterschied zwischen Sturz und Weiterfahrt ausmachen."
sowie zum Metzeler Roadtec Z6:
"Er hat hinten kein Profil in der Mitte der Lauffläche ... Durch eine entsprechend haftfähige Gummimischung ist das fehlende mittige Profil des Hinterreifens jedoch kein Problem auf nasser Fahrbahn."


Geschrieben von Wheeler am 25.07.2012 um 14:09:

Offtopic:
Du schaffst es echt mit deinem Hobel nie im nassen und nie über 100km/h zu fahren?


Geschrieben von Chrisk am 25.07.2012 um 14:13:

Es verhält sich ganz einfach: viel Negativprofil (zu sehen zum Beispiel an Renn-Regenreifen Vorderrädern) gibt einen höheren Flächendruck, die Vielzahl der Kanten einen großen Grenzbereich.

Alle Strassenreifen funktionieren mit weniger Profil immer schlechter bei Nässe. Auch hier ist es ganz einfach: Der Reifen wird immer wieder warm und kalt, was für dem Laufflächengummi massiv zusetzt.
Daher glaubt auch jeder hergelaufene, dass der neue Reifen (oft ein neur Typ oder andere Marke) viel besser ist als der alte.
Hätte man jedoch den gewohnten Reifen durch den gleichen in Neu ersetzt, wäre das Resultat auch das gleich.
Handling und Grip wären erheblich besser.
Einige Reifen sind sogar nur auf dem ersten oder zweiten Laufflächenmillimeter gut und bauen dann schon erheblich ab. Mir fällt da spontan ein Hersteller ein, oder waren es zwei ...


Geschrieben von viczena am 25.07.2012 um 17:51:

Der erste heisst Dunlop- Der zweite auch...