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Geschrieben von motorcycle boy am 17.01.2026 um 13:29:

Vor diesem Hintergrund wird sich für die nächsten 2 - 3 Jahre die weitere Talfahrt von HD in der Tendenz nicht ändern können, egal was Artie Starr veranstaltet, denn Motorräder nach westlichem Geschmack sind Luxusspielzeuge. Und die üblichen Harley-Rentner fahren meist ihre vorhandenen Motorräder weiter und kaufen sich nach meiner Erfahrung eher selten was Neues, weil sie dafür ihre Vorsorgeersparnisse angreifen müssen. 


Jobangst statt Börsenangst

“Das eigentliche Problem in den kommenden zwölf Monaten oder den kommenden 24 oder 36 Monaten, jedenfalls bis zum Ende der Amtszeit von Donald Trump, werden für viele Anlegerinnen und Anleger hierzulande nicht die Börsenkurse sein – sondern die Frage: Wie ist das eigentlich mit meinem Job? Wie funktioniert die exportorientierte deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten die Weltwirtschaftsordnung, wie wir sie seit 70 Jahren kennen, komplett infrage stellt?“

Die Frage bleibt: Wie lange sind die aktivistischen HD-Aktionäre noch gewillt, sich das anzuschauen, bevor sie lieber mit einem chinesischen Investor Kasse mit der Marke machen?

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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)


Geschrieben von Johnnybegood am 17.01.2026 um 16:09:

Ich möchte jetzt nich politisch werden, aber am Niedergang Deutschlands ist Donald Trump ausnahmsweise mal nicht schuld.. 😅

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Taxation is theft.


Geschrieben von Hörbi am 17.01.2026 um 16:50:

zum zitierten Beitrag Zitat von v2devil
immer nur neue (langweiligere) Lackierungen an Moppeds ohne Innovation zu immer höheren Preisen lockt halt niemand mehr hinterm Ofen vor...
Einfach nur "Limited" auf die ollen Kamellen zu kleben reicht halt nicht mehr

Ganz so isses m.E. nicht. Es hat viel getan bei HD. Es wurde vieles versucht.
Ob man das nun gut findet oder nicht ist eine andere Sache. Aber einen Mangel an Veränderung kann man ihnen nicht vorwerfen. 
Was viel schwerwiegender für europäische Händler ist, sind die politischen und militärischen Exzesse des DT. 
Wer will amerikanische Produkte zu dieser Zeit?


Geschrieben von motorcycle boy am 17.01.2026 um 17:32:

zum zitierten Beitrag Zitat von Johnnybegood
Ich möchte jetzt nich politisch werden, aber am Niedergang Deutschlands ist Donald Trump ausnahmsweise mal nicht schuld.. 😅

Das nicht, aber dass  bisher die USA im Wesentlichen seit 1990  die europäische Sicherheit bezahlt hatten, hat den Niedergang der EU seit 2008 kaschiert. DT hat die europäischen Schwächen schonungslos offenbart. Und wenn D sich faktisch auch noch für eines von zwei Hauptabsatzgebieten  [USA oder China] außerhalb der EU entscheiden muß, hat das schon auch was mit DT zu tun.

Es ist wie immer: Für einen perfekten Sturm wie jetzt braucht es mehrere äußere Auslöser, um die inneren Schwächen oder Bequemlichkeiten oder typisch deutschen Nachkriegs-Lebenslügen (wie z.B. „Die USA sind unsere Freunde“) als nicht mehr aufrechtzuerhalten bloßzustellen. Das hätte zumindest die alte BRD schon immer realistisch sehen können, denn schon Frankreichs Ex-Präsident Charles de Gaulle hat weiland gesagt : „Staaten haben keine Freunde, nur Interessen.“

Die USA bedrohen uns nicht. Sie retten uns nicht. Für sie ist die EU schlicht und einfach mittlerweile offen ausgesprochen ein Konkurrent oder Rivale. Sie machen wegen eigener Geldknappheit und Deindustrialisierung mittlerweile nur ohne das frühere moralische Tarnmäntelchen  unverblümt Interessenpolitik. Diese Masche „wertegeleitete Außenpolitik“  ist durch und kommt auch nicht wieder. Aber wie schon Mark Twain vor rund 150 Jahren über die Deutschen so treffend bemerkte:  „wenn die Welt untergeht, ziehe ich um nach Milwaukee (weil da bis WKII rund 85 % der Einwohner deutscher Herkunft waren), da geht die Welt zehn Jahre später unter“  . Aber der typisch deutsche Dogmatismus hat diese nüchterne sachliche Analyse seit Jahrzehnten in der alten BRD  und auch noch in D bis vor kurzem als „politisch unkorrekten Antiamerikanismus“ gecancelt. Da ist das unsanfte Wecken durch DT und P und Xi natürlich schmerzhaft und führt zu entsprechend hartnäckiger Konsumzurückhaltung. Typisch, wenn man die Welt nach Jahrzehnten plötzlich so sieht (sehen muß), wie sie ist …



Sorry fürs OT, aber was ich damit in Bezug zum Thema sagen will: Die Zeit der Lebenslügen ist endgültig vorbei und kommt auch nicht wieder. Die harten ökonomischen Randbedingungen haben wahlweise   HD‘s oder auch D’s Schwächen oder die der EU-Konstruktion erst ans Licht gebracht. Das ist jeweils der gleiche Mechanismus. Die Kohle fehlt und die Schulden steigen ins Unerträgliche, was ein „Weiter So“ unmöglich macht. Und Einschnitte sind immer unpopulär. In früheren Zeitläuften gab es bei so einer Entwicklung alle 30 bis 40 Jahre einen Großkonflikt, um die Bilanzen wieder geradezuziehen. Dreimal dürft Ihr raten, wer jedesmal der Hauptbetroffene war  großes Grinsen

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Geschrieben von phantomf4 am 17.01.2026 um 17:36:

zum zitierten Beitrag Zitat von Hörbi
zum zitierten Beitrag Zitat von v2devil
immer nur neue (langweiligere) Lackierungen an Moppeds ohne Innovation zu immer höheren Preisen lockt halt niemand mehr hinterm Ofen vor...
Einfach nur "Limited" auf die ollen Kamellen zu kleben reicht halt nicht mehr

Ganz so isses m.E. nicht. Es hat viel getan bei HD. Es wurde vieles versucht.
Ob man das nun gut findet oder nicht ist eine andere Sache. Aber einen Mangel an Veränderung kann man ihnen nicht vorwerfen. 
Was viel schwerwiegender für europäische Händler ist, sind die politischen und militärischen Exzesse des DT. 
Wer will amerikanische Produkte zu dieser Zeit?

richtig, man sehr viel versucht und bei fast allen Versuchen "erfolgreich" ins Klo gegriffen... hat da jetzt die Marketingabteilung gepennt oder war das Sendungsbewustsein des TurnschuhCEO zu gross?? Kann man trefflich drüber streiten 

Der Zusammenhang zwischen Politik und Kaufverhalten mag so sein, aber Harley ist weder ein Staatsprodukt noch hat der angebliche Verursacher unmittelbar etwas mit der Company zu tun. Sollte man schon emotionslos trennen.

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gruss aus Niederkassel 


Geschrieben von motorcycle boy am 17.01.2026 um 17:53:

Klar ist es primäre Aufgabe des CEO, zukünftige (Markt-)Entwicklungen,wie ich sie in meinem letzten Beitrag skizziert habe, vorauszusehen und das daraus resultierende Verhalten der werten Kundschaft richtig abzuleiten. Und da haben Zeitz und sein Vorgänger Levatich fundamental versagt. 

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Geschrieben von HeikoJ am 18.01.2026 um 18:09:

zum zitierten Beitrag Zitat von motorcycle boy
statt die Juneau-Avenue verkaufen zu wollen und mit der Belegschaft nur noch per Home office zu kommunizieren.

Wer sich nicht auf den Bloomberg Artikel von 17 Oktober 2022 der dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat weil HD das Gebäude nach der Pandemie nicht sofort wieder vollständig geöffnet hat verlassen möchte findet hier ( auf Englisch ) die passenden Artikel zu den wirklichen Zuständen aus der lokalen Milvaukee Zeitung. Harley strebt seit längerem an sein ursprüngliches Werksgelände ins "National Register of Historic Places" eintragen zu lassen und nicht nur, wie Stand jetzt, das Hauptgebäude und die Factory No. 7.  Mit der Eintragung ließen sich bis zu 40 Prozent Grundsteuern einsparen, dafür müssen aber bestimmte Vorausetzungen erfüllt sein, zum Beispiel müsten etwa 80 Prozent des Geländes öffentlich zugänglich sein. 

Was Home Office betrifft sollen ab März 2026 die Mitarbeiter die im Radius von 80 Kilometern um Milvaukee wohnen für drei Tage in Büro kommen, ab September dann für 4 Tage. Das passt zu den meisten US Regelungen ( außer Tesla ) im automotive Bereich.

Zum toten Pferd XL das von einigen mit aller Gewalt weitergeritten werden soll mag ich nichts mehr schreiben. 

Was jetzt woke ( laut Duden ) „in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung“ mit Motorrädern zu tun haben soll ist mir nicht ganz klar.

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'First shalt thou take out the Holy Pin. Then, shalt thou count to three. No more. No less. Three shalt be the number thou shalt count, and the number of the counting shall be three."


Geschrieben von motorcycle boy am 22.01.2026 um 18:56:

Da ist viel wahres dran:






Kernzitat für mich: „Harley wurde loyal zur Wallstreet und hörte nicht mehr auf die Mainstreet“

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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)


Geschrieben von Gray2661 am 22.01.2026 um 20:34:

Das Zitat trifft es gut, treffende Analyse aber auch viele Allgemeinplätze im Video. Vor vielen Jahren waren es vor allem die MCs die Harley überleben ließen, als sonst kaum einer die Kisten haben wollte. Die DNA der Marke zu vernachlässigen ist vielleicht die größte Fehlentscheidung gewesen. 
/Gray


Geschrieben von HeikoJ am 22.01.2026 um 20:42:

Ja was den nun ???

Zitat "Diese Tradition welche unerschütterliche Stärke war ist zunehmend zu einer Last geworden"

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Geschrieben von tcj am 22.01.2026 um 20:54:

zum zitierten Beitrag Zitat von motorcycle boy
Da ist viel wahres dran:






Kernzitat für mich: „Harley wurde loyal zur Wallstreet und hörte nicht mehr auf die Mainstreet“

Aber auch viel widersprüchliches,
zuerst das fehlende Rückbesinnen auf die klassichen Dinge und Klientel und eklatante Fehlentscheidungen ala Liverwire (Ok fröhlich ) und Adventure Einstieg mit der Pan America usw.,
dann wieder der Vorwurf des kapitalen Fehlers, das versäumt wurde das aktuelle junge Klientel mit kleinen modernen Maschinen aller Ausrichtungen ua. auch Adventure zu bedienen ab 20:40.
Also völlig konträre Ansichten innerhalb 30min ... in diesem Beitrag

oder auche der YT Beitrag von HeikoJ ... welcher dem vorigen Aussagen ja genauso widerspricht, also eine einheitliche Linie ist bei diesem Kanal nicht gegeben Augen rollen

Aber beim Kernzitat bin ich voll bei dir - an den Kunden vorbei, hauptsache "kurzfristig" in der Wallstreet und Bürokraten zufriedenstellen.


Geschrieben von dieTor am 22.01.2026 um 21:05:

zum zitierten Beitrag Zitat von dieTor
zum zitierten Beitrag Zitat von motorcycle boy
Da ist viel wahres dran:

Interessantes Video von motorcycle boy, in dem viele Aspekte und Facetten der letzten Jahre angesprochen werden.

Aber, zusätzlich! sorgt die sich noch weiter verstärkende Ablehnung (von großen Bevölkerungsschichten) dieses Präsidenten für eine Amerikaablehnung und Boykottierung und hemmt jegliche Unterstützung.
Einen gesunden Patriotismus im eigenem Land halte ich für ok, aber nicht so absurd weltpolitisch.

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* Ich habe Vorurteile, aber meistens treffen sie zu *


Geschrieben von motorcycle boy am 23.01.2026 um 01:12:

Man sehe sich die eingebetteten zwei Grafiken an. Zwar ist der Gesamtmarkt 25 um 25% reduziert, aber andere haben ihre Marktanteile vergrößert auf Kosten von KTM (klar, die Insolvenz), am zweitstärksten Harley und wesentlich moderater am drittstärksten Suzuki  und am vierstärksten Yamaha.  Irgendwas scheint Harley deutlich falscher zu machen als die anderen. Es kann ja nicht nur der €5+ Sound als Kappung eines vermeintlichen Alleinstellungsmerkmals von Harley sein, den müssen die anderen ja auch einhalten  (BMW hatte in der Heritage-Sparte sogar serienmäßige Klappenauspüffe), und für die anderen gibt es auch Zubehörauspüffe, also auch Soundbedarf beim Kunden , und das teilweise von denselben Herstellern. KTM ist ein Sonderfall, denn eine Insolvenz schreckt natürlich ab. Wer kauft schon ein neues Motorrad ohne Garantie und gesicherte Ersatzteilversorgung.


BMW Motorrad auch 2025 mit hohem Absatz

Das von weniger als der Hälfte der verkauften Motorräder 25 vs 24 dauerhaft nicht gleich viele Händler als offizielle HD-Dealer überleben können, ist auch klar.  Diejenigen, die keine hohe Gewerbemiete oder Kreditraten für den Verkaufspalast drücken, machen als Freie weiter, und da wird es ihnen ohne Vorgaben von HD, welche Modelle sie zu welchem EK-Preis nehmen müssen, oft besser gehen. Die anderen machen schlicht und einfach zu und werden die Schulden über die Insolvenz los.

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Geschrieben von 0liver am 23.01.2026 um 11:05:

Quo vadis Harley-Davidson? Nun - ich für meinen Teil konnte mir diese Frage vor einigen Tagen bei einem Besuch in laut Eigenwerbung "einem der größten Harley-Davidson Händler in Europa" hier in F***furt beantworten. Der Ansprechpartner vom Verkauf tauchte trotz Termin (!) nicht auf und auf freundliches Nachfragen wusste niemand von nichts. Im Verkaufsraum standen neben dem gefühlten Dutzend Vorführer eine Handvoll gebrauchter Mopeds herum, an keinem davon hing sowas wie ein Verkaufsschild mit Infos oder Preisen. Fragen konnte man niemanden, war ja niemand da. Unfassbar, sowas. Kann natürlich auch mit einer völlig überzogenen Erwartungshaltung meinerseits zu tun haben. Wäre ja noch schöner, wenn abgemachte Termine eingehalten werden. Ist ja sowas von uncool.     

Selbstverständlich hat diese extrem traurige Erfahrung nur anekdotische Evidenz und lässt nur bedingt Schlüsse auf die Gesamtsituation zu - aber für mich persönlich heißt das übersetzt: Wir sind satt, Kunde als Bittsteller, wir brauchen Eure Kohle nicht, unsere tollen Euro5+-Kisten verkaufen sich wie geschnitten Brot von selber und spätestens wenn die mit viel Brimborium angekündigten tollen neuen Farben der 2026er Modelle da sind, stehen die Leute Schlange. OK, war'n Spässken. Mit der Werkstatt hatte ich mit meinen Mopeds bislang absolut gute Erfahrungen gemacht, aber beim Thema Verkauf ist der Laden für mich persönlich sowas von durch. Ich glaube, die haben den Schuss noch nicht gehört. Schaun'mer mal, wie lange das noch gutgeht.

Ich dachte immer, in der Saure-Gurken-Zeit werden die Verträge für die Saison gemacht. Daran gemessen sieht es für HD stockfinster aus.


Geschrieben von motorcycle boy am 23.01.2026 um 12:37:

Daran wird Harley zu kauen haben. Ist erheblich stilsicherer als die Heritage.

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