Wenn Du es erst mit dem Mapping versuchen willst, wäre mein Tip „diag4bike“. Such Dir eine freie Werkstatt, die das führt. Das geht wesentlich kompromissloser zur Sache als das HD - SE Stage I -Mapping (die müssen als OEM irgendwie politisch Rücksicht nehmen) und lässt sich natürlich auf Wunsch auch noch auf dem Prüfstand individuell anpassen, was aber bei einem typischen Stage I -Umbau (Luffi, Puffi) nach meinen Erfahrungen überhaupt nicht nötig ist.
Meine Erfahrung ist aber, dass schon 883-EU3-Sporties („5HD“ bis 2016) dieses Mapping benötigen, um unter 2000/min nicht zu ruckeln = mit schleifender Kupplung gefahren werden müssen. Die 1200er-Sporties sind da nach meiner Erfahrung nochmals deutlich sensibler und benötigen zusätzlich

noch die Umrüstung der Sekundär - und besser auch der Primärübersetzung auf 1HD (USA Inlandauslieferung für 883 und 1200), um unter 2000/min im ersten wirklich weich und rund zu laufen: Doch, das geht
Ich habe direkt vor unserem Haus einen engen Verkehrskreisel, wo sich das objektiv gut vergleichbar austesten lässt. Mapping vergleichmässigt nur die Gaskräfte (gerade im unstetigen Bereich,= Drosselklappenbewegung, Gasannahme, abervauch Konstantfahrruckeln) , während die Wuchtung bei bestimmten Drehzahlen die rüttelnden Massenkräfte gerade auch bei konstanter Drehzahl ausgleicht. Je weiter weg der Motor von diesen Drehzahlen dreht, desto rüttelnder läuft er. Deswegen läuft eine Sporty bei 3000/min fast ohne Vibrationen, während sie am weitesten davon entfernt (bei unter 2000/min oder über 4000/min) immer stärker rüttelt.Durch eine stärkere Übersetzung dreht der Motor bei niedrigeren Geschwindigkeiten höher und somit näher und rüttelärmer an den optimalen 3000/min.
Irgendwie ist das auch logisch, dass das alles notwendig ist, denn bis auf die Zylinder und Kolben und bei 5HD (Export) Primär und Sekundärübersetzung sind die Motoren identisch, insbesondere was die Kurbelwellen-Masse und die Optimierung ihrer Wuchtung auf Rundlauf bei bestimmten Drehzahlen (hauptsächlich 3000/min) betrifft. Was viele nicht wissen: man kann die Wuchtung nur auf bestimmte Drehzahlen (und ihre „Obertöne“

, Musiker wissen, was ich meine, doch das führt jetzt zu weit …) optimieren. 3000/min bedeuten bei der 883 im fünften Gang 55 Miles/hr, was exakt das übliche Landstraßen und häufig auch Autobahntempolimit in den USA ist. Na wenn das mal das ein Zufall ist. Daran sieht man, dass die 1200er in USA bei den gleichen Übersetzungen wie die 883 eben auch bei diesem am häufigsten gefahrenen Tempo im fünften Gang optimal rund läuft. Bei 5HD wegen der vielfach strengeren Lärm - und Abgasbestimmungen z.B. in der EU wurde die 1200er nach typischer HD-aufwandsarmer Methode einfach viel zu lang übersetzt, um die Grenzwerte einzuhalten.
Dass die Buell als Wettbewerberin zu europäischen und japanischen Sportbikes positioniert war, erkennt man auch daran, dass nur hier die Sporty-Kurbelwellen auf optimalen Rundlauf erst bei 4500/min gewuchtet waren. D.h. eine Buell läuft analog zu zeitgenössischen luftgekühlten Ducatis als direkten Wettbewerberinnen genau wie diese unter 3000/min äußerst rumpelig, ohne dass irgendein Mapping dagegen helfen könnte. Da Ducatis als Kurzhuber eine noch deutlich leichtere Kurbelwelle ermöglichen, wurde das zur Erhöhung der Drehfreudigkeit bis zum Exzess ausgereizt, sodass die sogar erst ab 4500/min so richtig rund liefen und das auch noch mit extrem schwergängigen Kupplungen. Insofern war die Buell eine ernsthafte Alternative im luftgekühlten V2-Sportsegment mit weniger Ruckeln schon ab 3000/min
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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)
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