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Hydrostößel Evo zerlegen

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Hydrostößel Evo zerlegen

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motorcycle boy ist offline motorcycle boy · 2182 Posts seit 01.09.2018
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Neuer Beitrag 21.12.2025 20:44
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Starre Stößel werden spielfrei eingestellt.“ stammt aus den Zeiten bis Shovelhead einschließlich.

Die noch von Bill Harley seit 1936 gewählte Auslegung sah tatsächlich vor, dass die Wärmedehnung von Zylinder und Kopf STATISCH (!!!)  immer größer war als die von Ventilschäften, Stößelstangen und Stößeln. Das heißt, je wärmer der Motor, desto größer das Ventilspiel, was ich selber über 20000 km als Nähmaschinengeklapper, das mit immer wärmerem Motor immer nervtötender wurde, „goutiert“ habe. 

Die Betonung liegt dabei auf „STATISCH“. Das heißt, bei schnellen DYNAMISCHEN Temperaturänderungen wie typisch für die Warmlaufphase, muß man äußerst verhalten am Gasgriff drehen, denn der Ventilteller  (insbesondere des Auslaßventils, an dem geöffnet auch noch die heißen Abgase vorbeistreifen) ist Teil des Brennraumes und verlängert damit seinen Ventilschaft erheblich „schneller“, als sich Kopf und Zylinder erheblich langsamer wegen größerer Metallmasse und größerer Entfernung vom Brennraum ausdehnen. Während dieser Effekt bei (D) OHC-Motoren unerheblich ist, ist er bei OHV-Motoren wie den klassischen HD-Motoren entscheidend. Sprich, wenn ich mit starren Stößeln nicht ganz behutsam warmfahre, wird das Ventilspiel nicht mit zunehmender Erwärmung kontinuierlich größer, sondern wegen der unterschiedlich schnellen Temperaturerhöhung von Ventilschaft vs Zylinder und Kopf KLEINER bis „unter Null“, d.h. das Ventil bleibt offen und wird seine Wärme nicht mehr los. Wenn der Motor konstante Betriebstemperatur erreicht hat, ist das Ventilspiel bei starren Stößeln hingegen in jedem Fall größer als das Nullspiel beim Starten des kalten Motors, was durch die schon von Bill Harley gewählten höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten von Kopf und Zylinder gegenüber Ventilschaft, Stößel und - Stange erreicht wird.

Da dieser Effekt aber nur bei STATISCHEN Temperaturverhältnissen (konstant Warm gegenüber konstant kalt) erreicht wird und bei ZU DYNAMISCHEN Temperstursteigerungen wie oben erläutert, schnell ins Gegenteil kippen kann, sprich, wegen zu lang gewordenem Ventilschaft setzt der Ventilteller nicht mehr auf seinen Sitz auf, das Ventil wird seine Wärme nicht los und wird thermisch zerstört, hat der Sohn von Bill Davidson nach den einschlägigen schlechten Erfahrungen mit unsensiblem Warmfahren der Knuckleheads mit serienmäßigen starren Stößeln bei seiner Panhead-Konstruktion auf Hydostößel gesetzt, die sich bei ZU DYNAMISCHEN Temperatursteigerungen eben auch zusammendrücken lassen und damit auch bei unsensiblem Warmfahren zumindest für Nullspiel und damit das sichere Aufsetzen des Ventiltellers auf seinen Sitz im Kopf sorgen, sodaß das gegenüber Kopf und Zylinder sich schneller erwärmende Ventil seine Wärme an den Kopf und über dessen Kühlrippen an die Umgebungsluft los wird und damit nicht dauerhaft offen stehend „abbrennt“. Zugleich hatte er damit das nervtötende Nähmaschinengeklapper bei warmen  STATISCHEN Temperaturverhältnissen beseitigt.

Warum tauschte  man dann ab Panhead  überhaupt noch Hydros gegen starre Stößel ???? Nun, die Theorie, die auch BMW und Moto Guzzi bei ihren klassischen Zweiventilern mit serienmäßigen starren Stößeln vertreten haben, war die, daß der Hydraulische Stößel beim Auflaufen auf die Nockenrampe unter Herauspressen des Öls in seiner Druckkammer immer ein wenig nachgibt und so die Nocke unfreiwillig „entschärft“ wird, was zu Leistungsverlust führt. Bis Shovelhead einschließlich mißtraute man den Hydrostößeln dahingehend so stark, daß sie bei dem Einbau einer scharfen Nockenwelle aus dem Zubehör regelrecht kollabieren würden und damit den Einbau dieser Nockenwelle regelrecht konterkarieren würden. Dazu muß man wissen, daß HD standardmäßig bis einschließlich Shovelhead mit 50er Einbereichsöl operierte, weil alles dünnflüssigere bei warmen Motor aus allen Fugen trieft (eigene Erfahrung). Das verstärkt natürlich den Effekt, dass das kalte Öl den Hydro so versteift, daß bei unsensiblem Warmfahren die Ventilteller abbrennen und bei heißem Motor der Stößel zu nachgiebig ist und die scharfe Nocke quasi wirkungslos gegenüber der Serie macht. 

Seit Evo mit seiner Auslegung auf 20W50 und damit je nach Öltemperatur veränderlicher Viskosität ist das alles überholt und ich verstehe nicht, wie man in Evo - folgende noch starre Stößel einbauen kann. Zumal die mit langen stählernen Stehbolzen zwischen Kopf und Gehäuse eingespannten Zylinder trotz Alu bei weitem nicht mehr den Ausdehnungskoeffizienten der vorherigen Graugußzylinder mit unabhängigem Fuß- und Kopfflansch haben und damit die Gefahr des Ventiltellerabbrandes bei unsensiblem Warmfahren bei starren Stößel gegenüber den Vorgängermotoren mit Graugußzylindern unvertretbar steigt.


Bei Blick auf Twin Cam und M8 sieht man ja, daß HD seine schärfsten Nockenwellen mit Hydros für vereinbar hält und Tuner  einen starren Stößel höchsten noch bei exotischen „Rennnockenwellen“ aus dem Zubehör mit deutlich über 30 Grad Überschneidung einbauen , bei denen es auf so etwas wie „Lebensdauer“ ganz und garnicht ankommt. 

Mein Rat daher: Bei allem ab Evo starre Stößel raus und überprüfen 
​​​​​​-welche Nockenwellen da drin sind
-wie Ventilteller und Sitze aussehen 

Oder andersherum: Beim Kauf würde ich einem Evo-Motor mit starren Stößeln, unverkennbar durch das nervtötende Ventilgeklapper bei warmem Motor (wie bei einer Zweiventil-BMW oder einem Käfer), äußerst skeptisch gegenüber stehen, denn er hat nunmal andere Wärmeausdehnungskoeffizienten als seine Vorgänger, beim Zylinder wegen der stählernen Stehbolzen trotz Alu sogar deutlich geringere, was ihn beim Warmfahren, wie gesagt, erheblich heikler gegenüber seinen Vorgängern mit starren Stößeln macht und in in seinem bisherigen Betrieb bei seinen Vorbesitzern auch gemacht hat !!!

Wer so einen Motor trotzdem kauft, dem würde ich auf jeden Fall gute moderne Hydrostößel aus dem Zubehör empfehlen, die in  Verbindung mit Mehrbereichsöl auch Zubehörnockenwellen standhalten. Zubehörnockenwellen, die starre Stößel vorschreiben, würde ich in einen Evo und Folgemotoren niemals einbauen, außer ich will die Maschine nur beim Dragrace z.B. am Glemseck einsetzen und die (sehr kurze) Lebensdauer ist mir Wurscht  großes Grinsen

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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)

-Frank- ist offline -Frank- · 8 Posts seit 21.07.2025
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Neuer Beitrag 21.12.2025 22:45
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Danke für die fundierten Antworten.

Es ist eine Nockenwelle von S&S drin. Die 561. Die hätte ich vermutlich auch gewählt.
Es ist das S&S Reed-Ventil mit Membranen eingebaut, anstelle des normalen Breathervalve (W&W Artikelnummer 60800)
Es sind S&S Lifterblöcke eingebaut.

Es sieht aus als wenn der, der den Motor gebaut hat in die Kiste gegriffen hat, in der ich auch gesucht hätte. Alles super. Soweit. Bis auf die Stößel.

Ich konnte die jetzt auch zerlegen.
Wie bereits geschrieben. Kein Segering oder eine Klammer halten den "Kolben" im Stößel.

Wer hat sowas gesehen und weiß was das ist.

Und ja. Ich werde mir einen Satz Hydros kaufen. Das sollte zum Rest passen.


Grüße

Frank
Attachment 446329

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motorcycle boy ist offline motorcycle boy · 2182 Posts seit 01.09.2018
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2182 Posts seit 01.09.2018
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Neuer Beitrag 22.12.2025 16:38
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Ein starrer Stößel für Knuckle bis Evo hat normalerweise eine Einstellvorrichtung an der Pfanne für die Aufnahme der Stößelstange. Die fehlt hier. Die Verlegung der Einstellvorrichtung an die untere Halbkugel der Stößelstange kam m.W.erst ab TC, weil die Einstellvorrichtung hier auch für den Austausch von Hydros zum Ersatz durch welche mit verstärkten Nadellagern, Nockenwellen samt Lagerschild ohne Ausbau der Rockerbox verwendet wird.

Die an der Einbuchtung rund um den Umfang und die darin befindlichen Schmierölbohrung ist zwar typisch für Hydros, muss jedoch auch bei starren Stößeln sein, da hierdurch und durch die hohle Stößelstange die Schmierölversorgung der Rockerbox stattfindet.

Ein Kolben mit Feder findet sich aber nur in Hydrostößeln, wozu sollte der in einem starren Stößel auch gut sein?

Scheint so, als hättest Du hier einen exotischen Hydrostößel verbaut, der von üblichen Konstruktionsprinzipien abweicht. Deswegen erkennt den auch bisher keiner wieder. Intern fehlt mir die Druckkammer mit der federbelasteten Rückschlagkugel. Die sichtbare Feder scheint die für das Ausfahren des Kolbens zu sein. Vielleicht schaust Du nochmal genauer nach?

Mein Rat: gegen moderne gute Hydros aus dem Zubehör austauschen. Wenn die Undichtigkeiten zwischen Rückschlagkugel und ihrem Sitz oder Druckkolben und Hydrozylinder im Laufe der Zeit über das konstruktiv gewollte Maß hinaus zunehmen, kollabiert auch irgendwann ein Hydro Stößel. Deswegen würde ich beim Ausbau immer gegen einen neuen austauschen. D.h. die Frage, was das hier für ein Hydro-Stößel ist, ist eigentlich irrelevant.

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