@zebru,
welche Nachrüster, klär mich mal auf, mit Emission compliant/TÜV approved Motoren, und wo sind aussagekräftige Langzeitvergleiche bzgl der Lebensdauer/Haltbarkeit.
Was andere Hersteller angeht, kenne ich keinen, der aus einem langhubigen 45° V-Twin, luftgekühlt, 2-Ventiler mit Stoßstangen, "locker mehr als 82PS" rausholt. Nur mal zum Vergleich:
Dyna Fatbob:
Model: | Harley-Davidson FXDF Dyna Fat Bob |
Year: | 2008 |
Category: | Custom / cruiser |
Rating: | 75 out of 100.
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Engine and transmission
Displacement: | 1573.25 ccm (96.00 cubic inches) |
Engine type: | V2 |
Stroke: | 4 |
Torque: | 123.39
Nm (12.6
kgf-m or 91.0
ft.lbs) @ 3125
RPM |
Compression: | 9.2:1 |
Bore x stroke: | 95.3 x 111.3 mm (3.8 x 4.4 inches) |
Fuel system: | Injection. Electronic Sequential Port Fuel Injection (ESPFI) |
Starter: | Electric |
Cooling system: | Air |
Kawasaki VN1700 (Quadrathuber, schon nicht mehr wirklich langhubig, 116cm³/7.3% mehr Hubraum)
Motortyp
| Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-V2 |

| Hubraum | 1.700 cm³ |

| Bohrung x Hub | 102 x 104 mm |

| Verdichtungsverhältnis | 9,5:1 |

| Ventil-/Einlasssystem | SOHC, 8 Ventile |

| Maximale Leistung | 55 kW (74 PS) bei 5.000/min |

| Maximales Drehmoment | 135 Nm bei 2.750/min |

| Gemischaufbereitung | Kraftstoffeinspritzung: Ø 42 mm x 2 |
Suzuki Intruder C1800R (kurzhubig, 200cm³/12.6% mehr Hubraum)
Bauart | 54°-V2-Viertaktmotor |
Kühlung | wassergekühlt |
Abgasreinigung | G-Kat, SUZUKI PAIR-System / Euro 3 |
Hubraum | 1783 cm3 |
Bohrung | 112,0 mm |
Hub | 90,5 mm |
Verdichtung | 10,5 : 1 |
Leistung | 84 kW (114 PS) bei 6.000 min-1 |
Drehmoment | 155 Nm bei 3.500 min-1 |
Ventile pro Zylinder | 4 |
Ventilsteuerung | DOHC |
Beide Vergleichsmodelle (andere gleicher o.ä. Bauart fallen mir nicht ein) also mit komplett anderer, z.T. deutlich aufwendigerer Technik (obenliegende Nockenwellen, 4 Ventile/Zylinder, ev. aufwendigere Kurbelwellen, Wasserkühlung)....
Sorry, aber das ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Und, mal abgesehen von der Moto GP, bei der Drive-By-Wire nicht unüblich ist (weil dann die Bordelektronik alle relevanten Parameter in die mögliche Drosselklappenstellung der jeweiligen Fahrsituation einfließen lassen kann. Ohne aufwendige mechanische Entkopplung von Klappe, Gasbowdenzug und Stellmotor), gibt es durchaus auch andere Hersteller als Harley, die DBW verwenden. Aprilia SL750 Shiver, Yamaha YZF R-6 (YCCT=Yamaha Chip Controlled Throttle), bei Kawas ZX-10R wars zumindest im Gespräch...
Und egal was man von Elektronik im KFZ hält, aufhalten lässt sich das nicht. Zum einen wg. der Umweltverträglichkeit bei immer enger werdenden Abgasvorschriften, zum anderen wg. der wachsenden Bequemlichkeit und technischen Ahnungslosigkeit des modernen KFZ-Nutzers. Bei BMW schon drin, z.B. Fahrwerk auf Knopfdruck an geänderte Belastung anpassen, wirds uns wohl in Zukunft auch bevorstehen. Fat Mama hintendrauf, kurze Eingabe von "+300lbs in der Position Soziussitz und weiter hinten"

, und schon sorgt die Elektronik für Anpassung von Dämpfung und Federvorspannung und die Einleitung höherer Bremskräfte in das jetzt (nur wenig

) stärker belastete Hinterrad. Usf. (so, wie sie‘s im Auto schon tut um Sitz/Spiegel/Lenkradposition an den jeweiligen Fahrer anzupassen, einzelne Räder zur Stabilisierung zu bremsen, Gas wegzunehmen... und irgendwann sicher die Lenkung zum Gegensteuern einzuschlagen, Abstand zu halten, Überholvorgänge o. Ausscheren bei Gegenverkehr o. Verkehr von hinten zu verhindern....)
Was Burkhards Einwand bzgl. der "nichtfahrbaren" Fahrwerke von Autos angeht: Ich habe bereits vor längerer Zeit behauptet, das viele moderne Fahrwerke ohne Elektronikhilfen für 99% der Verkehrsteilnehmer nicht mehr fahrbar sind. Das liegt außer an der Überforderung durch die gebotene Leistung auch an einer allgem. Unfähigkeit, sich auf das Verhalten des Fahrzeugs und das Verkehrsgeschehen zu konzentrieren (Ich fahre viel und fast immer schnell. Und dann ist mein Radio aus und ich telefoniere nicht, rauche, esse u. trinke nicht, treibe keine Spielchen mit Beifahrerinnen oder quatsche mit Mitfahrern, schaue mir nicht die Gegend an...). Und da sind mir die elektronischen Helferlein in den Fahrzeugen der Unfähigen sehr lieb, die einen großen Teil der Fahrfehler übertünchen (und die bei den leider immer beliebter werdenden Billigstautos mit noch schlechteren Fahrwerken, von den gleichen "fähigen" Hanseln gefahren, leider wegfallen

).
Und hier, wie überall, gibt‘s Fehler (in Programm oder Elektronik) oder nicht gleich vorhergesehene Zustände (des Fahrzeugs, der (Fehl!)Bedienung, des Fahrers

), die mehr oder weniger große Auswirkungen auf Leben oder Gesundheit haben. Wenn alle früheren Generationen mit der gleichen "Vorsicht" an Fahrzeuge rangegangen wären oder sie abgelehnt hätten (Angst vor gefährlichen Fahrzuständen, Fehlern in Bremsen, wasauchimmer), würden wir heute noch zu Fuß gehen. Vorzugsweise in einer flachen Sandwüste, da kann einem zumindest kein Ast auf den Kopf fallen.
Grüße
Uli