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David gegen Goliath
6140 Euro. Das ist richtig viel Geld. Zu D-Mark Zeiten hätte das noch viel drastischer geklungen: 12000 Mark. Um genau diese Summe ist die Softail Rocker C nach Listenpreis teuerer als die Dayna Wide Glide.
Wir wissen ja nicht was sie so verdienen aber für netto 6140 euro muß eine alte Frau lange für stricken.
Wie ist solch ein immenser Preisunterschied zu erklären????
Zählen wir mal ein paar wesentliche Fakten auf:
Die Dyna ist 2,44 m lang,die Rocker 2,41.
Drei Zentimeter sind bei solch langen Öfen eine vernachlässigbare Differenz.
Der Radstand beträgt 1,715m bei der Dyna, 1,760m bei der Rocker.
Auch hier können 45 mm Unterschied keine Erklärung liefern für den horrenden Mehrpreis der Rocker- Baulänge oder größerer Radstand kosten für sich gesehen ja überhaupt nichts.
Selbst bei den Gewichten sind die beiden nicht weit voneinander entfernt:
310Kilo bringt die WG, 320 Kilo die Rocker C.
Tja ,dann muß es wohl am Motor liegen. Für über 6000 Tacken mehr werden die möglicherweise nitritgefüllten Pleuel der Rocker wohlr aus feinstem Titan geschmiedet, die Motorgehäuse aus Magnesium und die Duplex Primärkette wohl echt vergoldet sein.
Doch weit gefehlt. Beide tragen den TwinCam 96 Motor mit 1584ccm Hubraum, bei der Rocker ist dieser lediglich mit 2 Ausgleichswellen versehen, was den SoftailAntrieb leider auch noch satte 5 PS Leistung kostet.
Zum Auf-der-Zunge-zergehen lassen:
Die viel günstigere WG hat nominel 78 PS und 127Nm, die Rocker 73PS und121 Nm.
Den Mehrpreis über den Motor zu verargumentieren ist also absolut Panne.
Tja und jetzt??
Okay, machen wir doch einmal wozu Motorräder ja eigentlich gebaut sind, fahren wir also.
Vielleicht lassen sich dadurch ja fundamentale Erkenntnisse über Mehrwert und Mehrnutzen gewinnen.
Doch schon wieder zieht die Rocker den kürzeren.In den Kapiteln Fahrspaß, Leichtigkeit des Seins, Handling und Schräglagenfreiheit hat die Rocker nicht die geringste Chance gegen die WG.
Ob es am 240er Hinterrad liegt oder am deutlich längeren Nachlauf der Rocker, fest steht, diese Softail mag keine Kurven.
Gegen jedes Einlenken oder Hineinlegen sperrt sich das Fahrzeug, wie von selbst geht hier gar nix.
Der 250er hinten versucht dauernd das Bike wieder in die Senkrechte aufzustellen, zur Gabel vorn will sich nie ein richtiges Verhältnis einstellen - lockeres Fahrvergnügen geht anders.
Genau dieses kann man dagegen auf der WG erlaeben.
Draufsetzen und sich wohlfühlen heist hier die Devise.
Die Ergonomie paßt selbst für großgwachsene Naturen perfekt. Aber auch kleinere Menschen werden mit 680 mm Sitzhöhe bestens bedient.
Durch den vergleichsweise schmalen 180er Hinterreifen in Komib mit dem sehr schmalen Vorderrad fällt die WG wie von selbst in Kurven.
Der Fahrer denkt, das Bike lenkt - so muss das sein !
Bei sturer Geradeausfahrt sind die Unterschiede zwischen den beiden Bikes erwartungsgemäß geringer, aber in den eigentlichen Biker Revieren machen zügeig gefahrene Wechselkurven mit der Dyna richtig Spaß.
Auf der Rocker C bedeutet das Arbeit.
Dazu paßt , daß die Dyna auch noch mehr Fahrspaß durch ihren kräftigeren Motor und ein paar Grad mehr Schgäglagenwinkel offeriert.
Aber wenigstens besser bremsen wird die Rocker doch hoffentlich??
werden jetzt viele Leser denken, irgendwas muss doch an ihr bessser sein.
Doch Pustekuchen.
Nur die Ingenieure bei HD selbst werden vielleich wissen, warum sie an die um vieles billgere Version eine ordentlich funktionierende schwimmend gelagerte Bremsscheibe mit 300mm Durchmesser verbauen, es bei der schweren LuxusSoftail hingegen bei einer im Durchmesser kleineren und nicht schwimmend gelagerten Billig STanzscheibe belassen.