Ich hab mich ja selbst schon oft genug (soll heißen: zu oft) darüber geärgert, dass ich Kohle dafür abdrücken musste. Meine Einstellung hat sich da im Laufe der Jahre ziemlich geändert. Letztlich kann man sich nur über sich selbst ärgern, denn man kann hier sehr einfach alle Kosten vermeiden, indem man sich an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit hält. Klar, das macht man in letzter Konsequenz nicht immer und überall. Aber man kann das Risiko deutlich minimieren, wenn man sich nicht (so wie ich früher) bei jedem Schild einen Aufschlag von 10-20 km/h mindestens gönnt.
Ich war früher auch eher ein "freie Fahrt für freie Büger"-Rhetoriker. Aber ein Verkehrspolizist, mit dem ich mal diskutiert hatte, warum er am Ortsausgang auf der vierspurigen baulich getrennten Schnellstraße blitzt und nicht vorm Kindergarten in der Dreißigerzone, meinte lapidar: Wenn ich ein Problem mit der vorgegebenen Geschwindigkeit habe, soll ich mich bei denen beschweren, die die Aufstellung der Schilder anordnen. Wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgegeben ist: wieso soll er nicht auch an dieser Stelle den Verkehr überwachen?
Im Grunde hat er recht. Würde man nicht potentiell überall überwachen, würden sich Geschwindigkeitsbegrenzungen an den meisten Stellen de facto erübrigen. Und andererseits: an den allermeisten Stellen, an denen ein Speed Limit ist, hat das ja schon einen Grund ...
__________________
"Wer weiß, wie Gesetze und Würste zu Stande kommen, kann nachts nicht mehr ruhig schlafen." (Otto von Bismarck)