Ich habe seit langem zwar keine Iridium, aber Platinkerzen in meiner 1992er Evo Fatboy drin. Ganz einfacher Grund damals: Wir trafen uns regelmäßig, auch zur Winterszeit, in einem Lokal nahe der Stadtmitte. Um von da aus an den Stadtrabnd zu kommen, waren ca. 6km "Stadtfahrt" nötig, also max. 50km/h

, unterbrochen von vielen Ampeln. Bei Kälte verrotzelten die originalen Kerzen nach kurzer Zeit, schließlich wird der Motor bei deser Fahrerei nicht richtig warm und braucht Chokeuntersstützung => Kerzenisolatoren schwarz, die Funken suchten sich wohl den einfacheren Weg über den verrußten Isolator

. Abhilfe: Hahn auf mit kaltem Motor und ein "paar Meter"

StVO-widrig schnell und mit Drehzahl gefahren. Mit den WR7DP von Bosch erledigte sich das Problem von allein. Selbst bei stark verrußtem Isolator zündete das ganze munter, um die bündig mit dem Isolator abschließende Mittelelektrode gab es immer einen feinen, weißen, rußfreien Kreis, der offensichtlich das Überspringen der Funken an falscher Stelle verhinderte. Die Kerzen werden leider nicht mehr hergestellt (man findet noch Altbestände im Netz), ich habe mir einen Vorrat davon für die Fatboy angelegt, der wird reichen, bis ich nicht mehr fahren kann

(was hoffentlich noch eine Weile dauert

). Bei diesen Kerzen musste der Elektrodenabstand von den -für viele Automotore normalen- 0.7mm auf 1.1mm erhöht werden, mit 1.1mm Abstand heißt sie WRxDPX (und war damals, ist heute, noch seltener). Ich habe ein wenig mit den Wärmewerten experimentiert, die 7er entspricht etwa der 5R6A von Harley, alter Bosch Wärmewert 175, aber selbst mit einer 5er, die etwa dem alten Wärmewert 225 entspricht, lief der Motor noch immer sauber, obwohl bei der der Isolator praktisch immer schwarz war (zu hoher Wärmewert). Mit Iridiumkerzen wird es sich nicht viel anders verhalten, ein knackiger, konzentrierter Funke, wegen der scharfkantigkeit der Elektroden leichter überspringend, als an verrundeten Nickelelektroden der Standardkerzen.
Uli