Ich finde beide, Breakout wie Slim, schön gemacht und gratuliere. Sie muss Dir passen, fahrtechnisch und optisch, und niemandem sonst, das ist klar.
Was ich mich beim Lesen des gesamten Threads aber auch gefragt habe: ich bin jetzt 61 und vermutlich werde ich irgendwann auch -na ja, auf ein eher leichtes Motorrad vielleicht nicht angewiesen sein, aber es schätzen.
Nun habe ich mich ja erst spät in Harleys verliebt und die hier genannten Alternativen von "600er Klasse" und "Royal Enfield" habe ich ja entweder immer noch oder zumindest schon mal gefahren. Die sind ja schon das diametral andere Ende des Fahrens; meine Hornet 600 hat den roten Bereich bei 13.000 Umdrehungen.
Warum also denkt beim Wunsch nach weniger Gewicht, schmalere Reifen und Kurvenwilligkeit niemand an eine Sportster? Ihr könnt jetzt sagen "---wer einmal die Große gefahren hat..." aber genau das ist ja nicht die Lösung, sondern das Problem. Und "groß" in dem Sinn ist eine Enfield oder eine 600er ja schon gar nicht.
Ich habe "früher", das Jahr kann ich gar nicht mehr so genau eingrenzen, Probefahrten auf Fat Boy und einer anderen Big Twin gemacht (damals haben mich die Modelle noch nicht so interessiert, dass ichs mir gemerkt hätte -ich schäme mich so!). Und genau dieses Kurvenverhalten und vor allem das Gefühl, einfach "way to much" Eisen zu bewegen, haben den Funken damals nicht überspringen lassen. Das Thema Harley war dann lange Zeit durch, bis ich irgendwann um Hilfe beim Verkauf einer 883 Super Low gebeten wurde. Das bedeutete auch Fahrten zum TÜV und zur Überführung. Nach den paar Tagen war ich so angefixt, dass ich bald aktiv eine eigene Sportster gesucht habe. Und zwar bewusst nicht als das "Einstiegsbike in die Harley Szene" sondern als "die Harley, die sich richtig gut handeln lässt". Das ich, zurück zum Thema, auch mit irgendwann nachlassenden Kräften nicht so bald wieder weg geben muss.
Geworden ist es dann eine XL1200 Custom, ein Vergasermodell von 1996 ohne Gummiaufhängung. 220 Kilo fahrfertig, echt dünne Reifen (den 130er hinten hat meine Hornet vorn!) und damit weit näher am Easy Rider-Style dran als irgendwelche Walzenbikes. Vor allem aber kannst Du ganz einfach Kurven fahren, und ich rede da vom Fahren nahezu am Lenkanschlag, ohne Blut, Schweiß und Tränen. Und die Bodenfreiheit ist nicht die des Supersportlers, klar, aber es ist die einzige Harley, die zumindest ich ziemlich normal und ohne Angst vor schrabbelnden Teilen durch Kurven bewege. Im Hinterkopf behaltend, dass Du Chopper fährst, musst Du nichts weiter beachten.
"Ja aber der kleine Motor!" Say what? 1200 Kubik hatte damals die Electra Glide und glaub mal, im nicht stattfindenden Kampf mit den Zentnern geht das echt sehr schön voran. Und eine Enfield ist jetzt echt kein Bärentöter, weder real noch gefühlt.
Was ich unbedingt empfehlen würde sind forward controls, mit den normalen Rasten ist man nicht erst bei 1,86 am Limit. Fährt sich cooler und man passt drauf. Und auf der Hornet möchtest Du im hohen Alter vielleicht auch nicht gefaltet sitzen.
Also: vielleicht nicht für jeden und wahrscheinlich auch nicht für Dich, aber eine Alternative, die ich in solchen Fällen bedenken würde.
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Der Sonne entgegen,
Micha
Sorry Officer, I thought you wanted to race