Zitat von trahser
Und wieder sind die Täter eigentlich die Opfer.(böse Games;fehlende Erziehung usw......)
Ich kann diesen Mist nicht mehr hören.
Zu viert auf einen am Boden liegenden einzutreten hat nichts mit falscher Erziehung zu tun.
Aber ist ja bei uns mitlerweile Gang und Gebe alles wissenschaftlich bis ins kleinste Detail zu zerpflügen (schwere Kindheit).
...
Naja, es hat schon ursächlich was mit der Erziehung zu tun; mit fehlenden Grenzen bzw. Konsequenzlosigkeit, fehlenden Leitbildern (insbesondere zum sozialgerechten Verhalten), rudimentärer Menschenachtung, unzureichender Förderung und Forderung, dem Sichselbstüberlassen bzw. fehlender Zuwendung, Orientierungs- und Perspektivlosigkeit, Reizüberflutung, etc.
Die Wirkung sieht man dann. Stetig steigende Achtungs- und Respektlosigkeit, Egoismus, grenzenlose Rigorosität, Catch-as-catch-can-Mentalität, Ausübung des Rechts des Stärkeren um jeden Preis etc.
Wissenschaftlich ist das, was passiert, beispielsweise sehr einfach über das Maslow'sche Modell zu erklären.
Nur es hilft den Opfern herzlich wenig, die zusammengetreten werden, wenn nur die Ursachen erklärt werden, aber nichts gegen die Auswirkungen unternommen wird. Und daran hapert es doch deutlich.
Lösungen?
Definitiv nicht mit unserem heutigen Bildungs- und Sozialsystem. Auch das Rechtssystem ist hoffnungslos überfordert. Von der Politik ganz zu schweigen.
Versuche, einen Adoleszenten nachträglich zu sozialisieren bzw. zu resozialisieren, dürfte zudem vergebene Liebesmühe sein. Dies müsste wesentlich früher erfolgen. Hier hilft aus meiner Sicht nur angemessene Härte, das Aufzeigen von Grenzen und Konsequenzen sowie gleichzeitig das Bieten von Perspektiven und eine entsprechende dauerhafte sachgerechte Betreuung bzw. Zuwendung. Und das kann aus meiner Sicht nur in frühester Kindheit und nötigenfalls gegen den Willen der "Eltern" erfolgen. Leider setzt unser Rechtssystem hier sehr hohe Hürden.
Aus meiner Sicht sind die Jugendlichen in der Tat gleichzeitig Täter und Opfer. Genauso, wie ich es bei einem unberechenbaren, beißenden Hund sehe. Die haben auch nicht von Anfang an gebissen. Allerdings hält sich mein Mitgefühl in solchen Fällen definitiv in engen Grenzen; ganz im Gegenteil zu dem Mitgefühl gegenüber den zusammengetretenen Opfern.
Zu guter Letzt ist es schon erforderlich, dieses Verhalten zu verstehen und auch erklären zu können. Dies hat nichts mit Verständnis für die Täter oder einer Relativierung der Schuld gegenüber den Opfern zu tun, sondern schlichtweg etwas damit, dass ich ohne das Verstehen der Symptome keine Maßnahmen zur Vermeidung der Ursachen ergreifen kann.
Und das Ignorieren der Ursachen hilft zukünftigen potentiellen Opfern sicherlich am Wenigsten.
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~~ Vier Räder bewegen den Körper; doch nur zwei Räder bewegen die Seele ~~
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Adi66 am 20.02.2011 13:27.