Denke Du siehst das ein bisschen zu verbissen.
Eine Presspassung ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll, da im Normalfall 2 verschiedene Werkstoffe (Alu und Stahl) zusammengefügt werden. Das Problem ist, das eine Bremsscheibe permanent wechselnden und zum Teil hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Da das Alu der Nabe den ca. 2-fachen Längenausdehnungskoeffizienten gegenüber Stahl hat würde die Scheibe im heißen Zustand noch stärker auf die Nabe gepresst werden. Was einerseits eine Verformung der Scheibe zur Folge haben könnte oder andernfalls evt. zuviel Druck auf das innen liegende Lager ausüben würde.
Ein kleines Rechenbeispiel zur Verdeutlichung:
Ausdehnung der Alunabe (Du. 50mm) bei einem Temperaturunterschied von +100° = +0.12 mm (50 mm x 0,0000238 x 100 K = 0,119 mm) gegenüber der Stahlscheibe von +0,06 mm. Und 100° kannst Du bei einer längeren Bergabfahrt an der Nabe locker mal erreichen wenn man bedenkt das außen an der Scheibe weit höhere Temperaturen anliegen.
Schlackern kann die Scheibe im ungünstigen Fall (Schrauben nicht fest genug angezogen) auch, nur merkst Du das nicht weil zu gering und nur bei sehr starker Belastung. Wobei sich die Schrauben dann normalerweise irgendwann lösen werden. Meistens ist es jedoch so das sich die Scheibe einmal leicht bis Anschlag an den Schrauben dreht, an einer Stelle am Ansatz anliegt und dann in der Position bleibt weil sie ja immer in gleicher radialer Richtung belastet wird.
Zur Erklärung:
Die Befestigungsschrauben müssen so ausgelegt sein das sie, mit richtigem Drehmoment (nach fest kommt ab

) angezogen, soviel Druck auf die Scheibe ausüben das selbige über die Haftreibung auf der Nabe in Position gehalten wird. Das ist ein Grundsatz im Maschinenbau und auch notwendig, da einen normale Schraube keine hohen Scherkräfte aufnehmen kann, da durch das Gewinde eine umlaufende Sollbruchstelle vorhanden ist. Zudem würden die Gewindespitzen schnell abflachen was wiederum ein größeres Spiel zu Folge hätte.
Es gibt Paßschrauben die einen geschliffenen Schaft (nicht zu verwechseln mit dem normalen Schaft von langen Schrauben) zwischen Gewinde und Kopf haben. Selbige wirken wie ein Paßstift mit dem Zusatz das die Komponenten zugleich miteinander verschraubt werden können. Können in unserem Fall aber wiederum nicht eingesetzt werden, da nur gleichartige Materialien zusammengefügt werden dürfen, wegen der oben beschriebenen verschiedenen Längenausdehnungskoeffizienten. Andernfalls würde es zu großen Spannungen kommen.
Bei Distanzscheiben sind max. 3mm Stärke noch sinnvoll da sonst eben die Funktion des Ansatzes nicht mehr gegeben ist. Habe bei mir 3mm drin und ist aufgrund der Fasen an Scheibe und Ansatz schon grenzwertig. Bei dickeren Distanzscheiben ist ab einer bestimmten Dicke auch wieder ein Ansatz angedreht.
Jetzt tut mir der Kopf weh
Moos
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Moos
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