zum zitierten Beitrag
Zitat von zena
Hi Wolfgang,
wie verträgst du denn die Entschleunigung von der Duc auf die WG? Bin ja selber u.a. von der Speed Triple auf die WG gewechselt, gerade um langsamer zu werden.
Hi Zena,
die Frage ist durchaus berechtigt. Dazu musst Du wissen, dass meine Frau vor 2 Jahren den Führerschein gemacht hat und zunächst mit einer 535 Virago, jetzt mit einer 1200er Sportster mit mir zusammen unterwegs ist. Von daher bin ich auch mit der Ducati eine etwas gemäßigtere Gangart gewohnt, wie es ansonsten der Fall wäre. Dann und wann habe ich das Glück, meinen Außendienst mit dem Motorrad absolvieren zu können, dann bin ich mit der Ducati auch "standesgemäß" unterwegs.
Doch selbst wenn dem nicht so wäre: wenn man sich auf das Abenteuer Harley Davidson einlässt, muss man sich bereits vorher darüber im Klaren sein, dass man damit kein Heizgerärt unterm Hintern hat. Außerdem habe ich festgestellt, dass sich bereits nach ganz kurzer Zeit auf der Maschine diese Lässigkeit, diese Souveränität, die Gelassenheit (und fast möchte ich hinzufügen: die Erhabenheit), die eine Harley ausstrahlt, auf den Fahrer überträgt. Wenn Du nicht grad völlig gefühllos auf dem Motorrad sitzt und das Ding nicht "vergewaltigst", indem Du es zur Kurvenräuberei nötigst, dann kannst Du im Grunde garnicht anders, als einfach entschleunigt dahinzugleiten. Meine Frau hat mir das im Übrigen auch bestätigt: "Du fährst ganz anders wie auf der Duci!" Nimm nur den gestrigen Nachmittag: wir haben uns kurzerhand entschlossen, nach Regensburg zu fahren. Es kam zu Hause noch was dazwischen und wir waren ein wenig spät dran. Zunächst hatte ich immer die Uhr vor meinem geistigen Auge: schnell, schnell, es ist schon spät, wir müssen draufdrücken. Das ging vielleicht 15 Minuten so, dann wich die drängende Eile einer entspannten Gelassenheit: naja, kommen wir eben ein wenig später an, eilt doch nicht. Was wir erledigen wollen, schaffen wir auch so noch locker und ob wir jetzt ein paar Minuten eher oder später wieder zu Hause sind - wen juckt's?
Es ist tatsächlich so, Harley fahren ist eine Lebenseinstellung und die Maschine vermittelt in geradezu magischer Weise dieses Gefühl - wenn man dafür empfänglich ist. Ich schätze mich jedenfalls sehr glücklich, dass ich "das Beste aus beiden Welten" zur Verfügung haben kann und ich genieße jeden Augenblick mit jedem Moped auf die jeweilige Art und Weise. Kann man sich mehr wünschen?
Entschleunigte Bollergrüße
Wolfgang