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Geschrieben von hagingo am 11.03.2016 um 18:34:

Motoröl nach Winter dick

Hallo, ich habe meine Iron aus dem Winterschlaf geholt und gründlich geputzt. Das Öl sieht aus wie eine dicke zähe Masse und es scheint als ob viel zu wenig Öl im Öltank ist. Kann aber nicht sein, vor der Einlagerung war alles ok. Muss ich den Motor erst im Stand laufen lassen oder kann ich langsam losfahren?


Geschrieben von TWG am 11.03.2016 um 18:40:

 To avoid misunderstandings, post deleted.


Geschrieben von rockerle69 am 11.03.2016 um 18:41:

Also,
bei der Trockensumpfschmierung mit oben liegendem Öltank, den unsere Harleys nun mal haben,
läuft bei längerer Standzeit das Motorenöl vom Tank nach unten in  das Motorengehäuse.
das spricht für die Viscosität des Öls selbst wenn es kalt und dickflüssig ist.
Also mach die Kerzen raus, stecke die in die Stecker und verbinde die mit der Masse,
sonst kannst du die Zündspule exen,
und lass den Motor bissel mit dem Anlasser drehen.
Muss man nicht, ist aber gut fürs Motörli.
So pumpt die Tandempumpe zum Einen das Möl in den Motor und zum Anderen zurück in den Tank.

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Geschrieben von hagingo am 11.03.2016 um 19:06:

Vielen Dank für Eure Infos. Dann starte ich mal in die Saison großes Grinsen


Geschrieben von niterider am 11.03.2016 um 19:11:

Dein Rückschlagventil in der Rückförderleitung zum Öltank ist etwas undicht. Hat meine auch. Ich finde das sogar gut, weil das Kurbelgehäuse jetzt teilweise mit Öl befüllt ist. D.h.bei der allerersten Umdrehung nach dem Winterschlaf werden die Lager in den Pleuelstangenfüssen gleich durch dieses Ölbad gezogen und sind sofort voll  durchgeölt. Außerdem schleudern die Pleuelstangen gleich bei der allerersten Umdrehung einen ordentlichen Schwapper Öl gegen die Zylinderwände. All das verhindert praktisch weitgehend den Kaltstartverschleiss an diesen Reibflächen. Einen Motor, der somit besser gegen Kaltstartverschleiss geschützt ist als dieser, kann ich mir garnicht vorstellen. Das Öl wird übrigens schnell genug von der Rückförderpumpe in den Öltank abgesaugt, sodass Du Dir keine Sorgen machen musst, wenn Du klar unter 3000/min bleibst. Öldruck in den Pleuelstangenfusslagern braucht der Harleymotor nicht, weil er der letzte KFZ-Viertaktmotor ist, der dort wie ein Zweitaktmotor aufwendige Rollenlager hat. Die brauchen nur Schmieröl, aber keinen Öldruck. Mit einer Drehzahl unter 3000/min solltest Du allerdings den so lange nicht bewegten Motor ohnehin mindestens 20 km warm fahren, denn die Ventilführungen in den Zylinderköpfen kriegen von dieser Durchölung im Kurbelgehäuse naturgemäß nix mit. Im Gegenteil, die Ölförderpumpe braucht eine ganze Weile, um die kalte und damit zähe Ölplörre durch die langen Leitungen in die Zylinderköpfe zu drücken. Solange laufen die Ventilführungen praktisch ungeschmiert. Durch das Warmfahren bewegen sich die ungeschmierten Ventilschäfte wenigstens solange möglichst langsam, bis das Öl so warm ist, dass an den Ventilschäften genug Öl ankommt.


Geschrieben von hagingo am 11.03.2016 um 19:24:

Also brauche ich das Rückschlagventil nicht beim Freundlichen kontrollieren lassen.


Geschrieben von rockerle69 am 11.03.2016 um 19:40:

Nee lass das mal in Ruhe.
Wenn dir natürlich nach kurzem Abstellen unterwegs der Öltank fast leer läuft sollte man was tun.
Aber über den winter hat das Öl genug Zeit sich am Ventil vorbei zu mogeln.
Zudem sollte bei dem Baujahr noch kein grossartiger Verschleiss vorliegen.
Es sei denn Du bewegst die alle paar Wochen nur mal ums Eck zur nächsten Eisdiele und gibst nach dem Start gleich richtig Gas,
das hält der beste Motor auf Dauer nicht aus.
Also keine Panik,
geniesse die neue Saison.

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Geschrieben von Moos am 11.03.2016 um 19:49:

@Niterider
Deine letzten 2 Sätze kann ich nicht nachvollziehen bzw, verstehe sie evt. falsch. Viertaktmotore haben allesamt Ventilschaftdichtungen um einen Öleintritt eben zu verhindern. Was passiert wenn selbige defekt sind ist ja hinlänglich bekannt.

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Geschrieben von niterider am 12.03.2016 um 17:50:

Du hast recht, moderne Ventilschäfte / -Führungen brauchen an sich schon recht wenig Öl, aber eben nicht null. Auch die Ventilschaftdichtungen sollen noch etwas Öl durchlassen, allerdings nicht viel. Das Ganze ist ein Kompromiss mit den Abgasanforderungen, da bei zu viel Öl im Abgas sich die Emissionen in Richtung Zweitaktwerte bewegen. Wenn Du einen kalten Kipphebelmotor ständig sofort hochdrehst, wirst Du relativ bald ovale Ventilführungen haben, die sich durch Blaurauch  im Abgas beim abrupten Gaswegnehmen bemerkbar machen, trotz  Ventilschaftdichtungen. Da die Kipphebelspitze neunmal bogenförmig, also auch mit seitlicher Bewegung, auf den Ventilschaft drückt, entsteht eine starke Flächenpressung zwischen Schaft und Führung, die neunmal etwas Schmierung benötigt. Irgendwann haut die Ventilfeder den Ventilteller so verkantet auf den Ventilsitzring, das der Teller abknickt und im Brennraum Kernschrott hinterlässt. Wenn die Ventilführungen gar kein Öl mehr bräuchten, würde es seit Einführung der Ventilschaftdichtungen (überwiegend schon in den 80ern) alle diese Effekte nicht mehr geben, tut es aber unstreitig auch bei aktuellen Kipphebelmotoren seit den 80ern noch. Faktisch gar keine Schmierung am Ventils Haft benötigen lediglich Motoren mit Tassenstößeln, die aber 2 Obenliegende Nockenwellen benötigen. Nicht zuletzt die Abgasanforderungen haben dazu geführt, dass diese Motoren sich weitgehend durchgesetzt haben.


Geschrieben von Moos am 12.03.2016 um 19:25:

Alles klar. Ventilschaftdichtungen gibt es schon seit anfang der 70er. Hat z. B. meine Z1 samt Tassenstößel und DOHC. Augenzwinkern
Konnte mir nur nicht vorstellen das es Motore ohne Ventilschaftdichtungen gibt.

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Geschrieben von Rebell_74 am 12.03.2016 um 22:06:

zum zitierten Beitrag Zitat von niterider
Du hast recht, moderne Ventilschäfte / -Führungen brauchen an sich schon recht wenig Öl, aber eben nicht null. Auch die Ventilschaftdichtungen sollen noch etwas Öl durchlassen, allerdings nicht viel. Das Ganze ist ein Kompromiss mit den Abgasanforderungen, da bei zu viel Öl im Abgas sich die Emissionen in Richtung Zweitaktwerte bewegen. Wenn Du einen kalten Kipphebelmotor ständig sofort hochdrehst, wirst Du relativ bald ovale Ventilführungen haben, die sich durch Blaurauch  im Abgas beim abrupten Gaswegnehmen bemerkbar machen, trotz  Ventilschaftdichtungen. Da die Kipphebelspitze neunmal bogenförmig, also auch mit seitlicher Bewegung, auf den Ventilschaft drückt, entsteht eine starke Flächenpressung zwischen Schaft und Führung, die neunmal etwas Schmierung benötigt. Irgendwann haut die Ventilfeder den Ventilteller so verkantet auf den Ventilsitzring, das der Teller abknickt und im Brennraum Kernschrott hinterlässt. Wenn die Ventilführungen gar kein Öl mehr bräuchten, würde es seit Einführung der Ventilschaftdichtungen (überwiegend schon in den 80ern) alle diese Effekte nicht mehr geben, tut es aber unstreitig auch bei aktuellen Kipphebelmotoren seit den 80ern noch. Faktisch gar keine Schmierung am Ventils Haft benötigen lediglich Motoren mit Tassenstößeln, die aber 2 Obenliegende Nockenwellen benötigen. Nicht zuletzt die Abgasanforderungen haben dazu geführt, dass diese Motoren sich weitgehend durchgesetzt haben.

Hi,

will mal ein dickes Lob für dich loswerden, aus deinen Beiträgen kann man immer ordentlich wasn lernen. Zumindest mir geht es so.

Thx!

 

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großes Grinsen


Geschrieben von niterider am 13.03.2016 um 18:38:

Ventikschaftdichtungen sind in den 70ern aufgekommen, wegen Umwelt und so. Da mussten die Hersteller zwangsläufig das Material der Ventilführungen so ändern, dass es mit weniger Öl auskommt. Die beste Lösung mit dohc und Tassenstößeln verdrängt seitdem die Kipphebel allmählich, da diese Ventilführungen eben nicht ganz ohne Öl auskommen. Aus Platzgründen gibt es als zweitbeste Lösung auch noch dohc mit Schlepphebeln (BMW S1000RR) die einen viel längeren, da einseitigen Hebelarm und damit einen vernachlässigbar kleinen seitlichen Bewegungsanteil haben.


Übrigens danke für die Blumen