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Geschrieben von Humphrey am 15.12.2016 um 10:44:

Harley und die Davidsons

Hat keiner die 3 Teile im TV gekuckt?

Wenn die Geschichte so stimmt haben wir endlich den Schuldigen warum es überhaupt Japanbikes gibt. Freude

Im 3. Teil verkauft Mr. Davidson seine technische Entwicklung an Japaner damit die Company nicht pleite geht.

Wenn dem so ist, beruhen alle Japanbikes auf Harley Davidson Technik und sind damit weitläufig auch HD Bikes.

Somit ist der "Modellkrieg" zwischen Harleys und Japsenbikes entschieden.

Alles das gleiche.fröhlich

 

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Ein Freund ist ein Mensch der mich mag, obwohl er mich kennt.


Geschrieben von v2devil am 15.12.2016 um 11:43:

hab bisher erst die beiden ersten Teile auf Sky gesehen... war ganz nett gemacht

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Nicht alles, was ein Loch hat, ist Kaputt!!!
Gruß
v2devil großes Grinsen


Geschrieben von HeikoJ am 15.12.2016 um 11:51:

 
1912 orderte das japanische Kriegsministerium eine Harley-Davidson. Ein folgenschwerer Kauf, wie sich bald herausstellen sollte. Der amerikanische Hersteller witterte ein große Geschäft und vergab 1916 an den japanischen Unternehmer Nihon Yidosha einen Händlervertrag. In den nächsten acht Jahren ließen sich die verkauften US-Bikes jedoch an zwei Händen abzählen. Ein schlechtes Geschäft, und so entschloss sich der Konzern aus Milwaukee/Wisconsin die Sache selbst zu organisieren. HD-Exportmanager Alfred-Rich Child gründete 1924 eine Werksniederlassung und baute innerhalb von nur 40 Tagen (!) ein flächendeckendes Händlernetz auf. Zu den besten Kunden gehörten das Militär und zahlreiche Behörden. Rund zehn Jahre lief der Handel bombig. Anfang der dreißiger Jahre machte aber der rapide Kursverfall des Yen die amerikanischen Maschinen um das Vierfache teurer, und sie wurden schier unverkäuflich. Um jedoch weiterhin in den Genuss der noblen US-Motorräder zu kommen, bemühten sich die Japaner um einen Lizenzvertrag zum Nachbau der 750er V2-Maschinen. Harley-Davidson willigte ein, machte allerdings zur Auflage, dass keines dieser Bikes außerhalb des Inselreiches verkauft werden durfte. Mit amerikanischem Know-how entstand 1934 in Shinagawa bei Tokio so das erste japanische Motorradwerk mit dem Markennamen "Rikuo".
Schon ein Jahr später rollten die brandneuen Rikuos, alias Harley-Davidson, vom Werksgelände. Hauptabnehmer waren weiterhin die japanische Armee sowie etliche Staats- und Provinzbehörden. Bis 1945 bezifferte sich der Produktionsausstoß auf immerhin 18.000 (!) Einheiten. Die neue Firma genoss hohes Ansehen und für viele der kleinen japanischen Motorradhersteller gehörte ein Werksbesuch bei Rikuo zur „Pflichtlektion". Aber das nutzte wenig. Die perfekten Harley-Kopien bestimmten das Maß der Dinge. Dank Massenproduktion waren sie haltbar und zuverlässig. Keines der anderen japanischen Motorräder kam an die Qualität und an die Exklusivität der Rikuo heran.

Quelle:
http://www.winni-scheibe.de/hr_lexikon/japan.htm

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Geschrieben von Stefan Breakout am 15.12.2016 um 15:46:

Man wird ja nicht dümmer in so einem Forum...

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Geschrieben von fwj am 15.12.2016 um 16:53:

Die Japaner haben die Unterlagen gebraucht um rauszufinden, wie man ein Motorrad NICHT konstruieren sollte.... :-)


Geschrieben von PiLLLeMaNN am 15.12.2016 um 17:43:

Auf Sky Go sind alle 3 Teile bis mitte Januar verfügbar :-)

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saschalarsspeiser.photography


Geschrieben von Salamander am 15.12.2016 um 18:27:

hab´ mir die 3 teilige Doku, "Rocker in Deutschland", angesehen, interessantes Thema und recht kurzweilig.
Wer sich am 21.12.2016 die Nacht um die Ohren schlagen will, oder eher aufzeichnen will, da gibt´ die 3 teilige Doku als Wiederholung im ZDF infokanal ab 00:45 Uhr bis 02:15 Uhr


harry


Geschrieben von carlos.D am 15.12.2016 um 20:44:

Ich fands für nen 3Teiler zu lang. Hätte schön knackig in 'nen 100 Minüter gepasst.

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Geschrieben von niterider am 15.12.2016 um 21:24:

In Europa ging die Geschichte irgendwie ähnlich: 


1913 hat der deutsche Kaiser notgedrungen die Beschaffung von Indians geschockt  für die Reichswehr genehmigt (da ahnte noch niemand was von WKI,  es herrschte seit 1907 die Weltwirtschaftskrise nach der ersten Globalisierung mit Stellvertreterkriegen, irgendwie analog zu heute) weil analog zu Japan das einheimische Angebot in den Augen der Militärs erbärmlich schien.  Im ersten Weltkrieg wurden die V2's dann notgedrungen von der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik Wanderer an die Reichswehr irgendwie abgekupfert nachgeliefert , die auch bis zum Ausbruch von WKII als einziger (bis 33 deutscher)  Hersteller beim großvolumigen V2 blieb, der auch in Europa nur ein Spielzeug für Reiche war. Der Wanderer-V2 sah allerdings schon in den 20ern wie ein Sportstermotor aus, weil Wanderer die Harleyidee von 57, einem Flathead (hier angelehnt an Indian) einen OHV-Zylinderkopf überzustülpen , schon in den 20ern von den englischen V2-Herstellern Zenith, JAP, British Anzani  abgekupfert hatte. Erfolgreicher war Indian, die in dieser  Zeit die Scout mit deutlich erschwinglicherem 600 ccm V2 und neben ( der noch viel teureren) BMW mit einzigem vollverkapselten Motor sozusagen als "Honda" der Zwischenkriegszeit (damit meine ich analog wie nach dem WKII "Honda so gut wie BMW, nur mit Kette und viel billiger") in Deutschland verkauften. Das bewog Siemens, in Kooperation mit einem Konfektionär eine metrische grüne Scout-Raubkopie als "Mabeco" im heutigen Berliner BMW-Werk geschockt  herzustellen und erfolgreich zu vermarkten. Die deutschen Soldaten hatten ja im ersten Weltkrieg ihre robusten Indians schätzen gelernt.


Leider meinte Wanderer dann, es BMW nachtun zu müssen und nahm Autos zusätzlich ins Programm auf.

Das brach ihnen in der Weltwirtschaftkrise ab 29 das Genick. Da sie, wie alle sächsischen Autohersteller, bei der Sächsischen Landesbank (über)schuldet waren, wurden sie mit DKW, Audi und Horch 1932 zwangsfusioniert als Mehrmarkenkonzern "mit Synergieeffekten" ( ja, alles schon mal da gewesen fröhlich  ) nach dem Vorbild GM zur "Auto- U N I O N "mit den bekannten 4 Ringen (für jede Marke einen).  Und weil DKW mit seinen Zwodaggdern der größte und erfolgreichste Massenhersteller der Welt für  Motorräder war, wurden die Luxus-V2's als "unpassend zur Produktpalette" ausgegliedert und an die tschechische Firma Janacek verscherbelt, die diese dann unter dem Label "Janacek-Wanderer" vermarktete. Der deutsch-tschechische, wenig attraktive  Zungenbrecher wurde von den tschechischen Marketingfritzen alsbald zu "Jawa" abgekürzt. 

Nachdem unsere "Befreier" in Jalta skrupellos ganz Osteuropa den nächsten Diktatoren in den Rachen geworfen hatten (anscheinend brauchten die die Befreiung und die Demokratie dann doch nicht so dringend)  durfte Jawa nur noch kleine Brötchen in Gestalt von Zweitaktmotorrädern, immerhin mit bis zu 2 Zylindern, backen. Die Tschechischen Kommunisten waren immerhin im Unterschied zu den stumpfsinnigen Ostzonalen Fundamentalisten Klever genug, die fundamentale Bedeutung von etablierten  Markennamen zur Generierung von Westdevisen zu erkennen, und so durften  Tatra und Jawa ihre Markennamen und in etwa ihr Design, Tatra  sogar seine luftgekühlten V8,  beibehalten, während DKW zu MZ, Wartburg und Trabi verkam, die drei Viertaktmarken wurden gleich ganz dichtgemacht.

Nur der große kontinentaleuropäische Motorrad-V2 war, wie in Japan,  ausgestorben. In Britannien hielt sich Vincent noch bis 54, dann war auch dort Schluss. Diese hubraumstarken Luxusmotoren waren für Nachkriegseuropäer für Jahrzehnte einfach zu teuer geworden, zumal das Weltfinanzsystem von Bretton Woods 1944 für die zu erwartende arme Nachkriegszeit als Wiederaufbauhilfe bis Anfang der 70er den Wechselkurs von z.B.  $/DM auf 1:4 festgelegt hatte, für die anderen europäischen Währungen und den Yen analog extrem, was Indian mit seinem starken deutschen Vorkriegsgeschäft mit Händlern in jeder deutschen Grosstadt  als eine von mehreren Ursachen  das  Genick brach und Harley in Europa schwer traf, wo sie bis in die 70er (auf dem Kontinent) als unerschwinglich  vom Markt verschwanden. Und so schließt sich der Kreis. Trotz Produktion in Japan war analog zu Jawa in der Tchechoslowakei oder den britischen V2´s in Britannien die Bevölkerung auf breiter Linie bis in höchste Kreise so verarmt (Lohnspreizung von Arbeiter zu Geschäftsführer vor WKII durchschnittlich 1:70 wie heute cool  nach WKII bis in die 80er  1:12), dass sich keiner mehr die großen V2's leisten konnte und diese von billigen mittelgroßen Reihenzweizylindern aus Britannien und dann in den 60ern von Kopien aus Japan mit kostensparenden, für beide Zylinder  gemeinsamen Zylinderköpfen und Nockenwellen verdrängt wurden. BMW hielt sich bis Ende der 60er vor allem mit seinen kleinen Einzylindern und Behördenaufträgen über Wasser.

Erst seit 1990 ist die Lohnspreizung wieder so groß geworden , dass es genug zahlungskräftige Klientel für Harley, Indian und Co. gibt cool ​​​​​​​


Geschrieben von Störtebecker am 16.12.2016 um 08:05:

Hat jemand den 3-Teiler aufgenommen ?
Habe kein Sky


Geschrieben von NT-Tom am 16.12.2016 um 08:50:

im YouTube gibt's einige mitschnitte

https://www.youtube.com/watch?v=aVI9zkoC0PI&t=3823s

https://www.youtube.com/watch?v=SgmPfwnSJJE

https://www.youtube.com/watch?v=X8HDGJ4xPgo&t=2241s

verstehst  du spanisch ?? großes Grinsen


 

 


Geschrieben von Scareya am 16.12.2016 um 09:49:

zum zitierten Beitrag Zitat von niterider
In Europa ging die Geschichte irgendwie ähnlich:

Tolle Zusammenfassung. Vielen Dank.

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Mein Motorrad besteht aus mattschwarz lackiertem Stahl, glänzendem Chrom und ein wenig Gummi an den richtigen Stellen...


Geschrieben von SportyCB am 16.12.2016 um 10:03:

zum zitierten Beitrag Zitat von Störtebecker
Hat jemand den 3-Teiler aufgenommen ?
Habe kein Sky

Ja, 2 Teile, den 3. Teil hab ich vergessen aufzunehmen


Geschrieben von Skogr am 16.12.2016 um 14:50:

Was man im Forum alles lernen kann, interessant,

weiss jemand ob das auf Amazon prime auch erhältlich ist ?

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Zuviel Auswahl macht Stress
 


Geschrieben von Inch am 16.12.2016 um 18:13:

zum zitierten Beitrag Zitat von niterider
nach WKII bis in die 80er 1:12), dass sich keiner mehr die großen V2's leisten konnte und diese von billigen mittelgroßen Reihenzweizylindern aus Britannien und dann in den 60ern von Kopien aus Japan mit kostensparenden, für beide Zylinder gemeinsamen Zylinderköpfen und Nockenwellen verdrängt wurden. BMW hielt sich bis Ende der 60er vor allem mit seinen kleinen Einzylindern und Behördenaufträgen über Wasser.

...also da muss ich als Guzzitreiber gschwind erwähnen, dass Guzzi seit etwa 1966 einen schönen V2 (mit 700cm³ in der ersten Version) herstellt, der ziemlich schnell erfolgreich auf dem Markt war. Für mich ein Meilenstein, weil diese komplette Neukonstruktion als Gleitlagermotor doch von Anfang an zuverlässig funktionierte. Freilich mit vielen Anleihen aus dem Automobilbereich...aber das gehört ja nicht unbedingt in das Forum hier.