Zitat von FocusAC
Das hat in erster Linie etwas mit der Kurventechnik zu tun-
man kann drücken, und den Oberkörper im rechten Winkel lassen- dann setzt weniger auf, als beim parallel zur Maschine bleiben.
Man kann sich legen und die Maschine aufrechter lassen- dann setzt da ebenfalls nichts auf
[...]
Der erste Teil ist so nicht ganz korrekt:
Bei gegebener Kurvengeschwindigkeit hat die Maschine beim "Drücken", d.h. wenn der Oberkörper möglichst aufrecht bleibt und man die Maschine sozusagen "allein" in Schräglage drückt,
am meisten (in unserem Fall meist unerwünschte) Schräglage. Darum ist dies im Straßenverkehr auch eigentlich ungebräuchlich und dort die schlechteste Methode, in eine Kurve zu gehen. Einziger Vorteil ist die mögliche Schnelligkeit eines Kurswechsels sowie die gute Kontrolle/Übersicht, und daher für notfallmäßiges Ausweichen z.B. vor Hindernissen eine gute Alternative. Im Motorsport bei z.B. Supermoto wird die Drücktechnik aufgrund dieser Agilität natürlich gern genommen, aber da haben die Sportgeräte auch sehr, sehr viel Schräglagenfreiheit, die unsere Sporties leider nunmal nicht haben (was ja das ganze Problem des Threadstarters erst verursacht).
Die gebräuchlichste Kurven-Methode, nämlich den Oberkörper immer parallel zur Hochachse des Motorrades zu lassen ="Legen", ist - optisch wie physikalisch - das Mittelding und ermöglicht schon weniger Schräglage oder eben höhere Geschwindigkeit. Das sollte die Methode der Wahl für den "Normalbetrieb" sein.
Das "Hängen" oder "hanging-off", also den Oberkörper oder andere Teile wie Knie/ Bein Richtung Kurveninneres zu hängen, um das Motorrad so aufrecht wie möglich zu lassen, ist quasi das Gegenteil vom "Drücken" und daher auch die bestmögliche Methode für höchstmöglichen Kurvenspeed ohne Aufsetzen. Darum wird das im Rennsport auch in extremo getan, hat aber andere Nachteile wie z.B. wenig Überblick über das Verkehrsgeschehen und auch weniger/langsamere Korrekturmöglichkeiten während des Kurvenverlaufs. Darum im öffentlichen Straßenverkehr auch nicht die Regel (von den ganz Engagierten mit den vollverkleideten Raketen auf der kurvigen Hausstrecke mal abgesehen).
FAZIT:
Wenn also beim nächsten Ausflug mit der Sportster mal wieder die Fußrasten oder, schlimmer noch, der Aupuff oder andere unnachgiebige Teile aufsetzen, ist das (leider instinktive) Aufrichten des Oberkörpers des Mopeds genau das Falscheste, was man tun kann, denn dadurch muss man mehr "drücken" und das Moped setzt noch mehr auf, oder man stellt gleich das ganze Bike dazu aufrechter, und es geht in die Botanik/Leitplanke.
Neben Gas weg hilft beim Aufsetzen also nur
noch WEITER in die Kurve mit dem Oberkörper, um den Schwerpunkt möglichst weit zum Kurveninneren zu bekommen: Hängen. Wie die Jungs bei MotoGP. Und die nächste Kurve etwas entspannter angehen.
Gruß
Dennis
Dieser Beitrag wurde schon 4 mal editiert, zum letzten mal von Murdoc am 01.04.2014 00:57.