
. In so einem Fall würde zumindest mein Interesse schlagartig erlöschen und ich würde dem Anbieter raten, seinen Schrott zu behalten, denn er hätte ja offensichtlich was zu verheimlichen.__________________
„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)
Dieser Beitrag wurde schon 7 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 18.03.2019 18:43.
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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)
Dieser Beitrag wurde schon 6 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 17.03.2019 16:14.
. Das Potential der Druckgusstechnik war in den 60ern bei den Honda-Twins (insbesondere CB450) bereits zu erkennen. BMW blieb dennoch beim Sandguss, weil sie ihren traditionellen einteiligen Motorblock unbedingt beibehalten wollten (Ihr seht, nicht nur bei Harley gibt es solche Motive, archaische, aufwendige Technik als Alleinstellungsmerkmal beizubehalten). Wie wir im vorvorigen Post gesehen haben, zwingt der einteilige Motorblock aber zum Sandgussverfahren, weil der innere Hohlraum des Motorblocks durch zerstörbare Kerne erzeugt werden muß. Den kostspieligen separaten Lifterblock (wegen Bearbeitung und Einbau) wie bei Harley wollten sie aber unbedingt loswerden. Um den Sandguss fest genug für die Führung der Stößel zu kriegen, legierten sie das Aluminium mit Kupfer, was sandgegossene Alugüsse deutlich fester macht. Der Nachteil ist, dass das so legierte Alu auch viel stärker korrodiert. Deswegen seht Ihr im Durchschnitt auch in den Staaten (Alaska lassen wir als motorraduntypisch jetzt mal aussen vor
) so gut wie nie einen Pan- oder Shovelheadblock, der wie ein BMW-Zweiventilblock völlig schwarz korrodiert ist mit weissen Ausblühungen.
. Der Vorteil des in der Motorradwelt riesigen Aufwandes von 4 zahnradgetriebenen Nockenwellen eines Zweizylinders wird hier sinnloserweise wieder mit Winkeln zwischen Stössel und Stösselstange quer zur Fahrtrichtung konterkariert 
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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)
Dieser Beitrag wurde schon 10 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 18.03.2019 18:53.
. Wirklich super was hier alles an Wissen und Erklärungen zur Historie und Konstruktion geboten wird! Auch den anderen Beitragenden gilt mein Dank!
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Betören durch Röhren.
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Dieser Beitrag wurde schon 7 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 04.04.2019 11:15.
zum zitierten Beitrag Zitat von motorcycle boy
Foto 1: Beim Evo sieht man die schwarz lackierten Gusseisenlifterblöcke im Gehäuse der Nockenwellenkammer = der rechten Motorgehäusehälfte stecken.
Fotos 2+10: Im Gegensatz dazu sind die Lifterblöcke beim TC mit in die rechten Motorgehäusehälfte aus Druckguss eingegossen. Damit hat sich Harley die separate Fertigung und den präzisen Einbau der Lifterblöcke gespart. Präziser Einbau, damit die Rollen der Stößel nicht schräg und damit verschleißintensiv auf ihrer Nocke abrollen. Der Druckguss wurde in den 60ern in USA erfunden und sogleich von den Japanern zur kostengünstigen Produktion von Motorgehäusehälften und anderen Motorgussteilen eingesetzt. Hier wird die gewünschte Gussform sehr aufwendig negativ jeweils hälftig in zwei Metallkokillen aus Gusseisen oder Warmarbeitsstahl gefräst, das Verfahren lohnt sich also nur bei hohen Stückzahlen. Dann allerdings presst ein Kolben das flüssige Aluminium im Minutentakt unter Druck in die fest zusammengepressten Metallkokillen. Sobald das Aluminium ausreichend fest geworden ist, werden die Kokillen auseinandergefahren und ein Auszieher oder Auswerfer holt das heiße Gussteil aus den Kokillen. Man kann sich vorstellen, dass dieses Verfahren vollautomatisierbar ist und pro Gussteil einen Bruchteil der Zeit eines Sandgusses verschlingt. Außerdem ist das unter Druck in "die letzte Ritze" gepresste Aluminium deutlich fester als ein bröseliges Sandgussteil. Daher läßt Honda seit den 60ern seine obenliegenden Nockenwellen ohne Lagerschalen direkt in den druckgegossenen und an den Zylinderköpfen angegossenen Lagerböcken laufen. Wenn man hier einen Lagerschaden hat, kann man gleich den ganzen Zylinderkopf wegwerfen, bei Vierzylindern eine teure Angelegenheit. So erklären sich zum Teil die traditionell niedrigen Gebrauchtpreise der Japaner und die Bevorzugung der Instandsetzung alter Harleys in der zweiten Welt. Mit dem TC hat Harley nun den erhebliche Produktionskosten sparenden Schritt in Richtung moderner nichtinstandsetzbarer Motorgussteile gemacht. Natürlich hält das bei Druckguss "ewig", aber wenn die 100000 Meilen geplanter Laufzeit rum sind, kann man die rechte Motorgehäusehälfte nur noch einschmelzen. So wie heute alte Harleys aus den 40ern und später wird man in 50 Jahren den TC und M8 nicht rumfahren sehen, weil die Investition in eine ganze neue Gehäusehälfte samt Aus- und Einbau sich schlicht nicht lohnen wird.
Foto 3: Daher sind die aufgeschraubten "Lifterblöcke" des TC nur noch simple Stösselstangenhüllrohraufnahmen. In manchen Texten wird auch "Tüllrohr" statt "Hüllrohr" verwendet, ich bleibe beim "Hüllrohr", weil es die Stösselstange um"hüllt". Einen Zusammenhang mit "Tüll" kann ich hier nirgendwo ausmachen.
Foto 4: Die Stössel laufen also direkt im Druckguss der rechten Motorgehäusehälfte, beim TC...
Foto 5: ... wie auch beim M8.
Foto 6: Oben haben wir über die Notwendigkeit des präzisen Einbaus der Lifterblöcke in Vor-TC-Motoren gesprochen, damit die Rollen der Stößel gerade auf dem Nocken ablaufen. Dazu gehört auch eine Maßnahme, die verhindert, dass der Stößel sich mit der Rolle um seine Hochachse dreht. Hier erkennen wir, dass Bill Harley das mit Rollen mit grösserem Durchmesser als ihre Stössel gelöst hat, die so links und rechts überstehend in Führungsschlitzen des Lifterblocks bei ihrem Auf und ab gerade gehalten werden. Genial, denn damit wurde ein separater Führungsmechanismus gespart.
Foto 7: Bei den Evo-Sporties wurden die Lifterblöcke bereits ab 1991 eingegossen. Da funktioniert dieses Führungsprinzip mit den Rollen natürlich nicht mehr und ich brauche nun den separaten Führungsmechanismus .
Foto 8: Dieser wurde seitlich in die eingegossenen Lifterblöcke eingeschraubt. Ein Foto der ausgebauten Lösung davon war leider nicht aufzutreiben. Vielleicht kann ja einer der Mitleser eins einstellen.
Foto 9: Die Stössel, nun auch bei der Sporty Hydros, wurden im Durchmesser grösser, die Rolle in den Stössel integriert.
Interessant ist, dass die neue Technologie der integrierten Druckguss-Lifterblöcke bei der Sporty schon 1991 eingeführt wurde, beim Big Twin erst mit dem TC ab 99. Insofern ist die Aussage, der heutige Sporty-Motor sei ein Evo-Motor, eigentlich falsch. Eigentlich war nur der "Early-Evo"-Sporty-Motor von 86 bis 90 , der wie der Big-Twin-Evo noch in den vom "Late-Ironhead" übernommenen Viergang-Motorblock eingeschraubte Lifterblöcke hatte , ein echter Evo. Ab 91 hatte die Sporty mit den eingegossenen Lifterblöcken bereits eine charakteristische TC-Eigenschaft.
Warum wurde das zuerst bei der Sporty gemacht? Nun, aufgrund der konstruktiv sehr geringen Stösselseitenkräfte war hier das Risiko des Austausches von rechten Motorgehäusehälften viel geringer als beim Big Twin. Und bei der geringen Marge der Sporty war hier diese Produktionskosteneinsparung viel dringender erforderlich.


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Dieser Beitrag wurde schon 9 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 08.04.2019 23:09.
… deshalb wollte ich hier auch nicht zu vieles davon erneut aufbringen. Bier und Chips locken nämlich Trolle an 
Danke
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Betören durch Röhren.
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Und außerdem gibt es auch viel zu viele unterschiedliche Motorenreihen /-konzepte als das man sie bis ins Detail genau beschreiben könnte, zumindest nicht, wenn man dafür nicht in einem Vollzeitjob bezahlt werden würde oder entsprechende Unterlagen der Company hätte.
. Genügend Fachwissen enthält er definitiv. Und wenn ich mir die Anzahl der Antworten und Hits angucke 
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Dieser Beitrag wurde schon 7 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 09.04.2019 10:37.
. Das geht auf die Getriebhauptwellen- und das linke Kurbelwellenhauptlager
, das ist eines der Harley-Geheimnisse) , sodass das gehen müsste.__________________
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Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von motorcycle boy am 08.04.2019 21:30.
harleykill · 2529 Posts
seit 18.09.2014
harleykill 




! Vielen herzlichen Dank für Deine Ausführungen
! Ich kann mich harleykill nur anschließen – Bitte weitermachen, ich will lesen und Neues dazulernen! Auch ich finde Deine Listen klasse und freue mich auf zukünftige Ergänzungen, falls Dir noch was einfällt! Auf den Seiten von Viczena ist überaus viel Wissen angehäuft, auch zu Verbesserungsmaßnahmen der jeweiligen Motoren. Würde es Sinn machen Infos von dort noch hierher zu bringen und in diese Liste (TC und Evo) einzubringen oder wird es dann zu lang/unübersichtlich? Die Aufbereitung dort ist gut strukturiert, es ist aber auch sehr viel Text den man durcharbeitet, will man sich über alles informieren. Ich möchte aber auch nicht Deinen Thread einfach nur mit Infos von anderen Seiten füllen. Was Du in Deinem Thread / in Deine Listen einstellst, darüber sollst Du ja auch die Hoheit behalten. Zumal Viczena ja auch die Sachen auf seinen Seiten geschrieben hat und nicht ich.
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Betören durch Röhren.
Schimmy · 12621 Posts
seit 15.10.2015
Schimmy 




zum zitierten Beitrag Zitat von motorcycle boy
Ihr wolltet strukturierte Informationen haben, wohlan, so kriegt Ihr meine erste Tabelle höhöhö. Ich trau mich die auch nur in diesem abgelegenen Fred zu veröffentlichen, woanders im Forum würde ich sicher virtuell geteert und gefedert.
Hier ist sie, die "5-stufige M-Boy-Skala der Echtheit von Harley-Modellen". Ihr wisst ja, meinen schwarzen Humor kann ich nie ganz unterdrücken, aber ich habe mir Mühe gegeben.

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Wenn man schon keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten 
Stammtisch in Münster/NRW