Moin,
das beginnt schon damit, dass der Motor kalt und die Ventile des jeweiligen Zylinderkopfes geschlossen sein sollten, bevor die Kipphebelböcke gelöst werden. Damit wird spannungsarm demontiert und möglichem Verzug vorgebeugt.
Mit 'irgendeiner' Position und geöffnetem Ventil (oder Ventilen), wie es die Bilder belegen, wird unter großer Spannung demontiert und dadurch z.B. die Schraubengewinde (gerade im Alu des Kopfes) unnötig belastet.
Etwas Spannung spürt man trotz sorgfältig positionierter Nockenwellen, da die Hydrostössel noch etwas unter Druck stehen.
Wie DeDe schon anmerkte, macht sich diese Spannung auch bei der Montage bemerkbar. Wobei ab dem Punkt, ab dem dieser Widerstand wahrgenommen wird, die Schrauben der Kipphebelböcke möglichst gleichmäßig im Wechsel angezogen werden sollten, bis der entsprechende Bock satt aufliegt.
Und nein, da geht nichts vom Anzugsmoment verloren, da dieses erst wirkt, wenn der jeweilige Block auch auch dem Kopf vollflächig aufliegt.
Letztlich wird ja auch bis zu diesem Punkt nur mit dem Standardwerkzeug gearbeitet, erst dann wird auf den Drehmomentschlüssel gewechselt.
Wichtig ist ebenfalls die nach dem Anziehen der Böcke erforderliche Wartezeit (bevor die Kurbelwelle gedreht wird), damit die Hydros 'ausbluten' (Druckabbau durch abfließendes Öl) können, damit sich die Ventile auch sicher geschlossen sind.
Damit wird sichergestellt, dass der konstruktiv vorgegebene Funktionsablauf gewährleistet bleibt.
Wird das nicht beachtet, oder schlimmer, in der laienhaften Demontageposition mit halb geöffnetem Ventil wieder montiert und die Kurbelwelle ohne Wartezeit weitergedreht, kann es durch die nicht entlasteten Hydrostössel (zeitabhängig größerer Ventilhub als konstruktiv vorgegeben) durchaus zu 'Feindberührung' (Ventil/Kolbenboden bzw. Ventil/Ventil) kommen, was in einem verbogenen Ventil oder/und einer geplatzten Ventilführung enden kann.
Also ist es durchaus angezeigt, wenn man diese Zusammenhänge und Abhängigkeiten nicht kennt, sich ein gewisses Spektrum an Fachwissen anzueignen. Nicht von Ungefähr ist Zweiradmechaniker ein mehrjähriger Lehrberuf mit der Erfordernis, zusätzlich die entsprechenden Technikseminare der jeweiligen Fahrzeughersteller zu besuchen.
Bestimmt wird sich der eine oder andere finden, der diese Ausführungen noch etwas verständlicher rüberbringen kann; ich bitte drum
BlackStar
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