Natürlich wolllte auch mein Prüfer das Datenblatt sehen. Aber ich habe mit ihm erstmal eine Vorbesprechung gemacht und dabei einen Ordner dabei gehabt, in dem zu jedem Teil das dran gebaut wurde schon mal ein Gutachten oder ähnliches drin war. Da war für jede Schraube, die ich gekauft hatte die Rechnung mit drin. Einfach immer vor Augen haben, dass in Deutschland etwas, was nicht auf einem Stück Papier steht auch nicht existiert. Also braucht man einen Zettel. Bei den Breakout- Tüten habe ich ihm z.B. die deutsche ABE der Rocker und die der Breakout gezeigt, Teilelisten ausgedruckt, nachgewiesen, dass die dieselbe Fahrzeug-ABE und denselben Motor haben, dann ging das.
Ich hab auch alle Abweichungen vom Datenblatt vorher angesprochen und erklärt, warum ich das anders gemacht habe. Dann habe ich ihm vorher anhand von Fotos gezeigt, was ich da mitbringe und gefragt, was er nicht akzeptieren würde. Das war aber Kleinzeug. Er wollte z.B. dass ich den Reflektor vom seitlichen Kennzeichenhalter auf die Mitte verlege.
Dann mit genau diesem Prüfer einen Termin ausgemacht und ihm vorher den Ordner da gelassen. Er wußte genau, was da zum Prüfen kommt, und ich wußte, dass die Mühle durch kommt, wenn alles daran funktioniert. Damit war das für beide Seiten stressfrei. Der Prüfer muß - zumindest in Hessen - ein Gutachten dazu schreiben, warum er das Mopped als zulassungsfähig ansieht. Und es vereinfacht ihm die Arbeit ohne Ende, wenn er das alles nur abschreiben muß.
Wenn man da aber mit irgendeinem Hobel, frisch verunfallt aus den USA geholt und schnell mal gerade gebogen, und einem Datenblatt in dem nur andere Teile drinstehen, ohne Vorwarnung angefahren kommt, muß der Prüfer bei jedem einzelnen Teil von dem Ding -ohne tiefere Kenntnis der Zubehörteile - nachdenken, ob das wirklich so geht. Und wenn er keine Zeit oder Lust hat, geht es eben nicht.
__________________
Ein Motorrad muss einen Vergaser haben. Mehr gibt es da nicht zu sagen.
Was man erträumen kann, kann man auch bauen.