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32000er Inspektion - das (fast) komplette Programm für die Dyna 2009 Twincam-Forum

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32000er Inspektion - das (fast) komplette Programm für die Dyna 2009 Twincam-Forum

Q-Flat ist offline Q-Flat · 390 Posts seit 25.05.2026
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:00
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32000er Inspektion an der Dyna 2009 – das (fast) komplette Wartungsprogramm

 

 Bild 1


Arbeitsprogramm zur 32000er Inspektion.

  1. Motoröl und Filter wechseln.
  2. Luftfilter wechseln.
  3. Reifen: Luftdruck und Lauffläche prüfen.
  4. Speichen auf richtige Spannung prüfen.
  5. Öl des Primärantriebs wechseln.
  6. Getriebeöl wechseln.
  7. Kupplung einstellen.
  8. Antriebsriemen einstellen, Laufräder überprüfen.
  9. Züge (Gas, Kupplung) und Bremsgestänge ölen.
  10. Seitenständer prüfen und schmieren.
  11. Benzinleitungen und deren Verbindungen auf Dichtigkeit prüfen.
  12. Bremsflüssigkeit prüfen und gegebenenfalls auffüllen (alle 2 Jahre wechseln).
  13. Bremsscheiben und -beläge auf Verschleiß prüfen.
  14. Zündkerzen wechseln.
  15. Schalter und elektrische Anlage prüfen.
  16. Lenkkopflager prüfen und gegebenenfalls einstellen.
  17. Anzugsmomente wichtiger Schrauben und Befestigungen prüfen.
  18. Motorhalterungen und Stabilisator prüfen.
  19. Batterie prüfen, Kontakte reinigen und Befestigung der Kabel prüfen.
  20. Abgasanlage auf Dichtigkeit und Halterungen auf festen Sitz prüfen.
  21. Probefahrt.
Bis auf die Schmierung der Lenkkopflager und der hinteren Schwinge (alle 48000 km) und der Überprüfung der Gabel mit Wechsel der Gabelflüssigkeit (alle 80000) umfasst die 32000 km Inspektion das Komplettprogramm. Sie ist, zusammen mit der 1600er, die umfangreichste Inspektion. Wenig plausibel war mir zunächst, warum das Gabelöl nicht mehr alle 32000 km gewechselt werden soll, wie bei früheren Modellen. Daher hatte ich mich hier zu diesem Thema informiert. Mein Harley-Dealer (Macadam Moto/Montpellier) bestätigte mir nun, dass auch in seinen heiligen Hallen die Gabelholme bei der 32000er zu blieben. Päpstlicher sein als der Papst will ich nicht, deshalb habe ich mich letztlich entschlossen, mir diesen Arbeitsschritt zu sparen.

 

Meine Einkaufsliste

Wie immer, alles originool von Harley, für etwa 150 Euro:

  • Motoröl, 3 Liter, HD Genuine 20 W 50.
  • Ölfilter in Chromausführung.
  • Getriebeöl, 2 Liter HD Formula+ (0,95 l für Getriebe, 0,95 l für Primärtrieb).
  • Luftfilter.
  • Zündkerzen (6R12).
  • Dichtungssatz bestehend aus 1 Kupplungsdeckeldichtung und 3 O-Ringen für Ölablassschrauben.
  • 2 Batterien für die Transponder.
 Bild 2
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:08
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Und los geht’s mit der Arbeit. Über die Links hier geht es zur Beschreibung der jeweiligen Arbeitsschritte in meinen Bericht zur 24000er Inspektion.

 


1. Motoröl und Filter wechseln: Beschreibung hier.

 

2. Luftfilter wechseln.

Der HD Papier-Luftfilter wird alle 8000 km ausgebaut, kontrolliert und eventuell gereinigt (Beschreibung hier), aber spätestens alle 16000 km durch einen neuen ersetzt. Das ist dann auch wirklich nötig. Das Filterpapier ist nach dieser Fahrleistung völlig mit Öl aus der Motorgehäuseentlüftung zugeklebt. Natürlich stellt sich bei jedem Filterwechsel die Frage, ob es nicht besser wäre, andere Wege zu gehen (K&N, Screamin‘ Eagle…), aber diese Diskussion gehört nicht direkt zum Thema Wartung. Bis auf weiteres bleibe ich bei der Originalbestückung.

 

 Bild 3


 

3. Reifen: Luftdruck und Lauffläche prüfen: Beschreibung hier.

Ich habe zur 32000er Inspektion den nun vierten Hinterreifen aufgezogen. Eine detaillierte Beschreibung zum richtigen Aufbocken des Motorrads und zum Wechsel des Hinterreifens gibt es hier.

 

4. Speichen auf richtige Spannung prüfen.

Die Überprüfung der richtigen Spannung der Speichen erfolgt bei aufgebocktem Motorrad oder ausgebautem Rad. Zur Feststellung eventuell schlecht gespannter Speichen in einem Rad schlägt man die Speichen der Reihe nach mit dem Kopf eines Schraubendrehers an. An der Tonhöhe erkennt man ihre Spannung. Sollten Speichen stark vom normalen Klang abweichen oder gar überhaupt nicht mehr klingen, sollten sie nachgespannt werden (als minimales Drehmoment gibt Harley 6,2 Nm an). Aber Vorsicht – so einfach sich das auch anhört, man sollte diese Arbeit einem guten Fachmann überlassen. Unkontrolliertes Herumgeschraube an den Speichen führt zum Verzug des teuren Rades. Auch einzelne, zu stark gespannte Speichen können Folgeschäden nach sich ziehen.

 

5. Öl des Primärantriebs wechseln.

Das Öl des Primärantriebs ablassen, während das Motorrad auf dem Seitenständer steht. Die Ölablassschraube des Primärantriebs befindet sich am hinteren Ende des Primärgehäuses, unterhalb der Kupplung (Bild 04).

 

 Bild 4


Sie wird mit einem 5/8-Zoll Schlüssel gelöst. Der Auffangbehälter für das Altöl sollte mehr als einen Liter fassen. Während das Altöl abläuft, kann man die magnetische Ölablassschraube von dem feinen metallischen Abrieb säubern, der sich dort niederlässt. Dann wird ihr O-Ring gegen einen neuen ersetzt. Ist alles Öl raus, kann die Schraube wieder in das Primärgehäuse eingeschraubt werden. Das von Harley dafür vorgeschriebene Anzugsmoment beträgt 19,0-28,5 Nm.

 
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:13
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Zum Einfüllen des Primäröls muss der Kupplungs-Inspektionsdeckel entfernt werden. Dazu die fünf T 27er Torx-Schrauben gleichmäβig lösen. Den Deckel säubern und dann eine neue Dichtung in die auf der Rückseite befindliche Nut einsetzen (Bild 05).

 Bild 5


Das Kupplungsgehäuse bleibt zunächst offen. Es soll ja noch die Kupplung eingestellt werden. Aber dazu müssen wir warten, bis der Motor kalt ist. Das frische Öl füllt man besser auch erst ein, wenn das Motorrad senkrecht auf dem Montagebock steht.

 

Das zur Befüllung des Primärantriebs verwendete Standardöl ist das HD Formula +. Die von Harley vorgeschriebene Füllmenge beträgt 0,95 Liter. Das Öl wird mit einem geeigneten Behälter durch die Kupplungs-Inspektionsöffnung direkt in das Primärgehäuse gekippt (Bild 06).

 Bild 6


Nach getaner Arbeit sollten die fünf Torx-Schrauben des Inspektionsdeckels in mehreren Schritten, beginnend mit der oberen, „über Kreuz“ angezogen werden, zuletzt mit einem Drehmoment von 9,5-12,2 Nm. Sollten die im Gehäuse befindlichen Gewinde von Flugrost befallen sein, nimmt sich der gewissenhafte Selbstschrauber natürlich die Zeit, alles wieder schön gängig und ansehnlich zu machen.

 
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:24
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6. Getriebeöl wechseln

Zunächst die Getriebeöl-Einlassschraube mit Ölpeilstab mittels eines 3/8-Inbusschlüssels herausschrauben (Bild 07). Normalerweise ist sie nur handfest verschraubt und müsste sich sehr leicht lösen lassen. Ihren O-Ring überprüfen.

 Bild 7


 

Einen Auffangbehälter mit mehr als einem Liter Fassungsvermögen unter das Getriebe legen und dann die 5/8-Zoll Getriebeöl-Ablassschraube lösen. Sie befindet sich hinten rechts in der Getriebewanne (Bild 0cool.

 Bild 8


 

Das Altöl bis zum letzten Tropfen ablaufen lassen (dazu sollte das Motorrad senkrecht stehen). Die Getriebeöl-Ablassschraube kann währenddessen für den Wiedereinbau vorbereitet werden: den Magneten von Abrieb säubern, den O-Ring gegen einen neuen ersetzen. Ist alles Öl abgelaufen, wird die Ablassschraube wieder in das Getriebegehäuse eingeschraubt. Das von Harley vorgeschriebene Anzugsmoment für die Ölablassschraube beträgt 19,0-28,5 Nm.

 

 Bild 9


Das zur Befüllung des Getriebes verwendete Standardöl ist, wie für den Primärtrieb, das HD Formula +. Die Füllmengen für Primärantrieb und Getriebe sind ebenfalls gleich: jeweils 0,95 Liter.

 

Den Ölstand wie folgt überprüfen:

  • das Motorrad auf ebener Fläche auf den Seitenständer stellen.
  • die Öleinlassschraube mit Peilstab auf das Gewinde des Einfüllstutzens auflegen (ohne sie einzuschrauben).
  • überprüfen, ob der Ölstand im Bereich der beiden aufeinander zeigenden Pfeile, zwischen den Buchstaben A und F, liegt (Bild 10).


 Bild 10

Ist die Füllmenge in Ordnung, kann man die Einfüll-Schraube wieder handfest einschrauben (nach Harley 2,8-8,5 Nm). Fertig.

 
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:34
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7. Kupplung einstellen: Beschreibung hier.

8. Antriebsriemen einstellen, Laufräder überprüfen: hier.

 

9. Züge (Gas, Kupplung) und Bremsgestänge ölen.

Den Kupplugszug schmiert man am besten, wenn er während der Einstellarbeiten an der Kupplung entspannt ist und in eine senkrechte Lage gebracht werden kann. Zur Schmierung der Gaszüge müssen die beiden T-25er Torxschrauben an der rechten Lenkerarmatur gelöst werden (eine oben, eine unten, Bild 11).

 Bild 11


Nachdem ich die spannende Diskussion zum Ölen der Züge hier verfolgt habe, entschloss ich mich, nicht mehr auf W40 oder HD Superoil zurückzugreifen, sondern es so zu machen, wie anno dazumal Carl Hartweck: mit einer Mischung aus 1:1 Motoröl/Benzin, verabreicht mit Spritze und feiner Nadel aus der Apotheke. Das hat hervorragend funktioniert. Gas und Kupplung waren nach der Kur spürbar leichtgängiger.

 

10. Seitenständer prüfen und schmieren.

Diese Wartungsarbeit soll alle 16000 km durchgeführt werden. Eine Kleinigkeit. Während die Maschine auf dem Montageständer steht, werden alle Teile des Seitenständers schön gereinigt und dann mit W40 eingesprüht. Zum Schluss gilt es zu überprüfen, ob der Ständer noch schön einrastet und fest sitzt (Anzugsmoment für die schwer zugängliche Befestigungsschraube 25,8 Nm).

 

11. Benzinleitungen und deren Verbindungen auf Dichtigkeit prüfen: Beschreibung hier.

12. Bremsflüssigkeit prüfen und gegebenenfalls auffüllen (alle 2 Jahre wechseln): hier.

 

13. Bremsscheiben und -beläge auf Verschleiß prüfen: hier.

Nach 32000 Kilometern Fahrt war meine vordere Bremsscheibe auf 4,9 mm abgenutzt, die hintere auf 5,8 mm (Mindestdicken 4,57 mm/5,21 mm). Sie haben seit der letzten Inspektion 0,1 mm verloren, werden also bei diesem Verschleiß-Rhythmus noch einige 10000 Kilometer halten.

Die vorderen Bremsbeläge sind jetzt bis auf 2,1 mm abgenutzt, die hinteren auf 3,1 mm. Da die zulässige Minimaldicke 1,02 mm beträgt, wird es für die vorderen Beläge bald Zeit für den Austausch.

 

14. Zündkerzen wechseln.

Die Zündkerzen werden alle 8000 km ausgebaut, kontrolliert und eventuell gereinigt (wie hier beschrieben), aber spätestens alle 32000 km gegen neue ersetzt. Die Zündkerzen meines Motorrads waren auch nach dieser Laufleistung noch in quasi neuwertigem Zustand. Vor dem Einbau der neuen Kerzen muss der Elektrodenabstand überprüft werden. Er soll, nach Harley, 0,97-1,09 mm betragen. Das Anzugsmoment für die Zündkerzen beträgt 16,3-24,4 Nm.

 Bild 12


Beim Tausch fiel mir auf,  dass meine Super Glide – wohl seit der Auslieferung – mit einer Kerze vom Typ „Harley Davidson 10R12A“ bestückt war, während mir der Verkäufer nun eine „6R12“ in die Hand drückte (was mir nicht gleich auffiel). Die alte, kältere Kerze verrußte nicht. Sie war immer weiß. Und schon mit ihr neigte der Motor zu leichtem Klingeln beim starken Beschleunigen aus mittleren Drehzahlen. Erklären kann ich mir den Wechsel zu der nun heißeren 6R12 nicht.

 

15. Schalter und elektrische Anlage prüfen: Beschreibung hier.
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:42
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16. Lenkkopflager prüfen und gegebenenfalls einstellen.

Die richtige Einstellung der Lenkkopflager wird bei aufgebockter Maschine und frei beweglicher Vorderrad-Gabel überprüft. Zur genauen Messung sollten alle störenden Einflüsse, die von Zügen oder Kabeln herrühren könnten, ausgeschaltet werden. Vor der eigentlichen Überprüfung der Lenkkopflager-Einstellung sollte man sich auch ein Bild des allgemeinen Zustands der Lager machen. Gibt es beim Drehen der Gabel ein leichtes Einrasten der Lager-Rollen im Außenring, besonders in der Mittelposition, sind die Lenkkopflager verschlissen und müssen durch neue ersetzt werden. Die Lager meiner Maschine funktionierten nach 32000 Kilometern (vorwiegend trockener Fahrt) noch einwandfrei.

Die von Harley vorgeschriebene Messung der Lenkkopflager-Einstellung wird wie folgt durchgeführt. Vor der Messung wird die entlastete Gabel zunächst in ihre mittlere Gleichgewichts-Position gebracht. Dann wird sie durch leichten, langsamen Fingerdruck aus ihrer mittigen Lage gedrückt. Irgendwann wird der Punkt erreicht sein, an dem sie von alleine bis zum Lenkkopfanschlag abkippt. Geschieht dies zu früh, ist das Lenkkopflager zu lose eingestellt, geschieht es zu spät, ist es zu fest. Harley gibt einen festen Bereich vor, in dem die Gabel von alleine nach rechts oder links abkippen muss. Ob dieser Bereich eingehalten wird, kann man durch folgenden Aufbau überprüfen (Bild 13):

 Bild 13


Auf das äußere Ende des Schutzblechs klebt man einen Messstreifen, auf dem die vorgeschriebenen Abkippbereiche eingezeichnet werden. Die Minimaldistanz zwischen den Abkipppunkten soll 50,8 mm betragen, die Maximaldistanz 101,6 mm. Vor das Motorrad stellt man ein Fotostativ, an dem man einen Zeiger befestigt. Dieser soll einem helfen, den Abkipppunkt genau zu bestimmen. Beginnt die Gabel unter leichtem Fingerdruck im schwarzen Bereich von selbst nach rechts oder links zu kippen, ist die Lenkkopf-Lagerung richtig eingestellt und es gibt nichts weiter zu tun.

Sollte eine Einstellung des Lenkkopflagers nötig sein (was bei mir nicht der Fall war), entfernt man zunächst die Zierkappe der Steuerkopfschraube. Sie wird einfach von Hand gegen den Uhrzeigersinn losgedreht. Warum das Werkstatthandbuch hier von einem Spezialschlüssel spricht, ist unergründlich.

 Bild 14


 Bild 15


Dann muss Werkzeug aus der LKW-Klasse her. Die Steuerkopfschraube ist vom Format 1 1/2 Zoll oder 38 mm (Bild 15). Ist sie gelöst, kann das Lenkkopflager durch Drehen der darunter liegenden Nutmutter (Bild 16) mittels eines geeigneten Schlüssels korrigiert werden. Da man mit dem Spannen des Lenkkopflagers das untere Gabeljoch leicht nach oben zieht, müssen bei der Einstellung der Lenkkopflager auch die unteren Standrohrklemmschrauben gelöst werden.

 Bild 16


Das Lenkkopflager wird so eingestellt, dass die Abkipppunkte der Vorderradgabel in den vorgegebenen Bereichen (50,8 mm – 101,6 mm) liegen. Sind entsprechende Werte erreicht, kann die Steuerkopfschraube wieder mit ihrem Drehmoment von 95-108,5 Nm festgezogen werden, während die Nutmutter auf Position gehalten wird. Wenn nach einer weiteren Überprüfung die Abkippbereiche der Gabel stimmen, können auch die beiden unteren Standrohrklemmschrauben wieder mit 40,7-47,5 Nm festgezogen werden. Zum Schluss alle eventuell gelösten Züge und Kabel an ihren Ort bringen.
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:49
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17. Anzugsmomente wichtiger Schrauben und Befestigungen prüfen.

Dieser Wartungsdienst ist alle 16000 km vorgeschrieben. Da es mir Spaß macht, mein Wartungsprogramm buchstabentreu nach dem Werkstatthandbuch durchzuziehen, habe ich auch diese Überprüfungen Schraube für Schraube auf mich genommen. Welche Schrauben fallen unter diese Rubrik? (1) Befestigungsschrauben der Lenker-Armaturen: Schaltereinheit rechts, 3,9-5,1Nm; Bremsarmatur rechts, 6,8-9,0 Nm; Kupplungsarmatur links, 6,8-9,0 Nm. (2) Schrauben des Bremssystems: Hydraulikschrauben zur Befestigung der Bremsleitungen an den Bremssatteln, 28,5-33,9 Nm; Befestigungsschrauben des vorderen Bremssattels, 38,0-51,5 Nm; Haltebolzen der vorderen Bremsbeläge, 20,3-22,6 Nm; Halteschrauben des hinteren Bremssattels, 13,6-18,9 Nm; Haltebolzen der hinteren Bremsbeläge, 9,0-13,6 Nm; Halteschrauben der Bremsscheibe vorn, 21,7-32,5 Nm; Halteschrauben der Bremsscheibe hinten, 40,7-61,0 Nm; Deckelschrauben der Bremsflüssigkeitsbehälter, 0,7-0,9 Nm; Halteschraube des hinteren Bremszylinders, 40,7-54,2 Nm. (3) Rad-Steckachsen: Steckachse vorne, 84,1-90,1 Nm; Steckachse hinten, 128,1-142,4 Nm. (4) Vordergabel und Lenker: Klemmschrauben des unteren Gabeljochs, 40,7-47,5 Nm; Klemmschrauben des oberen Gabeljochs, 40,7-47,5 Nm; Achsklemmschrauben, 13,6-19 Nm;  Befestigungsschrauben des Lenkers, 16,3-21,7 Nm.

Richtig wäre es gewesen, jede Schraube zunächst leicht zu lösen und dann mit dem vorgeschriebenen Drehmoment wieder anzuziehen. Ich habe der Einfachheit halber immer den niedrigsten Wert auf dem Drehmomentschlüssel eingestellt und dann getestet, ob es knackt. Es hat überall geknackt. Keine wichtige Schraube hatte sich auf den letzten 16000 Kilometern gelöst.

 

18. Motorhalterungen und Stabilisator prüfen.

Die Überprüfung der unteren Motorhalterungen und des oberen Stabilisators ist alle 16000 km vorgeschrieben. Dabei sollen die Silentblocks an der vorderen und hinteren Motorhalterung (Bild 17 u. 1cool auf eventuelle Risse oder Brüche untersucht, die Nieten der Halterungen auf Abscherung überprüft werden.

 Bild 17    Bild 18




Des Weiteren sollte man sich vergewissern, ob die Gummis am verstellbaren Stabilisator der oberen Motorhalterung (Bild 19) noch in einwandfreiem Zustand sind.

 Bild 19


Für alle Halteschrauben der Silentblocks sind 28-36 Nm Drehmoment vorgeschrieben, für die beiden Schrauben des oberen Stabilisators sind es 24,4-29,8 Nm und für die Verbindungen zwischen Halteplatte und Zylinderköpfen 47,5-54,2 Nm.

  

19. Batterie prüfen, Kontakte reinigen und Befestigung der Kabel prüfen: hier.

Auch nach dreieinhalb Jahren und 32000 km zeigt sich meine Batterie noch in einwandfreiem Zustand. Die Befestigungsschrauben an den Batteriepolen haben diesmal 8000 Kilometer überstanden, ohne sich zu lösen.

 

20. Abgasanlage auf Dichtigkeit und Halterungen auf festen Sitz prüfen: hier.

 

21. Probefahrt.

Es ist mächtig kalt. Aber die Sonne scheint, der Himmel ist blau (Bild 20) und alles läuft perfekt.

 Bild 20
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Neuer Beitrag 27.02.2013 12:54
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Schlussbetrachtung

Schlendert man durch die Verkaufsräume der Harley-Dealer, stellt man fest, dass die meisten dort ausgestellten Gebrauchtmaschinen, fast alles Twincams der letzten Baujahre, unter 30.000 km gelaufen haben. Auch der Kleinanzeigenmarkt scheint zu bestätigen: viele Harley-Fahrer trennen sich von ihrer Maschine bevor sie diese Laufleistung erreicht hat. Natürlich mag es dafür vielerlei Gründe geben: Umstieg, Aufstieg, Lust auf Neues. Und trotzdem: es fällt auf, dass Harley-Gebrauchtmaschinen im Durchschnitt weniger Kilometer auf dem Tacho haben als BMWs, Hondas oder andere. Als ich Harley noch nicht kannte, dachte ich, diese Tatsache sei als Zeichen für eine allgemein geringere Lebenserwartung der Maschinen aus Milwaukee zu werten.

Heute weiß ich es besser: Harleys sind grundsolide Maschinen, die 30000 km technisch ohne jede auffällige Ermüdungserscheinung wegpacken und die, sofern man sie artgerecht pflegt, nach dieser Laufleistung auch noch in quasi neuwertigem Zustand dastehen können. Zum Beweis, die…




Wartungsbilanz meiner Super Glide Custom (2009-2013):

 

0 km                18.06.2009      Kauf des Neufahrzeugs HD FXDC              14595,00 Euro

1600 km          09.07.2009      Inspektion (bei Harley)                                  kostenlos

                        31.10.2009      1 Liter Öl                                                       9,54 Euro

8000 km          06.05.2010      Inspektion (bei Harley)                                 370,35 Euro

                        21.10.2010      Hinterreifen                                                   172,00 Euro

13000 km        25.11.2010      Riss im hinteren Auspuff-Krümmer               Garantie

                        02.02.2011      Vorderreifen                                                   160,00 Euro

16000 km        11.03.2011      Inspektion (bei freier Harley-Werkstatt)         230,00 Euro

                        30.11.2011      Hinterreifen                                                    137,36 Euro

24000 km        21.02.2012      Inspektion (selbst gemacht)                            82,62 Euro

                        25.02.2012      Riss in einer Auspuffschelle                           9.44 Euros

                        27.09.2012      Vorderreifen                                                  116,50 Euro

32000 km        31.01.2013      Inspektion (selbst gemacht)                           148,46 Euro

                        05.02.2013      Hinterreifen                                                   161,90 Euro

 

Außer eines Risses im Krümmer, der auf Garantie ersetzt wurde, und einer Halteschelle habe ich auf 32000 km also keinerlei Reparaturkosten zu verbuchen gehabt. Wartungskosten und Kosten für Reifen (die aber bis zur 40000er Inspektion halten werden) belaufen sich nach dreieinhalb Jahren auf ungefähr 1600 Euro.

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Neuer Beitrag 27.02.2013 13:14
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supercool, vielen Dank 👏

 

Gruss Hans

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Neuer Beitrag 27.02.2013 13:41
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Hi Uwe,

hab schon einiges von Dir gelesen und nachdem auch dieser Bericht wieder Spass machte und vor allem informativ geschrieben war, solltest Du Dir vielleicht überlegen, Deine Fähigkeiten zu vermarkten - dann wird es noch günstiger Harley zu fahren 😁!

Gruß Reinhard

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fährt: keins
Neuer Beitrag 27.02.2013 14:13
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👏 super Bericht.

Aber bist du von 16.000 km - 32.000 km mit einem hinterreifen gefahren? Da fehlt einer bei 24.000 km??

Viele Grüße
Andreas

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Viele Grüße
Andreas Augenzwinkern

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Neuer Beitrag 27.02.2013 14:37
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1a mit Sternchen 

Wieder ein super Bericht.

Gruss   Jürgen

Q-Flat ist offline Q-Flat · 390 Posts seit 25.05.2026
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Neuer Beitrag 27.02.2013 15:06
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Herzlichen Dank für die positiven Rückmeldungen. Hat mir wie immer riesigen Spaß gemacht, an der Harley zu schrauben und dazu ein paar Fotos zu schießen.

@ doodoo : zu den Reifenwechseln habe ich nur das Datum angegeben. Der Vollständigkeit halber: erster Hinterreifen, 0-11000 km; zweiter, 11000-23000 km; dritter, 23000-32000km; vierter, 32000 km...

Gruß,

Uwe.

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Tommi69 ist offline Tommi69 · 187 Posts seit 07.12.2012
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fährt: Dyna FXD, EMW, ES 250/2, SR59
Neuer Beitrag 27.02.2013 18:07
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👏Wirklich super geschrieben!

Damit findet sicher auch der eine oder Andere Mut zum selber schrauben!

Ich mach es auch seit nunmehr 10 Jahren an meiner 2000ender FXD, zum Einen aus Kostengründen und des z.T. damals auch begründeten Mißtrauens zur Dealer-Werkstatt, zum Anderen weils Spass macht und ich als ursprünglich gelernter Kfz-mechanikers mich auch relativ zeitnah ranngefunden habe.

Ordentliches Werkzeug und Wartungsunterlagen vorrausgesetzt lassen sich so Einige Euros sparen........

LG Tommi

zuschwer · seit
zuschwer
Gast


Neuer Beitrag 27.02.2013 19:52
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Hallo Q-Flat.

Wieder ein Superbericht in der von Dir gewohnten Qualität über Deine jüngsten Wartungsaktivitäten. Vielen Dank für die Möglichkeit daran Teil haben und dabei lernen zu dürfen.

Ich habe mir diesen Deinen aktuellen Bericht und auch die beiden darin referenzierten Berichte als Nachschlagewerke für kommende eigene Arbeiten gebookmarkt. Habe ich damit Zugriff auf all Deine Reports, oder gibt es darüber hinaus noch was?

Wenn bei Dir der Frühling ein(ge)kehrt (ist), dann schieb mal bitte ein paar schöne Tage zu uns nach Osten, weil ich inzwischen extrem wintergeschädigt bin, und ...

... auch zuschwer.

Als dieser grüße ich Dich und wünsche Dir ’ne gute Saison auf Deiner gut gewarteten DYNA.

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