Ein Öffner- und ein Schließer-Gaszug ist seit spätestens den 70ern Standard, nur Außenseiter wie BMW und Moto-Guzzi (und die Ducati Königswellen-V-Twins) mit zwei weit voneinander entfernten und im Winkel zueinanderstehenden Vergasern haben nur einen Zug/Vergaser bzw. bei Einspritzern /Drosselklappe mit aus Sicherheitsgründen verstärkter Rückholfeder zum Ausgleich für den fehlenden Schließerzug, da sie sonst vier Gaszüge (zwei Öffner, zwei Schließer) um das rechte Lenkerende hätten wickeln müssen. Ducati hat ab 1987 mit der Umstellung auf reine Zahnriemenmotoren den hinteren Kopf so gedreht, daß der hintere Auslaß wie bei Harley hinten am hinteren Kopf liegt. Damit konnten sie die Vergaser (bei den Einspritzern die Drosselklappengehäuse) parallel unterm Tank anordnen und brauchten auch nur einen Öffner- und einen Schließer-Gaszug für die analog zu den Japaner einzige Drosselklappenwelle für alle Vergaser gemeinsam.
Die BMW-Boxer, Moto-Guzzi-VTwins und die Ducati-Königswellen-VTwins waren berüchtigt für die Krämpfe in der Gashand bei langen Fahrten wegen der aus Sicherheitsgründen starken Rückholfeder. Bei BMW und Moto-Guzzi hat sich das erst mit „Drive by Wire“ erledigt.
Bei HD war bis MJ64 ein biegsamer „Gasdraht“ in einer Zughülle statt einem Seilzug üblich, mit dem man die Drosselklappe wieder „zuschieben“ konnte. Diese Konstruktion hatte gar keine Schließerfeder, was auf den üblichen langen Strecken der USA sehr komfortabel war. Iwann wurde das als gefährlich eingestuft (und deswegen später in den 70ern in den USA verboten) und HD wechselte wie die Japaner zum Standard von Öffner- und Schließergaszug, um die Schließerfeder komfortabel schwach auslegen zu können.
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„I don‘t like valves that look like golf tees. Intake valves should be the size of trash can lids, and pistons should be the size of manhole covers“ (Jay Leno)